pfyyl – Illustrationen und Animationen auf Instagram
Ein Semester, unzählige Stunden Zeichnen, Malen, Modellieren und die Frage: Wie mache ich daraus ein Digezz-Projekt? Die Antwort: Instagram.
Projektbeschreibung
Im vergangenen Semester habe ich sehr viel gezeichnet, gemalt und illustriert. Doch irgendwann stellte sich mir die Frage: Wie kann ich all das, was entstanden ist, in ein Digezz-Projekt verwandeln? Die Antwort kam in Form einer Idee, die ich schon lange mit mir herumgetragen habe, mich aber nie so richtig getraut habe umzusetzen: Ein Instagram-Profil, das als digitales Portfolio dient.
So entstand @pfyyl.
Das Ziel war es, eine Plattform für meine Arbeiten zu schaffen, die mir langfristig Sichtbarkeit, Reichweite und vielleicht sogar Aufträge bringt. Gleichzeitig wollte ich einen Ort schaffen, an dem ich Illustrationen und Animationen in meinem eigenen Stil zeigen kann. Mein Stil bewegt sich zwischen surrealen, humorvollen und manchmal provokanten Elementen, bleibt dabei aber immer klar erkennbar.
Bevor ich mit dem Posten begann, habe ich ein Social-Media-Konzept geschrieben, in dem ich verschiedene Inhalte definiert habe. Zum Beispiel:
- Postingfrequenz (vier Mal pro Woche zum Start)
- Hauptformate: Reels, in denen ich Illustrationen durch kleine Animationen lebendiger mache
- Zielgruppe: kunstinteressierte Menschen, die auf absurde, humorvolle und illustrative Inhalte stehen
- Fokus auf Wiedererkennbarkeit, Formatoptimierung und konsistenten Stil
Beim Umsetzen der Reels konnte ich vieles anwenden, was ich im Studium gelernt habe. Dazu gehören Visual Storytelling, animieren Bild für Bild, Gestaltung für Bewegtbild und der bewusste Umgang mit visuellen Entscheidungen.
Ich habe gezielt Arbeiten aus diesem Semester ausgewählt, die mir besonders gefallen haben oder die inhaltlich gut zum Stil von @pfyyl passen. Besonders hervorheben möchte ich meine Serie mit Wimmelbildern. Diese Arbeiten liegen mir persönlich am meisten und haben auch am meisten Zeit gebraucht. Für ein einziges Bild habe ich rund 30 Stunden investiert. Was mich daran fasziniert: Illustrationen können Dinge zeigen, die mit Fotografie nicht darstellbar sind. Man kann in andere Welten abtauchen, Humor mit Absurdität mischen und trotzdem eine Geschichte erzählen. Wimmelbilder vereinen für mich Spiel, Konzept und Bildsprache auf einmal.

Mein künstlerischer Prozess
Nicht jedes Werk entsteht auf die gleiche Weise. Es gibt Tage, an denen ich eine Illustration schon klar im Kopf habe. Ich sehe das Bild vor mir und versuche dann, es möglichst genau so umzusetzen. An anderen Tagen fange ich einfach an zu zeichnen und entdecke erst später, worum es in dem Bild eigentlich geht.

Inspiration kommt für mich oft aus Gefühlen. Aber auch andere Künstlerinnen und Künstler oder Erlebnisse haben Einfluss. Mein Stil soll witzig sein, manchmal absurd, manchmal verspielt. Bei den Wimmelbildern entsteht vieles intuitiv. Ich plane sie kaum. Sie wachsen nach und nach. Oft baue ich sogar alte Skizzen mit ein. Ich finde es spannend, wie sich die einzelnen Elemente visuell und inhaltlich miteinander verbinden lassen.

Viele meiner Motive zeigen alltägliche Dinge, die ich ins Absurde ziehe. Eine Straßenlaterne mit einem Auge als Lichtquelle. Kerzen mit Gesichtern. Ich finde es spannend, so vertraute Bilder zu verdrehen. Aussage und Ästhetik sollen bei mir Hand in Hand gehen. Aber die Bedeutung entwickelt sich oft erst während des Arbeitens oder wird mir sogar erst nachträglich bewusst.
Bei den Wimmelbildern habe ich jeweils grobe Vorzeichnungen gemacht, um das Format und die Proportionen zu klären. Das war wichtig, um trotz des Chaos den Überblick zu behalten.
Der Account @pfyyl ist zwar noch frisch, aber es steckt bereits viel Herzblut, Planung und Zeit darin. Wenn du Lust auf illustrierte Absurdität, trockenen Humor und handgemachte Animationen hast, schau gerne vorbei. Vielleicht entdeckst du etwas, das du so noch nicht gesehen hast.
(vha)
Was mir am meisten zu schaffen gemacht hat, war der Mut zur Veröffentlichung. Gerade zu Beginn war das Überwinden dieser Schwelle schwierig. Ich wollte möglichst viele meiner Projekte aus dem Semester sichtbar machen, doch sie in kurzer Zeit in Reels zu verwandeln, war herausfordernd. Die Frequenz von fast täglichen Posts war ambitioniert.
Ein weiterer Punkt, bei dem ich mir noch nicht sicher bin, ist die Entscheidung, nicht nur Illustrationen zu posten, sondern auch meine aktuellsten Tonmodellierungen mit einzubauen. Vielleicht wäre ein klarerer Fokus auf nur eine Ausdrucksform wirkungsvoller gewesen.
Insgesamt war es aber ein sehr befreiender Schritt, das Projekt endlich umzusetzen. Die Rückmeldungen, die ich erhalten habe, vor allem aus meinem Umfeld, haben mich sehr gefreut. Es motiviert mich, noch tiefer in meine Kunst einzutauchen und langfristig weiterzumachen.
Ich möchte zukünftig auch ältere Kunstwerke auf dem Kanal veröffentlichen. Bisher habe ich darauf verzichtet, um die Digezz-Projektstruktur nicht durcheinanderzubringen. Zudem möchte ich mehr darüber lernen, wie Instagram funktioniert. Was sorgt dafür, dass ein Video erfolgreich wird? Welche Mechanismen spielen mit? Das sind Dinge, mit denen ich mich künftig noch stärker auseinandersetzen will.