Medienproduktion in Südafrika als Grundlage einer Portfolio-Webseite
Im Modul Interaktive Medien bestand die Aufgabe darin, eine eigene Portfolio-Webseite zu konzipieren und umzusetzen. Für mich war relativ früh klar, dass ich diese Webseite nicht nur als Studienleistung sehen wollte, sondern auch als potenzielles Angebot nach außen. Entsprechend war mein Anspruch, ein Portfolio zu schaffen, das meine gestalterischen und technischen Fähigkeiten möglichst breit abbildet.
Ein Vorteil war, dass ich bereits über viel Bildmaterial verfügte. Der Großteil meines bestehenden Portfolios bestand jedoch aus Tierporträts, die stilistisch und inhaltlich sehr ähnlich waren. Für eine Portfolio-Webseite, die auch als Grundlage für zukünftige Aufträge dienen soll, war mir dieses Spektrum zu einseitig. Genau an diesem Punkt kam für mich Digezz ins Spiel.
Mir war klar, dass ich eine weitere Reise nach Südafrika unternehmen würde, um gezielt fehlende Inhalte für mein Portfolio zu produzieren und dieses bewusst zu erweitern. Dabei ging es nicht darum, möglichst viel Material zu sammeln, sondern gezielt neue Bereiche abzudecken, die bisher kaum oder gar nicht vertreten waren.
Schwerpunkt Video & technische Umsetzung
Der größte Fokus lag auf einem rund dreiminütigen Video, das in 4K mit 50 FPS aufgenommen wurde. Gedreht wurde im C-Log-Profil, wodurch ich in der Post-Production deutlich mehr Spielraum hatte. Da ich mir zuvor eine neue Kamera (EOS R5 Mark II) angeschafft hatte und bereits über ein solides Grundwissen im Bereich Log-Recording verfügte, konnte ich mich relativ schnell auf den eigentlichen Inhalt konzentrieren. Entsprechend wichtig war mir, das Resultat sauber aufzubereiten und sinnvoll in mein Portfolio zu integrieren.
Link zum Video:
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Erweiterung des Foto-Portfolios
Neben dem Video war mir auch wichtig, mein bestehendes Foto-Portfolio gezielt zu ergänzen. Da ich bereits sehr viele Tierporträts hatte, erstellte ich im Vorfeld eine Liste mit Motiven und Techniken, die bislang fehlten.
Ein großer Schwerpunkt lag dabei auf Action-Fotografie, insbesondere auf Vögeln im Flug. In diesem Bereich hatte ich kaum Erfahrung. Um die Flügelbewegungen sauber einzufrieren, musste ich mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten und auf den elektronischen Verschluss wechseln. Gleichzeitig war es eine Herausforderung, einen Shutter-Speed zu finden, der einerseits genügend Bewegung einfriert, andererseits aber nicht zu dunkle Bilder produziert.

Weitere geplante Ergänzungen waren Langzeitbelichtungen sowie Makro-Aufnahmen. Gerade diese Bereiche kamen jedoch etwas zu kurz, da die Priorität klar beim Video lag und dieses sehr viel Zeit beanspruchte.
Insgesamt kehrte ich dennoch mit rund 12.000 Fotos zurück, darunter viele Serienaufnahmen mit hoher Bildfrequenz, vor allem im Bereich der Vogelfotografie.
Fazit
Zusammenfassend war das Projekt eine wichtige Erweiterung meines Portfolios – sowohl inhaltlich als auch technisch. Der Fokus auf Video, kombiniert mit gezielten fotografischen Experimenten, half mir dabei, mein Portfolio breiter aufzustellen und bewusster zu kuratieren. Auch wenn nicht alle geplanten Inhalte realisiert werden konnten, habe ich vor allem im Bereich Video und Action-Fotografie viel dazugelernt und konnte diese Erfahrungen direkt in meine Portfolio-Webseite integrieren.
Link zur Webseite:
(vha)
Reflexion: Kritische Punkte & Learnings
Erfahrung mit Shutter-Speed und Lichtverhältnissen bei Action-Fotografie
Ein zentrales Learning ergab sich bei der Vogelfotografie. Gerade bei Vögeln im Flug brauchte es einige Zeit, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, welcher Shutter-Speed bei welchen Lichtverhältnissen sinnvoll ist. Zu Beginn waren viele Aufnahmen entweder zu dunkel oder die Flügel nicht ausreichend eingefroren. Erst durch kontinuierliches Ausprobieren und Vergleichen verschiedener Einstellungen konnte ich passende Werte finden.
→ Learning: Diese praktische Erfahrung ist sehr wertvoll und hilft mir künftig, schneller auf ähnliche Situationen zu reagieren und geeignete Einstellungen intuitiver zu wählen.
Nutzung von benutzerdefinierten Kameramodi (C1–C3)
Da ich die Kamera noch nicht sehr lange nutzte, wurde mir erst während der Dreharbeiten bewusst, wie hilfreich die benutzerdefinierten Modi C1, C2 und C3 sind. Mit der Zeit legte ich mir feste Setups an, etwa einen Modus für 4K-Aufnahmen mit 50 FPS in LOG und einen weiteren ohne LOG für schwierigere Lichtverhältnisse, insbesondere in den Abendstunden. In diesen Situationen machte LOG aufgrund der ohnehin dunklen Umgebung keinen Sinn mehr.
→ Learning: Vorgespeicherte Kameraeinstellungen erhöhen die Effizienz erheblich und helfen dabei, schneller zwischen unterschiedlichen Aufnahmebedingungen zu wechseln.
Verständnis von Photo Bracketing bei Makroaufnahmen
Bei den Makroaufnahmen brauchte ich eine gewisse Zeit, um das Prinzip des Photo Bracketing vollständig zu verstehen. Anfangs ging ich davon aus, dass jede Aufnahme einzeln betrachtet wird und man im Nachhinein das beste Bild auswählt. Erst später wurde mir klar, dass die einzelnen Bilder in der Post-Production zusammengefügt werden, um eine größere Schärfentiefe zu erzielen.
→ Learning: Ein korrektes Verständnis von Aufnahmetechniken und deren Weiterverarbeitung ist entscheidend, um das volle Potenzial dieser Methoden auszuschöpfen.