next frame.
MMP meets Fashion. Für dieses Projekt haben wir uns der Herausforderung gestellt, einen schlichten Merch für unseren Studiengang Multimedia Production zu gestalten und den gesamten kreativen Prozess auf Social Media zu begleiten. Was als Idee für ein einzelnes Kleidungsstück begann, entwickelte sich zu einem umfassenden Branding-, Design- und Kommunikationsprojekt.
Zu Beginn erstellten wir einen detaillierten Gameplan und nahmen Kontakt mit Labwear Studios auf, einer Produktionsfirma für hochwertige Textilveredelung. Nach ersten Telefonaten wurden wir nach Zürich eingeladen, wo wir einen ganzen Tag mit dem Team vor Ort verbrachten. Dabei erhielten wir wertvolle Einblicke in Produktionsabläufe, Materialien, Drucktechniken und Veredelungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie komplex die Entwicklung eines professionellen Merchandise-Artikels tatsächlich ist.
Ein wichtiger erster Schritt war die Entwicklung einer Markenidentität. Dafür analysierten wir zunächst bestehende Merchandise-Angebote der FHGR und schauten uns an, wie andere Studiengänge und Institutionen ihre Identität über Kleidung kommunizieren. Gleichzeitig sammelten wir sämtliche Begriffe, Werte und Assoziationen, die wir mit Multimedia Production verbinden. Daraus entstanden verschiedene Namensideen, wobei wir uns schliesslich zwischen «MMP Clothing» und «Next Frame» entscheiden mussten. Die Wahl fiel auf «Next Frame», da der Name den kreativen Charakter des Studiengangs besser widerspiegelt und gleichzeitig offen für verschiedene Interpretationen bleibt.
Parallel dazu entwickelten wir ein Logo sowie eine visuelle Guideline. Die Logoentwicklung erwies sich jedoch als anspruchsvoller als erwartet. Ursprünglich wollten wir mit einem verschwommenen Blur-Effekt arbeiten, mussten jedoch feststellen, dass sich dieser nicht sinnvoll vektorisieren liess. Nach zahlreichen Versuchen und alternativen Ansätzen entschieden wir uns bewusst für eine einfache, klare Wortmarke. Ergänzend definierten wir eine Brand Vision und die zentralen Werte der Marke: young, bold and unbothered. Die visuelle Kommunikation sollte bewusst modern, minimalistisch und englisch gehalten werden, während die Inhalte authentisch in Schweizerdeutsch vermittelt werden.
Da wir den gesamten Prozess dokumentieren wollten, entstand früh das Social-Media-Konzept. Unter dem Namen @nextframeproject richteten wir einen Instagram-Account ein. Aber schau am Besten selbst vorbei.
nextframe auf Instagram: https://www.instagram.com/nextframeproject?igsh=MmJ4cGEzbzcydDl4





Dafür entwickelten wir zunächst ein passendes Profilbild sowie eine Bio mit dem Slogan «MMP meets Fashion – Students on a Mission», um die Idee des Projekts bereits auf den ersten Blick verständlich zu machen. Anschliessend erarbeiteten wir einen klaren Leitfaden für unsere Inhalte. Unsere Videos sollten schnelle Schnitte, unterschiedliche Perspektiven und einen leicht verspielten, aber dennoch strukturierten Stil aufweisen. Ziel war es, nicht nur das Endprodukt zu präsentieren, sondern den gesamten Entstehungsprozess sichtbar zu machen. Schnell merkten wir, dass wir unseren Studiengang Multimedia Production zunächst erklären mussten und gleichzeitig unsere Fortschritte, Herausforderungen und Learnings teilen wollten. Dafür produzierten wir mehrere Reels, Storys und Feed-Posts. Jeder Beitrag erforderte Planung, Skripting, Dreharbeiten, Schnitt und Überarbeitung. Zusätzlich filmten wir einzelne Sequenzen mit einer Sony Handycam, um den Beiträgen einen eigenen visuellen Charakter zu verleihen.




Auch die Produktentwicklung durchlief mehrere Stationen. Nach langen Diskussionen entschieden wir uns zunächst für ein T-Shirt und ein Sweatshirt. Beim Besuch bei Labwear erhielten wir detaillierte Einblicke in sämtliche produktionstechnischen Entscheidungen. Von Stoffgewicht, Schnitt und Farben über Distressing und Sticktechniken bis hin zur Anzahl der Nähte am Halsbund. Für beide Produkte entwickelten wir erste Konzepte und Designideen. Während wir beim T-Shirt relativ schnell eine klare Richtung fanden, waren wir mit dem Design des Sweatshirts nie vollständig zufrieden. Trotz verschiedener Ansätze fehlte uns das Gefühl, ein Konzept gefunden zu haben, das uns genauso überzeugte wie das T-Shirt. Gleichzeitig wurde im Verlauf klar, dass die Umsetzung eines zweiten Kleidungsstücks sowohl zeitlich als auch finanziell zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen würde. Da ein einzelnes Sample je nach Ausführung bis zu 300 Franken kosten kann und die Produktionszeit zwischen sechs und zwölf Wochen beträgt, beschlossen wir schliesslich, unseren Fokus vollständig auf das T-Shirt zu legen.
Der kreative Prozess war stark von Experimenten geprägt. Wir sammelten zahlreiche Inspirationsquellen und entwickelten unterschiedliche Designansätze. Besonders inspirierte uns der spielerische Umgang mit Typografie und Sprache. Schnell war klar, dass wir einen modernen Frontprint umsetzen wollten. Nach verschiedenen Textideen entschieden wir uns schliesslich für den Claim «I want u in my next frame.» Der Begriff „Frame“ kann dabei als Filmframe, fotografischer Ausschnitt oder Metapher für Begegnungen und kreative Zusammenarbeit verstanden werden. Genau diese Offenheit machte den Claim für uns besonders interessant.
Neben gestalterischen Herausforderungen mussten wir uns auch in verschiedene Programme einarbeiten. Sowohl Adobe Illustrator als auch InDesign waren für uns weitgehend neu. Im Verlauf des Projekts wurde zudem deutlich, dass wir für die Organisation der Bestellungen eine strukturierte Bestellübersicht benötigen würden. Deshalb mussten wir uns auch mit Excel auseinandersetzen und eine Tabelle entwickeln, in der sämtliche Bestellungen übersichtlich erfasst und verwaltet werden konnten. Hinzu kamen technische Schwierigkeiten beim Videoschnitt in Premiere Pro, bei dem exportierte Videos zunächst überbelichtet erschienen. Erst nach intensiver Recherche und mehreren Tutorials konnten wir das Problem lösen. Auch beim Filmen mussten wir lernen, mit den Rode-Mikrofonen zuverlässig zu arbeiten, da Tonaufnahmen teilweise versehentlich über die Smartphone-Mikrofone aufgezeichnet wurden und erneut aufgenommen werden mussten.
Im weiteren Verlauf beschäftigten uns zunehmend organisatorische Fragen: Wie erfolgt die Bestellung? Wie kalkulieren wir einen fairen Preis für Studierende? Wie organisieren wir Verpackung, Kommunikation und Auslieferung? Gleichzeitig mussten wir aufgrund technischer Umstellungen bei Labwear mehrere Wochen auf den Produktionsstart warten, da die Website überarbeitet wurde und Produktionsslots zunächst nur begrenzt verfügbar waren. Durch diese technischen Herausforderungen standen wir regelmässig telefonisch mit verschiedenen Ansprechpersonen von Labwear in Kontakt, um offene Fragen zu klären, Updates zum Stand der Umstellung zu erhalten und den weiteren Ablauf der Bestellung zu koordinieren.
Einen besonderen Meilenstein stellte schliesslich die finale Bestellung unseres Merchandise dar. Nachdem wir sämtliche Bestellungen über Direktnachrichten erfasst und bearbeitet hatten, konnten wir die Produktion in Auftrag geben. Damit blieb das Projekt nicht auf der konzeptionellen Ebene stehen, sondern wurde erfolgreich in die praktische Umsetzung überführt. Die fertigen Produkte werden im Sommer an Studierende und weitere Käuferinnen und Käufer ausgegeben.
Das Projekt war für uns weit mehr als die Gestaltung eines Kleidungsstücks. Es wurde zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Markenentwicklung, Identität, Produktion, Social Media und strategischer Kommunikation und zeigte, wie sich ein Studiengang in ein modernes, tragbares Konzept übersetzen lässt. Gleichzeitig stellte uns auch die Zusammenarbeit im Team vor Herausforderungen. Da wir beide nicht immer am selben Ort waren, mussten wir unsere Termine sorgfältig koordinieren, um gemeinsam in Chur filmen, Inhalte produzieren und Entscheidungen treffen zu können. Viele Abläufe und kreative Diskussionen fanden deshalb entweder vor Ort oder telefonisch statt. Dadurch lernten wir, unsere Kommunikation klar zu strukturieren, Verantwortlichkeiten abzusprechen und fixe Zeitfenster für das Projekt einzuplanen.
(mmi)
Rückblickend war das Projekt für uns vor allem deshalb wertvoll, weil es sich im Verlauf deutlich anders entwickelte als ursprünglich geplant. Zu Beginn hatten wir eine relativ klare Vorstellung davon, wie das Endprodukt aussehen sollte und welche Schritte dafür notwendig sind. Im Projektverlauf merkten wir jedoch schnell, dass viele unserer Annahmen zu vereinfacht waren. Die ursprüngliche Idee eines klassischen Werbevideos für den Merchandise mussten wir beispielsweise verwerfen, da uns bewusst wurde, dass der Produktionsaufwand und die verfügbaren Ressourcen nicht im Verhältnis zum Zeitrahmen standen. Stattdessen entschieden wir uns bewusst für eine Social-Media-orientierte Kommunikationsstrategie. Diese Anpassung zeigte uns, wie wichtig es ist, flexibel zu bleiben und Projekte laufend an neue Erkenntnisse anzupassen.
Besonders deutlich wurde uns, wie wenig wir zu Beginn über Textilproduktion und Merchandise-Entwicklung wussten. Viele Entscheidungen, die auf den ersten Blick simpel erschienen, erwiesen sich als deutlich komplexer. Durch die Zusammenarbeit mit Labwear Studios erhielten wir Einblicke in Produktionsprozesse, Materialien und Veredelungsmöglichkeiten, die wir vorher kaum kannten. Dabei lernten wir, dass gutes Design nicht nur von kreativen Ideen abhängt, sondern immer auch von technischen, finanziellen und produktionstechnischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird.
Auch die Entwicklung unserer Markenidentität war für uns ein wichtiger Lernprozess. Vor allem bei der Logoentwicklung mussten wir feststellen, dass nicht jede kreative Idee technisch umsetzbar ist. Einige Konzepte, von denen wir anfangs überzeugt waren, mussten wir wieder verwerfen. Anfangs empfanden wir diese Rückschläge als frustrierend. Rückblickend halfen sie uns jedoch dabei, unsere Ideen kritischer zu hinterfragen und gestalterische Entscheidungen bewusster zu treffen. Wir lernten, dass Einfachheit oft wirkungsvoller sein kann als ein aufwendiges Konzept.
Eine weitere Herausforderung war die technische Umsetzung unserer Ideen. Da wir bisher nur wenig Erfahrung mit Programmen wie Adobe Illustrator, InDesign oder teilweise auch Excel hatten, benötigten viele Arbeitsschritte mehr Zeit als erwartet. Oft mussten wir uns zunächst Wissen aneignen, bevor wir überhaupt mit der eigentlichen Umsetzung beginnen konnten. Gleichzeitig zeigte uns dieser Prozess, wie wichtig die Bereitschaft ist, sich selbstständig in neue Werkzeuge einzuarbeiten. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir viele Probleme eigenständig lösen konnten und dadurch im Umgang mit verschiedenen Programmen deutlich sicherer geworden sind.
Auch die Produktion unserer Social-Media-Inhalte verlief nicht immer reibungslos. Technische Probleme bei Tonaufnahmen oder beim Videoschnitt führten dazu, dass wir einzelne Aufnahmen mehrfach wiederholen mussten. Anfangs empfanden wir solche Situationen als Rückschritte. Mit der Zeit lernten wir jedoch, solche Probleme als normalen Bestandteil kreativer Projekte zu betrachten und flexibler damit umzugehen.
Eine wichtige Erkenntnis aus dem gesamten Projekt betrifft unsere Zeitplanung. Mehrere Arbeitsschritte, insbesondere Recherche, Entscheidungsprozesse und technische Einarbeitungen, hatten wir zu Beginn unterschätzt. Rückblickend würden wir gewisse Prozesse früher strukturieren und Pufferzeiten bewusster einplanen. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass kreative Projekte selten linear verlaufen und dass unerwartete Herausforderungen oft genauso lehrreich sind wie die geplanten Arbeitsschritte.
Besonders positiv blicken wir auf unsere Zusammenarbeit zurück. Da wir nicht immer am selben Ort arbeiteten, mussten wir lernen, unsere Kommunikation bewusst zu organisieren, Verantwortlichkeiten klar aufzuteilen und regelmässig gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Gerade durch den kontinuierlichen Austausch konnten wir Herausforderungen gemeinsam bewältigen und unterschiedliche Perspektiven in das Projekt einbringen.
Insgesamt hat uns das Projekt gezeigt, dass die Entwicklung eines Produkts weit über die reine Gestaltung hinausgeht. Wir setzten uns nicht nur mit Design auseinander, sondern auch mit Branding, Kommunikation, Organisation, Produktion und Projektmanagement. Gerade die Schwierigkeiten und Umwege machten den grössten Teil unseres Lerngewinns aus und halfen uns dabei, unsere eigenen Arbeitsweisen kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.