Punscherlitruppa Widnou – mehr als nur ein Fasnachtsverein

Eine Tradition einfach so sterben lassen? Es gut sein lassen? Dies war die Ausgangssituation in Widnau im St.Galler Rheintal. Der letzte Verein, der sich aktiv für die Tradition Fasnacht im Dorf einsetzte, existiert seit Jahren nicht mehr. Tote Fasnachtshose also. Mit grossem Willen und Motivation wollen gute Freunde von mir sich der Situation stellen und die, im Rheintal gross gelebte Tradition wieder in das Dorf bringen. Wie, fragt ihr euch vielleicht?

Nebst einer funktionierenden Vereinsstruktur braucht es einen Fasnachtswagen für Umzüge und einen öffentlichen Auftritt der die Aufmerksamkeit der Bewohner auf den Verein zieht. Zusätzlich wird mit dem Auftritt gegen aussen auch ein weiterer wichtiger Punkt abgedeckt: das Sponsoring. Der Verein funktioniert auf ehrenamtlicher Basis und ist deshalb auf Sponsoren (am besten lokale) angewiesen. Ich habe mich der Aufgabe angenommen und die Bausteine für einen gelungenen öffentlichen Auftritt präsentiere ich euch hier:

Logodesign (Adobe Illustrator)
Ein Logo zu kreieren ist nie ein einfacher Weg. Es braucht viel Kreativität, Ideen und Versionen bis zum endgültigen Entscheid. Zusätzlich gehts aus darum auf die Wünsche der Kunden oder Klienten speziell einzugehen. Die Grundausstattung des Logos war von Anfang klar: eine Maske und das Konfetti (im hiesigen Dialekt: Punscherli). Und so schaute in mehreren Sitzungen und insgesamt 15 Varianten, das Logo aus dem Beitragsbild heraus.

Hier einige Ausschnitte des Fortschritts:

Brand Identity und Werte (Adobe InDesign)
Praktisch jede Firma besitzt eine sogenannte Brand Identity. Diese setzt sich aus Kernelementen zusammen, die Ihrer Marke ein unverwechselbares Gesicht verleihen. So war es auch der Wunsch des Vereins, der Marke «Punscherlitruppa Widnou» ein Gesicht zu geben.

Folgende Kategorien wurden bei meiner Version berücksichtigt:

  • Die Werte des Vereins (in Absprache mit dem Vorstand)
  • Das Logo und dessen Bedeutung
  • Farbwahl
  • Typography
  • Der mediale Auftritt
  • Vereinsbekleidung
  • Imagery (Stil der Fotos)
  • Vereinsmotto

Hier kannst du einen Blick aufs Design werfen:

https://www.digezz.ch/app/uploads/2023/06/Brand-Identity-Punscherlitruppa-2.pdf

Social Media (Instagram und Facebook)
Mittlerweile ein Muss für das öffentliche Bild eines Vereins, um verschiedene Altersgruppen abzudecken. Hier kommen die Funktionen von Meta gelegen, dass sich die Medien verknüpfen und somit Posts auf besagten Seiten einfach übertragen lassen. So werden die Medien genutzt um den Fortschritt des Fasnachtswagens zu dokumentieren, News zu verbreiten und Internes aus dem Vereinsleben zu publizieren. Wenn wir gerade schon dabei sind, kannst auch du ganz einfach die aktive Vereinaktivitäten mitverfolgen ;).
https://www.instagram.com/punscherlitruppa_widnou/
https://www.facebook.com/profile.php?id=100093180256971

Webseite «punscherlitruppa.ch» (Figma und WordPress)
Eine eigene Webseite ist meist eine sehr gute Variante (nebst SoMe) sich selbst zu präsentieren. Sie widerspiegelt noch mehr die gelebten Werte, zeigt auf wie ein Verein geführt wird und vergrössert die Auffindbarkeit der Marke in den Suchmaschinen. Die selbstgebaute Website der Puscherlitruppa hat vor allem einen informativen Zweck. Wichtige Anlässe (wie Umzüge) werden hervorgehoben, Einblicke in die Fortschritte des Wagenbaus und Internas via Blog stehen im Fokus. Für die Fotos (bis jetzt) benutze ich jeweils meine Canon 50D. Wirf doch mal einen Blick auf die Homepage:

punscherlitruppa.ch

(bas)

Konzept

Für mich war es eine Premiere: zum ersten Mal durfte ich eine Gesamtplanung für ein Konzept und die Umsetzung bewältigen. In Zusammenarbeit mit den Vorstandsmitgliedern blickten wir zuerst auf die möglichen Features, die es zu erstellen galt. So sind die im Artikel genannten Punkte aufgekommen. Die Kommunikation untereinander stimmte daher gut, weil der Vorstand eine klare Vision davon hatte, was ihnen wichtig war. Wir brauchten uns also noch für die Festlegung der sozialen Kanäle zu entscheiden. Sie entschieden sich für Instagram. Ich riet ihnen auch, Facebook zu nutzen, um die Alterspanne der Zielgruppen auszudehnen. Darauf geeinigt, folgte die Ideensuche und die Inspirationsphase für das Logo sowie die Brand Identity, die ich erstellen wollte, bevor ich mit dem Aufsetzen der Social Media Accounts startete. Auch half mir bei der Planung, dass wir im ersten Jahr bereits im Schulfach Corporate Communications eine Art CD erstellt haben. Die Kenntnisse daraus nahm ich mit.

Design

Beim Logodesign war ich zuerst mit 3 Sujets recht zufrieden. Es stellte sich aber unter Absprache mit dem Vorstand heraus, dass jeder etwas anderes im Kopf hatte. Deshalb nahm ich mir die Zeit und gestaltete insgesamt 15 Varianten, die wir anschließend gemeinsam unter die Lupe nahmen. Mit ein paar Feinanpassungen konnte schließlich ein zufriedenstellendes Resultat erzielt werden.

Bei der Brand Identity (CD) wurde mir freie Wahl gelassen für das Design. Wichtig war, dass die Farben des Wappens von Widnau, die auch im Logo zu finden sind, sich im CD wiederfinden. Auf Pinterest ließ ich mich von ein paar Designs inspirieren und gestaltete dann alles mit InDesign. Hier wäre es ratsam gewesen, sich früher für einheitliche Schriftgrößen zu entscheiden und diese auch abzuspeichern. Die Möglichkeit dafür ist im Bereich «Text Style» gegeben. Das musste ich schließlich im Nachhinein machen, was sehr viel Zeit kostete. Auch die Einheitlichkeit der Seiten bereitete mir zuerst Mühe. Mit einer Reihe von Hilfslinien konnte aber auch dieses Problem gelöst werden.

Social Media

Oh, du schönes Facebook. Hier hatte ich zu Beginn viel Mühe. War der Aufwand zum Erstellen des Instagram-Kanals für mich kein Problem, fingen die Probleme bei Facebook schon mit dem Einrichten des Accounts an. Hierbei sei erwähnt, dass es sich überhaupt nicht lohnt einen persönlichen Fakeaccount zu erstellen, der im Nachhinein als Administrator für die Seite fungiert. Seiten sind sogenannte Fanpages denen man als Aussenstehender folgen kann, also perfekt für einen Verein. Im Verlauf des Einrichtens schaffte ich es noch zu allem Übel, mir die Adminrechte für die Seite selbst zu entziehen, so das niemand mehr darauf zugreifen konnte. Ich löschte also das ganze Paket wieder und begann die Seite über meinen privaten Account zu betreuen, was ich von Anfang an hätte tun sollen. Die Adminrechte der Seiten können nämlich einfach durch Erlauben des Zugriffs an jeden weitergeben werden, was mir erst nach viel googeln aufgefallen ist. Die Koppelung von Instagram und Facebook ging anschliessend ohne Probleme über die Bühne. Nun werden ziemlich bald regelmässig Posts darauf publiziert.

Webseite

WordPress? Baukasten mit Elementor? Wenig bis gar nicht selber coden? Hörte sich für mich an wie ein Märchen. Aber weit gefehlt. Mit einer Subdomain, die ich über einen Klassenkameraden hosten durfte, startete ich in mein Abenteuer. Ich gestaltete mir zuerst ein simples Wireframe auf Figma und baute dies mit WordPress nach. Viele Plugins und Youtube-Tutorials später, durfte ich mit stolz so etwas wie eine Webseite mein Eigen nennen. Doch der Spass fing für mich gerade erst an. Natürlich wird für die fachgerechte Nutzung der Seite eine Domain fällig, die ich mir zusammen mit einem Serverzugriff auf Hosttech kaufte. Da ich sowas vorher auch nie gemacht habe, musste mich am Anfang wirklich zurecht finden. Schlussendlich war alles aufsetzt und bereit für den Datentransfer zu meiner neuen Domain. Nur leider war mir überhaupt nicht bewusst, dass es nicht reicht nur den Domainnamen auf WordPress in den Einstellungen anzupassen. Viele Schweissperlen und Angstzustände später war aber alles wieder beim Alten (ich musste meinen Host bitten, die Domainanpassung rückgängig zu machen). Mit dem Plugin «Duplicator» und erstellen einer neuen Datenbank klappte der Transfer ohne Probleme. Einziges Manko war, dass ich das php memory limit auf 512M stellen musste, da ich sonst nichts mehr auf WP speichern konnte.

Reflexion & Learnings

Eine insgesamt tolle Erfahrung, die vor allem gegen Ende noch recht anspruchsvoll für mich wurde. Da ich bereits Erfahrungen im Designbereich gemacht hatte, fielen mir die Aufgaben mit Indesign und Illustrator im Grunde leicht. Das fehlerhafte Einrichten des Facebookprofils hatte mich bereits nach der Designphase einige Nerven kosten lassen, wenn natürlich auch selbst verschuldet. Beim nächsten Mal würde ich sicher auch das Einrichten eines Kundenservers und der Domain, aber vor allem das WordPress mit allem Drum und Dran nicht mehr unterschätzen. Dies wurde mir mit zunehmenden Wünschen und Anforderungen, die ich selbst an meine Webseite hatte, recht gut bewusst. Diese Learnings werden mir in Zukunft definitiv weiterhelfen, da ich plane, weitere Webseiten zu erstellen.

Ausblick

Es werden noch einige Projekte mit der Punscherlitruppa Widnou folgen. Eine Vorstellungsvideo der Mitglieder, des Vorstands und des Vereins, sowie den Baufortschritt dokumentarisch festzuhalten sind in Planung. Also stay tuned…