Mixtape – Zwischen Experiment und Leidenschaft
Seit meinem letzten Digezz-Projekt, bei dem ich erstmals einen eigenen Song in FL Studio produziert habe, hat mich Musikproduktion nicht mehr losgelassen. Aus einer anfänglichen Neugier wurde schnell ein neues Hobby, das mittlerweile einen festen Platz in meiner Freizeit eingenommen hat.
Musikproduktion ist für mich heute nicht nur ein kreatives Ventil, sondern auch eine Möglichkeit, nach einem stressigen Studienalltag abzuschalten und neue Ideen auszuprobieren. Deshalb habe ich mich in diesem Semester bewusst für das Modul Make it Sound entschieden, um mein musikalisches Wissen weiter auszubauen und mehr über Produktion, Arrangement, Sounddesign und Mixing zu lernen.
Das Mixtape besteht aus vier Tracks, die speziell für dieses Projekt entstanden sind, sowie einem zusätzlichen Song aus dem Modul Make it Sound. Da mir dieser Track besonders gut gefällt und er ebenfalls Teil meiner musikalischen Entwicklung in diesem Semester ist, habe ich ihn als fünftes Stück in das Mixtape aufgenommen. Alle Songs sind auf SoundCloud verfügbar.
Musikalisch lässt sich das Projekt nur schwer einem einzelnen Genre zuordnen. Während des Produktionsprozesses habe ich mich von sehr unterschiedlichen Künstlerinnen, Künstlern und Stilrichtungen inspirieren lassen. Teilweise waren es moderne elektronische Produktionen, teilweise ältere Pop-Songs oder einzelne Elemente aus Club-, Dance- und Trapmusik. Statt mich bewusst auf einen Stil festzulegen, wollte ich verschiedene Ideen ausprobieren und herausfinden, welche Klangwelten mich aktuell besonders interessieren.
Ein besonderer Fokus lag auf den Drum-Patterns und dem Rhythmusgefühl der einzelnen Tracks. Während des Projekts habe ich mich intensiv mit verschiedenen Percussion-Elementen, Grooves und Übergängen beschäftigt. Gleichzeitig konnte ich meine Kenntnisse im Umgang mit FL Studio vertiefen und zahlreiche neue Plugins ausprobieren. Inzwischen arbeite ich zusätzlich mit einem MIDI-Keyboard, wodurch noch mehr Instrumente und Klangfarben in den Produktionsprozess eingeflossen sind. Besonders die verschiedenen Piano-, Synthesizer- und String-Sounds eröffneten neue Möglichkeiten beim Komponieren und Arrangieren.

Ursprünglich war zudem geplant, mit einer befreundeten Sängerin zusammenzuarbeiten. Für mehrere Songs wurden bereits Gesangsspuren aufgenommen und erste Versionen der Tracks erstellt. Da sie aktuell jedoch mit einem Label zusammenarbeitet und eigene Veröffentlichungen vorbereitet, wurde entschieden, die gemeinsamen Songs vorerst nicht zu veröffentlichen. Aus diesem Grund erscheinen die meisten Stücke aktuell als Instrumentalversionen. Die Arrangements wurden entsprechend angepasst, sodass die Beats auch ohne Gesang eigenständig funktionieren. Lediglich ein Track enthält gesprochene beziehungsweise vokale Elemente von mir selbst.
Für das Cover entstand ein kleines Fotoshooting mit Freunden. Ziel war es nicht, klassische Portraits zu fotografieren, sondern die Atmosphäre eines improvisierten DJ-Setups einzufangen. Deshalb stehen auf dem Cover weder Gesichter noch einzelne Personen im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Stimmung rund um das Mischpult, die Technik und die gemeinsame Begeisterung für Musik. Das Bild soll die Energie und die kreative Umgebung widerspiegeln, in der die Tracks entstanden sind.
Das Projekt versteht sich insgesamt als Momentaufnahme meines aktuellen musikalischen Interesses. Es dokumentiert einen kreativen Prozess, der weit über die eigentliche Studienaufgabe hinausgeht und den ich auch in Zukunft weiterverfolgen möchte.
(mbi)
Reflexion
Rückblickend war dieses Projekt für mich vor allem deshalb interessant, weil es sich deutlich persönlicher angefühlt hat als viele andere Arbeiten. Da Musikproduktion inzwischen zu meinen wichtigsten kreativen Hobbys gehört, war die Motivation während des gesamten Prozesses sehr hoch. Viele der entstandenen Tracks wurden nicht nur für die Abgabe produziert, sondern auch, weil ich selbst Freude daran hatte, neue Sounds, Rhythmen und Arrangements auszuprobieren.
Die grösste Herausforderung lag im Mixing und Mastering der Songs. Obwohl ich inzwischen deutlich sicherer mit FL Studio arbeite als noch zu Beginn meines ersten Musikprojekts, habe ich festgestellt, dass Musikproduktion mit zunehmendem Wissen nicht unbedingt einfacher wird. Je mehr Techniken, Plugins und Möglichkeiten man kennenlernt, desto komplexer werden oft auch die Entscheidungen im Produktionsprozess. Besonders beim Mixing hatte ich häufig das Gefühl, dass neue Erkenntnisse gleichzeitig neue Fragen aufwerfen. Dadurch wurde mir bewusst, wie viel Erfahrung und Übung notwendig sind, um einen Mix wirklich gezielt kontrollieren zu können.
Besonders bei einem der Tracks hatte ich grosse Schwierigkeiten, den gewünschten Klang zu erreichen. Trotz zahlreicher Anpassungen und mehr als zwanzig Exports klang der Song nach dem Rendern nie genau so wie innerhalb des Projekts. Einzelne Elemente überlagerten sich anders als erwartet und die Balance zwischen den Instrumenten wirkte nicht so sauber wie in den anderen Songs. Obwohl ich mit dem musikalischen Grundkonzept, dem Beat und der Rhythmik dieses Songs zufrieden bin, blieb das Ergebnis technisch hinter meinen Erwartungen zurück. Gleichzeitig hat mir genau dieses Problem gezeigt, wie wichtig das Verständnis von Mixing und Mastering für die Wirkung eines Tracks ist.
Eine weitere Herausforderung war mein eigener Perfektionismus. Oft habe ich sehr viel Zeit mit Details verbracht, die vermutlich nur mir selbst auffallen. Gerade bei Lautstärken, Übergängen oder kleinen Klangveränderungen habe ich teilweise lange an einzelnen Stellen gearbeitet, obwohl die Unterschiede für andere Hörerinnen und Hörer kaum wahrnehmbar sind. Gleichzeitig gehört dieser Prozess aber auch zur Musikproduktion dazu und hat mir geholfen, mein Gehör weiter zu schulen und bewusster auf Feinheiten zu achten.
Trotz dieser Schwierigkeiten überwiegt für mich eindeutig das Positive. Das Projekt hat mir gezeigt, wie viel Freude mir das Produzieren von Musik bereitet und wie stark sich meine Fähigkeiten seit meinem ersten Songprojekt weiterentwickelt haben. Besonders im Bereich Sounddesign, Arrangement und Rhythmusgestaltung konnte ich viel dazulernen. Auch wenn nicht jeder Track perfekt geworden ist, sehe ich das Mixtape als wichtigen Zwischenschritt meiner musikalischen Entwicklung.
In Zukunft möchte ich weiterhin Musik produzieren und mich insbesondere im Bereich Mixing und Mastering verbessern. Das Projekt hat mir gezeigt, dass ich mich langfristig mit diesem Thema beschäftigen möchte und dass die Musikproduktion für mich weit mehr geworden ist als nur eine Studienaufgabe. Gerade weil das Projekt so stark mit meinen persönlichen Interessen verbunden ist, werde ich auch nach dem Semester weiter an neuen Songs arbeiten und meine Kenntnisse kontinuierlich ausbauen.