Mein erstes ausführliches Videoskript
Für dieses Projekt wollte ich herausfinden, wie sich meine Content-Produktion verändert, wenn ich ein Video nicht wie gewohnt spontan plane, sondern von Anfang an mit einem ausführlichen Skript arbeite.
Dafür schrieb ich erstmals eine komplette Geschichte Wort für Wort aus und plante sämtliche Dialoge sowie Szenen bereits vor dem Dreh. Dieser Prozess war deutlich aufwendiger als meine bisherige Arbeitsweise und nahm viel Zeit in Anspruch.
Zum Skript: https://canva.link/uwd3jkstxfsnalp
Aus dem Konzept entstanden schliesslich zwei Content Pieces: eine Long-Version und eine Short-Version für Social Media.
Gepostet auf x._agnes Kanal:
Dieses Video läufts als Ads der PostFinance: https://youtube.com/shorts/ZZWBm77gvqQ?si=LNpDbOGBOkk2wUlL
Besonders an diesem Projekt war, dass der Fokus nicht auf dem fertigen Video lag, sondern auf dem Experiment, eine neue Produktionsart auszuprobieren. Ich habe herausgefunden, dass eine detaillierte Planung vor dem Dreh für mehr Struktur und Klarheit im Produktionsprozess sorgt, gleichzeitig aber die Herausforderung mit sich bringt, Dialoge und Szenen natürlich wirken zu lassen.
(mmi)
Umsetzung
Für die Kampagne entwickelte ich zunächst verschiedene Ideen, die zum Kampagnenclaim «Ich so, andere so» passten. Die Ideenfindung nahm dabei den grössten Teil der Vorproduktion ein, da mir wichtig war, ein Konzept zu entwickeln, das sowohl zur Marke PostFinance als auch zu meiner Community passt.
Anschliessend schrieb ich erstmals ein vollständiges Skript, in dem sämtliche Dialoge und Szenen bereits vor dem Dreh festgelegt wurden. Dies war für mich ungewohnt, da ich normalerweise ohne detaillierte Skripte arbeite. Während des Prozesses passte ich die Idee mehrfach an und schrieb insgesamt drei verschiedene Skriptversionen, bis die Geschichte die gewünschte Form hatte. Das Skript entwickelte sich dadurch zu einem deutlich grösseren Projekt als ursprünglich geplant.
Für die Umsetzung arbeitete ich mit meiner Schwester zusammen, die im Video als Protagonistin auftrat. Gemeinsam drehten wir das Material für eine Long-Version und eine Short-Version. Der Schnitt erfolgte anschliessend in der Postproduktion, wo ich die einzelnen Szenen zusammenfügte und an die jeweiligen Formate anpasste.
Während des Schreibprozesses stellte ich fest, dass es schwierig ist, Dialoge zu formulieren, die vor der Kamera natürlich wirken. Um die Texte realistischer zu gestalten, sprach ich die einzelnen Passagen laut aus, als würde ich direkt in die Kamera sprechen, und notierte die Formulierungen anschliessend. Diese Methode half mir dabei, authentischere Dialoge zu schreiben.
Herausforderungen
Die grösste Herausforderung bestand darin, die geskripteten Szenen natürlich wirken zu lassen. Während des Drehs stellte sich heraus, dass es für Personen ohne Schauspielerfahrung schwierig sein kann, vorgegebene Texte Wort für Wort umzusetzen und gleichzeitig authentisch zu bleiben. Dadurch mussten einzelne Szenen mehrfach wiederholt werden, bis sie überzeugend wirkten.
Ein wichtiges Learning aus diesem Projekt war deshalb, Protagonistinnen und Protagonisten künftig noch besser auf den Dreh vorzubereiten. Rückblickend würde ich bei ähnlichen Produktionen weniger auf starre Dialoge setzen und stattdessen die zentralen Botschaften definieren. So könnten die Beteiligten die Inhalte in ihren eigenen Worten ausdrücken, was wahrscheinlich zu natürlicheren Ergebnissen führen würde.
Auch die Ideenfindung stellte eine Herausforderung dar. Da das Projekt für einen Kunden umgesetzt wurde, war es mir wichtig, dass die Idee sowohl zum Kampagnenclaim als auch zu den Erwartungen von PostFinance passt. Die Entwicklung des Konzepts nahm deshalb viel Zeit in Anspruch.
Rückblickend denke ich zudem, dass ich bei zukünftigen Projekten stärker überlegen würde, weshalb Zuschauerinnen und Zuschauer ein Video aktiv teilen sollten. Der Fokus lag in diesem Projekt vor allem auf einem nachvollziehbaren Struggle-Moment. Dieser sorgte zwar für Aufmerksamkeit und hielt die Zuschauer bis zum Ende im Video, bot jedoch weniger Anreiz, den Inhalt weiterzuverbreiten. Künftig möchte ich deshalb stärker auf inspirierende oder überraschende Elemente setzen, die einen zusätzlichen Mehrwert schaffen und das Teilen fördern.
Zudem möchte ich nächsten mal besser durchdenken wie das kürzere Video aus dem längeren Video auch genug auszusagen hat. Es war eine Herausforderung ein kurzes Video aus dem längeren zu machen. Denn alles musste irgendwie spannend bleiben für diese kurze Zeitspanne. Nächstes Mal will ich es ausführlicher Vorbereiten.
Trotz der Herausforderungen hat sich das Experiment für mich gelohnt. Ich konnte wertvolle Erfahrungen im Bereich Skriptentwicklung sammeln und habe gelernt, welche Vor- und Nachteile eine vollständig geskriptete Produktion mit sich bringt. Besonders erfreulich war, dass die finale Version den Erwartungen des Kunden entsprach und das ausführliche Storytelling positiv aufgenommen wurde.