Pfadi Merch – The New Collection!

Die Pfadi begleitet mich schon ein Leben lang. Und somit auch die getragene Kleidung. Neben dem berühmten Pfadihemd besitzt jede Abteilung ihr zusätzliches, eigenes Merch. Diese wird im Pfadi-Kontext schon fast wie eine Fashion-Marke getragen. Auch wenn ich sehr Freude an unserem aktuellen Sortiment habe – das locker bereits 20 Jahre als ist – war es an der Zeit, endlich einen neuen Groove in die Sache zu bringen!

Im Rahmen dieses Projekts gestaltete ich eine neue Kollektion, welche im Frühling 2026 in Produktion gehen soll. Damit die neue Kleidung bei den Kindern und deren Eltern anklang findet, nutzte ich dieses Projekt nicht nur für die Gestaltung der neuen Kollektion zu entwerfen, sondern auch deren Vermarktung in die Wege zu leiten.

Unsere primären Kommunikationswege auf Stufe der Abteilung sind der Quartalsversand und eine WhatsApp-Community. Für diese Kollektion wollte ich jedoch etwas machen, dass die Besonderheit von diesem Release hervor hebt. Ich entschied mich dafür, eine Print-Broschüre zu gestalten, welche in digitaler, aber auch physischer Form verwendet werden kann. Ebenfalls soll auf unserem Instagram-Account im Frühling eine entsprechende Vermarktung stattfinden. Dafür produzierte ich eine Vielzahl an Instagram-Posts.

Als Abteilungsleiter hat man das Privileg, nicht überall um Erlaubnis fragen zu müssen. Dennoch freut es mich, dass das Projekt in unserer Abteilung grossen Anklang gefunden hat. Besonders im Leitungsteam, da sie für mich quasi mein Bindeglied zur gesamten Abteilung sind. Tragen sie die Kleidung, tragen sie auch die Kinder. Dennoch stiess ich bei der Frage «was würdet ihr denn so gerne tragen» auf wenig Inspiration, abgesehen von: «Man soll es auch ausserhalb der Pfadi tragen können.» Andererseits hatte ich somit in der Gestaltung äusserst freie Hand.

Gestaltung der Kleidung

Mir war es ein Anliegen, Kleidung zu produzieren, hinter der etwas steht. Es soll nicht nur einfach ein Logo sein, sondern eine gewisse Verbindung zur Pfadi beinhalten. Besonders Freude habe ich an dem Höhenprofil vom Wassberg (die Region, wo unsere Aktivitäten stattfinden), wo ich die Höhenlinien unserer Schweizer Landkarte abgezeichnet habe. Auf dem Design ist ausserdem der Standort unseres Pfadiheims eingezeichnet. Ausserdem beinhaltet die Kollektion das Motiv des weit verbreiteten Schweizer Recta-Kompasses, eine Sternkarte und den Morseschlüssel. Einzig der gelbe Fünkli-Hoodie inspirierte sich an einem bestehenden T-Shirt aus unserem aktuellen Sortiment. Da unsere Kindergärtner keine Hoodies haben, war ich der Meinung, dass es an der Zeit war, dass sie auch einen erhalten.

Mock-ups

Die Bilder zeigen das Model in der Natur. Die Kleider werden entsprechend ihrem realitätsnahem Einsatz gezeigt.

Der Aufwendige teil des Projektes war die Erstellung der Mock-ups. Da die Kleidung noch nicht existierte, verwendete ich einfarbige Kleidungsstücke, welche in der Nachbearbeitung umgefärbt werden mussten. Der Prozess des Umfärbens hat sehr gut funktioniert. Dabei habe ich nicht auf die Änderung des Farbtones gesetzt, sondern habe die Kleidung freigestellt, entsättigt und neu eingefärbt.

Die Bilder müssen korrekt den Falten entlang verzogen werden. Und gerade hier unterscheiden sich die Endresultate massiv. Neben dem Verzug müssen aber auch die geworfenen Schatten mit den Schatten übereinstimmen. Dunkelheit und Weichheit des Schattenwurfes müssen mit der Kleidung übereinstimmen.

Distribution

Das Bindeglied von Design und Mock-up bildet die Broschüre. Diese wird mit dem Quartalsversand den Eltern per E-Mail zugestellt, sowie physisch zur Verfügung gestellt.

Nach der Veröffentlichung des Quartalsversandes werden die Posts auf unserem Instagram-Account in sporadischen Abständen veröffentlicht.

Die Posts sind so konzipiert, dass sie in der Mitte halbiert werden (in der Export-Version ist die Mittel-Linie natürlich nicht vorhanden).

(vha)

Design

Die Designs gefallen mir an sich sehr gut. Allerdings wirkt das Gesamtkonzept sehr repetitiv: Es werden die selben Farben verwendet und das Motiv befindet sich auf dem Rücken.

Ausserdem gefällt mir die reduzierte Variante des Kompasses sehr gut, der nur die wichtigsten Elemente des Recta-Kompasses widerspiegelt.

Shooting

Die Bilder entstanden während der Golden-Hour. Die Location war allerdings schlecht gewählt, weil die Phase nicht sehr lange anhielt. Auf dem Titelbild ist das warme Licht gut zu erkennen, in späteren Bildern dann fast nicht mehr. Während dem Shooting hatte ich keinen ausreichenden Plan, auf welchem Bild ich welches Design abbilden möchte. Ich nutzte den Zeitraum um möglichst viele Bilder zu produzieren. Da der verwendete Hoodie und das Shirt sowieso immer die selben waren, entschied ich mich dazu, erst im Nachhinein zu überlegen, auf welches Bild ich das jeweilige Design applizieren werde. Im Rückblickend hätte ich mir bereits im Voraus überlegen sollen, welche Fotos ich effektiv benötige. Dadurch habe ich viele Bilder geschossen, die ich gar nicht brauchen konnte, z.B. etliche Bilder, wo der Hoodie von vorne zu sehen ist. Das führte dazu, dass sich die Designs teilweise den geschossenen Bildern richteten und nicht umgekehrt. Zum Beispiel nahm ich beim blauen Hoodie den Kompass auf die Seite. Im Umkehrschluss ermöglichte das mir, das repetitive Muster etwas zu durchbrechen.

Mock-ups

Die Mock-ups sind qualitativ sehr unterschiedlich ausgefallen. Viele Mock-ups wirken gerade auf den ersten Blick sehr überzeugend. Die Farben der Kleidungsstücke wirken sehr schön. Auf gewissen Bildern ist jedoch zu erkennen, dass die Farbe nicht dem original entspricht. Ein Paradebeispiel ist der gelbe Hoodie. Wenn man das Bild betrachtet, sagt das Bauchgefühl, dass es nicht die originalen Farben sind. Woran es liegt, kann ich nicht festlegen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es daher kommt, dass ich die farbige Kleidung entsättigt und neu eingefärbt habe. Dadurch verschwindet die warme Beleuchtung durch das Sonnenlicht oder kalte Schatten, wodurch Farbe etwas anders erscheinen.

Interessanterweise würde ich sagen, dass die Bilder mit dem Hoodie (der ja knall-rot war) besser funktioniert, als das verwendete weisse Shirt. Das hat mich sehr überrascht. Allerdings muss ich mir bei der Farbwahl das nächste mal im voraus mehr Gedanken machen. Die braunen Haare waren auf dem roten Hoodie äusserst schwierig zu maskieren, was auf den Bildern sehr gut zu erkennen ist, wo die Haare über der Kleidung liegen.

Die Mock-ups sind zufriedenstellend. Die Verzerrungen wirken gerade auf den ersten Blick sehr überzeugend. Beim genauem und kritischem betrachten dürfte jedoch schnell zu erkennen sein, dass es sich um ein Mock-up handelt. Gerade die Schattenwürfe verleihen dem Mock-up nochmals eine enorm reale Wirkung, aber auch hier ist bei genauem hinschauen das Mock-up zu entlarven.

Sehr unzufrieden bin ich mit der Textur. Mir war es nicht gelungen, die Mock-ups real wirken zu lassen. Fokus setzte ich da vor allem auf die Nahaufnahmen von der Kappe und den Socken. In Photoshop sollte es scheinbar einen «Embroidery»-Filter geben. Da der bei mir aber irgendwie nicht zur Verfügung war, war ich gezwungen auf KI zurück und liess mir das erstellte Design in einen Aufstick umwandeln. Das hat gut geklappt, allerdings gelang es mir, trotzt Einsatzmittel wie Schattenwürfe, nicht die Elemente Glaubhaft aufzusetzen. Gerade bei den Nahaufnahmen scheitert die Illusion sofort.