Reitsport hautnah – Ein POV-Erlebnis
Dieses Projekt zeigt den Stallalltag aus der Ich-Perspektive und macht ihn für Menschen erlebbar, die selbst nicht reiten. Die drei Videos geben einen Einblick in die verschiedenen Abläufe, von Putzen und Misten über Bodenarbeit bis hin zum Reiten, und zeigen, wie viel Zeit und Arbeit hinter jedem Tag steckt. Durch die POV-Perspektive können die Zuschauer direkt miterleben, wie die Handgriffe, Bewegungen und Routinen aussehen. Ziel ist es, die Vielfalt und den Aufwand der Stallarbeit sichtbar zu machen und ein realistisches Bild des Alltags mit Pferden zu vermitteln.
Idee
Ich wollte mit diesem Projekt den Stallalltag für Nicht-Reiter erlebbar machen und zeigen, dass mehr dahintersteckt, als nur über die Felder zu galoppieren und Rüebli zu füttern. Die Videos sollen vermitteln, wie vielfältig und zeitintensiv der Umgang mit Pferden ist, vom Putzen und Pflegen über Misten und Bodenarbeit bis hin zum Reiten. Dabei geht es nicht um sportliche Leistung, sondern um die tägliche Routine, die Beziehung zum Tier und die Verantwortung, die damit einhergeht. Mir war von Beginn an klar, dass es mehrere Teile geben sollte, um zu zeigen, dass jeder Tag andere Aufgaben bereithält und sich je nach Wetter und Stimmung andere Schwerpunkte ergeben.
Umsetzung
Ich habe mich bewusst für die POV-Perspektive entschieden, da sich die Zuschauenden so direkt in das Geschehen hineinfühlen und den Stallalltag aus meiner Sicht miterleben können. Dafür habe ich die GoPro am Kopf bzw. am Helm befestigt, sodass sowohl die Bewegungen meiner Hände als auch die Perspektive auf die Pferde und die Umgebung sichtbar sind.
An drei aufeinanderfolgenden Tagen habe ich jeweils ab dem Moment gefilmt, in dem ich mich auf den Weg zum Stall gemacht habe und bis ich wieder zuhause bin (ausser am letzten Tag). So konnte ich die verschiedenen Abläufe auf dem Weg und im Stall dokumentieren.
Beim Filmen habe ich oft einfach drauflosgedreht, da im Umgang mit Pferden nicht immer vorhersehbar ist, was passiert. Teilweise ist dabei nicht alles optimal im Bild, etwa wenn ich abrupte Bewegungen gemacht habe oder die GoPro nicht genug gekippt war. Solche Situationen lassen sich bei lebendigen Tieren leider nicht vollständig kontrollieren. Gerade diese Unvorhersehbarkeit macht aber den Alltag mit Pferden aus und sollte im Video sichtbar werden.
Am letzten Tag war ich nicht allein im Stall, weshalb die Hintergrundgeräusche von Stimmen und Bewegungen der anderen ziemlich gut hörbar sind. Dies gehört in einem Stall aber auch dazu, dass man nicht immer alleine ist.
Nach dem Filmen habe ich das Material gesichtet, aussortiert und geschnitten, sodass die einzelnen Videos auf etwa zehn Minuten Länge kommen. Im ersten Moment wirken diese zehn Minuten sehr lang, doch mir war wichtig, unverfälscht zu zeigen, wie viel Zeit und Arbeit hinter einem Stalltag steckt, inklusive repetitiver oder ruhiger Momente. Langwierige Prozesse wie Putzen oder Sattelpflege wurden teilweise schneller zusammengeschnitten, während andere Abläufe bewusst länger gezeigt wurden, um die Routine und den zeitlichen Aufwand greifbar zu machen.
Zudem habe ich die Videos mit Timecodes versehen, damit die Zuschauer ein Gefühl für die Dauer der einzelnen Schritte bekommen. Die Timecodes sind auf Fünf-Minuten-Schritte gerundet, um Orientierung zu bieten.
Da der Originalton alleine nicht viel hergab, unter anderem durch Gespräche, lautes Atmen oder ungeplante Geräusche, habe ich eine ruhige Hintergrundmusik unterlegt. Diese unterstützt eine entspannte Stimmung, ohne vom Geschehen abzulenken.
Ergebnis
Das Ergebnis sind nun drei verschiedene Videos, die den Alltag in einem Selbstversorgerstall zeigen.
Video 1: Sattelpflege und Stallarbeit
Im ersten Video steht nicht der Kontakt zu den Pferden im Vordergrund, sondern Arbeiten, für die man sonst nicht immer Zeit hat. Die Pferde werden zwar geputzt, diese Aktion ist aber zweitrangig.
Video 2: Stallarbeit und Bodenarbeit
Im zweiten Video ist der Kontakt mit den Tieren schon stärker, da ich mit meinem Pferd eine kurze Bodenarbeits-Session gemacht habe. Ansonsten sind auch wieder verschiedene Stallarbeiten zu sehen.
Video 3: Stallarbeit und Reiten
Das dritte Video zeigt eigentlich einen kompletten «normalen» Reittag von mir, mit Misten, Putzen und dann natürlich auch Reiten (Schritt und Trab) und das Versorgen am Schluss.
(abb)
Idee
In diesem Semester habe ich die GoPro für mich entdeckt, weshalb ich gerne damit arbeiten wollte. Aus diesem Grund habe ich überlegt, was ich damit dokumentieren könnte und weil ich sehr gerne Follow-Me-around Videos von Reitern anschaue, dachte ich mir, dass ich das auch machen könnte. Mein Ziel war es dann, den Stallalltag für Nicht-Reiter oder Leute, die gerne reiten würden, erlebbar zu machen. Aus diesem Grund war das Konzept der POV-Perspektive passend, um die Zuschauenden direkt in die Handlung einzubinden. Ich habe mir dann Ideen notiert, was genau ich filmen könnte und gemerkt, dass mehrere Videos wahrscheinlich sinnvoller wären, weil ein einzelnes von der Länge her einfach zu lange gewesen wäre. Deshalb habe ich mir überlegt, was ich in den nächsten Tagen im Stall vorhabe und mir mögliche Szenen notiert. Da es im Stall und rund um Tiere nicht immer so abläuft, wie man gerne hätte, habe ich mich aber sehr spontan darauf eingelassen.
Umsetzung
Nachdem ich für jedes Video ein provisorisches Drehbuch geschrieben habe (provisorisch, da im Umgang mit Pferden viel Unvorhergesehenes passieren kann) und die verschiedenen Funktionen der GoPro getestet und eingerichtet hatte, ging es los zum ersten Drehtag. Ich habe jeweils nicht alles durchgefilmt, sondern nur die relevanten und im Drehbuch genannten Szenen aufgenommen, mit kleinen Ausnahmen, in denen die Kamera einfach etwas länger mitlief. Die meisten Abläufe konnte ich Schritt für Schritt in der richtigen Reihenfolge filmen, bei einigen Szenen musste ich jedoch etwas wiederholen, nachholen oder nachstellen. Insgesamt entsteht aber ein authentisches und unverfälschtes Bild meines Stallalltags.
Nach den drei Drehtagen habe ich jeweils direkt im Anschluss das Material gesichtet und ungeeignete oder unbrauchbare Clips sofort aussortiert. In Premiere Pro habe ich anschliessend ein Projekt mit klaren Ordnerstrukturen für jeden Drehtag angelegt und die Clips dort abgelegt. Von dort aus habe ich die einzelnen Timelines erstellt, die Szenen sortiert und mit dem Schnitt begonnen. Längere Routinen wurden teilweise etwas gestrafft, während andere Momente bewusst in Echtzeit stehenblieben, um den realen Zeitaufwand sichtbar zu machen.
Zusätzlich habe ich in allen Videos Timecodes eingebaut, die grob in Fünf-Minuten-Schritten anzeigen, wie lange einzelne Abläufe dauern. Das hilft, den zeitlichen Rahmen bestimmter Tätigkeiten besser einzuordnen und macht die Abläufe für die Zuschauenden verständlicher und nachvollziehbarer. Am Ende kam so pro Video eine Länge zwischen zehn und vierzehn Minuten zustande, ohne den Eindruck zu verfälschen, wie viel Arbeit tatsächlich hinter einem Stalltag steckt.
Fazit und Learnings
Rückblickend bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, denn die drei Videos zeigen genau das, was ich vermitteln wollte: einen echten, nicht geschönten Alltag im Stall. Durch die POV-Perspektive wirken die Abläufe nahbar und unmittelbar, und man bekommt ein klares Gefühl dafür, wie vielseitig und zeitintensiv Stallarbeit ist. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie anspruchsvoll es ist, gleichzeitig zu filmen und mit Pferden zu arbeiten. Einige Aufnahmen sind verwackelt oder nicht optimal ausgerichtet, etwas, das sich bei dieser Art von Projekt kaum vermeiden lässt und letztlich auch zur Authentizität beiträgt.
Für künftige Projekte würde ich noch bewusster darauf achten, die GoPro zwischendurch neu auszurichten, damit weniger wichtige Momente aus dem Bild fallen. Auch zusätzliche Perspektiven wären interessant, zum Beispiel kurze Aufnahmen vom Boden oder aus der Distanz, um gewisse Abläufe klarer zu zeigen. Das würde allerdings vom reinen POV-Stil abweichen, könnte aber in einem anderen Projekt neue erzählerische Möglichkeiten eröffnen. Ausserdem wäre es hilfreich, je nach Inhalt kurze Zwischentitel einzublenden, um einzelne Aktionen zu erklären und den Zuschauenden mehr Orientierung zu geben.
Ein weiterer Lernpunkt betrifft den Ton: spontane Kommentare, laute Atmung oder kleine Bemerkungen an die Pferde gehören zwar zur Realität eines Stalltages, wirken aber im Video nicht immer gleich gut.