Licht und Wein
Wie lässt sich ein schlicht gestalteter Wein allein durch Licht in ein cinematisches Erlebnis verwandeln? Dieser Herausforderung stelle ich mich in meinem Projekt „Licht und Wein“. Im Zentrum stand nicht das Produktdesign selbst, sondern die Interaktion zwischen Licht, Glas und Flüssigkeit.
Experimenteller Zugang: Licht als Hauptdarsteller
Der Entstehungsprozess war stark experimentell geprägt. Ziel war es, die Lichtbrechung im Weisswein sowie die Reflexionen auf der Glasoberfläche präzise zu steuern. Verschiedene Licht-Setups wurden aufgebaut, getestet und kontinuierlich angepasst, stets mit dem Fokus darauf, wie Farbtemperatur, Einfallswinkel und Intensität die Wahrnehmung des Produkts verändern. Besonders im Fokus: verschiedene Wärmegrade.
Blender
Vor dem allem kam ein schon ein anderer Aspekt meines Projektes hinzu:
In Blender wollte ich das Verhältnis zwischen der Weinflasche und verschiedenen Lichtquellen simulieren und den Schattenwurf somit besser vorhersagen und einschätzen können. Dafür modellierte ich grob die Weinflasche und spielte mit Einfallswinkel, Stärke und Streuung des Lichts. Dadurch erhoffte ich mir gute Lichtszenen für den Dreh später, entdecken zu können. Ich experimentierte mal mit einzelnen, mal mit verschiedenen Lichtern und Aufstellungen.


Cinematische Inszenierung trotz schlichtem Produkt
Obwohl die Flasche selbst keine auffälligen Designelemente zeigt, wollte ich durch die Inszenierung, eine edle Atmosphäre zu schaffen. Das Projekt zeigt, wie stark Licht als erzählerisches Mittel funktionieren kann.
Während des Drehs entstand ein kreativer Flow: Neue Ideen entwickelten sich direkt am Set und führten zu zusätzlichen Einstellungen, die ursprünglich nicht im Storyboard vorgesehen waren. Dieser Prozess machte das Projekt visuell dynamischer.


Zeitaufwand und Projektphasen
1. Planung & Ideefindung – Konzepte entwickeln, überlegen, wie Licht, Glas und Flüssigkeit zusammenwirken. Hier kam noch die Phase meiner Blender-Tests dazu. Ich versuchte verschiedene Lichtquellen und die Schattenwürfe dazu in Blender aus.
2. Vorbereitung & Testdreh – Licht-Setups ausprobieren, erste Tests und Feinanpassungen, Flaschen und Gläser vorbereiten.
3. Dreh – Jede Aufnahme erforderte hohe Sauberkeit, präzise Lichtführung und Wiederholungen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
4. Kreative Ideen am Set – Neue Ideen direkt umsetzen, um zusätzliche, unerwartete visuelle Möglichkeiten zu nutzen.
5. Postproduktion – Schnitt, Farbkorrektur und Sounddesign: Dank des sorgfältig vorbereiteten Materials verlief die Nachbearbeitung relativ problemlos.
(mmi)
1. Rückblick auf den Prozess
Ziel meines Projekts war es, die Produktinszenierung durch Lichtgestaltung zu untersuchen. Ich wollte zeigen, wie sich ein Riesling allein durch Licht, Glas und Flüssigkeit cineastisch inszenieren lässt. Der Prozess war stark experimentell und geprägt von verschiedenen Licht-Setups, um Brechungen und Reflexionen gezielt zu steuern.
2. Erfolge
• Licht & Farbtemperatur: Die Arbeit mit warmen und kühlen Tönen hat die Textur des Weins und die Wirkung des Glases gut hervorgehoben.
• Cinematische Ästhetik: Trotz einfacher Flasche entstand durch Licht ein hochwertiger, stimmiger Look.
• Kreativer Flow: Spontane Ideen am Set haben das Ergebnis vielfältiger gemacht als geplant.
• Postproduktion: Durch gutes Ausgangsmaterial verlief der Schnitt effizient und rund.
3. Herausforderungen
• Makro-Nahaufnahmen: Staub und Fingerabdrücke wurden schnell sichtbar, was viel Reinigungsaufwand bedeutete und den Dreh verlängerte.
• Blender-Previsualisierung: Die Tests die ich vor dem Dreh in Blender machte, um mir eine Idee der Flasche und deren Schattenwurf zu machen, waren zwar sehr spannend und lehrreich, aber nur bedingt hilfreich, Trial-and-Error am Set war dann schlussendlicheffizienter.
• Musik & SFX: Da ich kein Voice-over verwendete war die Suche nach passender, lizenzsicherer Musik sehr wichtig, aber auch nicht ganz einfach.
• Objektiv-Limitierung: Ohne Makro-Objektiv waren sehr nahe Einstellungen eingeschränkt, was meine Bildgestaltung etwas begrenzte. Ein nächstes Mal müsste ich zusätzlich mit einem Makro Objektiv arbeiten.