MMMP Bern – Merch für’s H8
Merch für unser kleines Ökosystem der MMP Bern zu designen, war mein Ziel. Denn unsere grosse WG am Holzikofenweg 8 ist einzigartig: Zwar gehören wir verwaltungstechnisch zur FHGR und sind auch mit der HKB an der BFH verbunden, doch als Standort sind wir eigenständig und liegen Kilometer vom Hauptsitz entfernt. Mit Stolz wollen wir unser tolles Studium nach aussen tragen. Doch die aktuellen offiziellen Sticker sind veraltet, Hoodies mit Steinböcken einfach unpassend und die Jutebeutel der HKB zu abgespaced. Daraus entstand MMMP Bern – Merch Multimedia Production Bern: mein Digezz, mein Herzensprojekt und mein unternehmerisches Debüt.
Von der Idee zum interaktiven Designprozess
Der Weg dorthin war holprig. Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der FHGR wurde leider abgelehnt, weshalb alles kostendeckend produziert werden musste, ein Faktor, der die Preise leider in die Höhe trieb. Um trotzdem alle abzuholen, setzte ich auf einen Kompromiss: Hochwertige Pullis und günstigen Stickers für alle Budgets.
MMP Bern Merch soll für alle da sein. Darum durften alle MMP Berner*innen in einem interaktiven Designprozess drei Tage lang über Farben, Stil und Sujets mitentscheiden. Das Resultat war eindeutig: Schwarz-Blau trifft auf naive Illustration mit Punk-Vibe. Diese Inputs wurden zum Kompass für meine Skizzenphasen: von „cursed Ideas“ während des Unterrichts bis zur finalen Metapher: Ein gammelnder Kühlschrank, vollgestopft mit MMP-Items, Bern-Insiders (wie z.B. Babies, Ping-Pong oder Milch). Inspiriert von einem ekligen Foto des Kühlschranks im Gruppenchat des Standortes, wurde dieses Motiv zum Herzstück, auch wenn die geplante Risographie-Optik technisch dem Siebdruck weichen musste.





Produktion mit Liebe und schwitziges Coden
„Mit Liebe produziert“ war kein plakativer Spruch: Ich setzte bewusst auf Schweizer Kleinunternehmen wie „7druck“ und „Stickeryeti«, die unsere Unterstützung wert sind, auch wenn dies die Preise etwas in die Höhe treibt. Die Bestellwebsite war eigentlich nicht geplant. Doch meine Recherche ergab, dass kostenlose Online-Tools für Bestellungformulare, die man im HTML einbinden kann, oft limitiert sind (was mir später noch zum Verhängnis werden sollte). Nach einem Prototyp in Figma hiess es dann doch: Selber machen. Zusammen mit meinem Freund Fabrice, gelernter Informatiker und certified Nerd, codierte ich in vielen Abendstunden den PHP-Teil der Website: Das Formular musste funktionieren, Daten speichern und Mails verschicken. Er erklärte mir, ich habe versucht so gut wie möglich selber, aber konnte natürlich immer wieder auf seine Hilfe zurückgreifen. Ein intensiver Lernprozess, aber notwendig.
Hier die Bestellwebsite: https://mmmp.inexomit.myhostpoint.ch


Fazit: Stolz trotz Minusgeschäft
Der Launch der Website lief zeitgleich mit dem Fertigstellen des Designs am 13. Mai. In nur vier Tagen gingen 17 Pulli und 30 Sticker Bestellungen ein. Rein rechnerisch ein Minusgeschäft wegen der Mindestabnahmemenge von 25 Pullover, doch der persönliche Vertrieb am Holzikofenweg wog das auf. Es war sympathisch, direkt und zeigte den echten Bedarf: Selbst Leute ohne Vorbestellung wollten plötzlich einen Pulli. Wenn ich heute sehe, wie MMPler aus Bern diese Designs tragen, weiss ich: Es hat sich gelohnt. I DID THAT!


(mbi)
Zeitmanagement & das PHP-Monster
Mit dem Endergebnis bin ich zufrieden, doch der Weg dorthin war geprägt von unnötigem Stress durch unrealistische Planung. Ich habe meine eigene Effizienz massiv überschätzt. Der grösste Stolperstein war der unerwartete Workload durch das PHP-Coding. Hätte ich im Vorfeld gründlicher recherchiert, wäre klar gewesen, dass kostenlose Fromular -Tools (wie Formspree, oder Getform) limitiert sind, stattdessen verbrachte ich nächtelang mit dem Erlernen von Code, den ich eigentlich schon früher hätte einplanen müssen. Dazu kam, dass das Design kurzfristig umgeworfen werden musste, weil meine ursprüngliche Risographie-Optik für den Siebdruck technisch unmöglich war. Design und Website mussten somit simultan unter Hochdruck fertiggestellt werden, sodass es sicher ein paar Wochen ziemlich intensiv war. Das Fazit für das nächste Mal: Sorgfältigere Recherche, striktere Einhaltung des Exposé-Zeitplans und eine klare Trennung der Phasen: erst das Design finalisieren, dann die Technik bauen. Da ich neben dem Studium noch arbeitete und viele andere Abgaben parallel liefen, fehlte oft der Puffer. Denn ich bin totale Anfängerin, im Code wie auch beim Design. Ich musste mir viele Skills erst während des Prozesses aneignen, was mich verlangsamte. Bessere Planung hätte hier zu besserem Design und weniger Stress geführt.
Vertrieb & Die Hürde der Sichtbarkeit
Meine Erwartungen an die Bestellmenge waren hoch, doch die Realität holte mich ein. Der relativ hohe Preis der Pullis und die extrem kurze Bestellfrist von nur vier Tagen bremsten den Erfolg. Hauptgrund war jedoch unzureichende Werbung: Es fehlte am nötigen „Hype“. Der MMP-Fullhouse-Chat als einziger Kommunikations-Kanal war zu wenig, da gehen wichtige Informationen im Alltagsgeschehen unter. Auch meine Pläne für begleitende Dokumentation, etwa ein Instagram-Reel, mussten der Abgabefrist weichen und wurden auf „nachher“ verschoben. Trotzdem überwiegt das Positive: Die Nachfrage ist da. Von den Abnehmer*innen kam direkt der Wunsch, das Projekt nächstes Jahr mit neuen Artikeln wie T-Shirts oder Capps auszubauen. Es ist eine gute Erfahrung geworden, bei der ich weiss: Da ist noch viel Luft nach oben. Mit professionellerem Zeitmanagement und einer breiteren Marketing-Strategie stehen die Zeichen für den nächsten Durchlauf auf noch grösseren Erfolg.