Laberlabor geht in die dritte Runde
Nach einer Staffel, die sich mit Yoga und Social-Media-Detox rund ums Thema Mental Health drehte, wagen wir uns jetzt an eine Ernährungsform, die seit Jahren die Gemüter spaltet.
Diesen Januar drehte sich alles rund ums Thema Veganismus. Wir haben nämlich an der Challenge Veganuary teilgenommen, bei der man sich einen Monat lang vegan ernährt. Wie schwierig wir dieses Experiment fanden, ob wir Schokolade nach der Weihnachtszeit vermissten und welche spezifischen Meinungen wir zu veganem Käse haben, hört ihr am besten selbst:
Für Einblicke hinter die Kulissen:
(mmi)
Jenny:
Nach drei Folgen haben wir mittlerweile einen sehr guten Arbeitsablauf gefunden. Dieses Semester habe ich das Skripten übernommen, mich um die Postproduktion der Podcast-Folge gekümmert und den Ton im Experteninterview betreut. Im Gegensatz zu den früheren Folgen entschieden wir uns dazu, zunächst das Interview durchzuführen und das Skript für die Folge danach darauf aufzubauen. So wollten wir verhindern, dass wir nach der eigentlichen Aufnahme noch einmal einzelne Übergänge glätten beziehungsweise neu aufzeichnen müssen. Ich denke, dieser Arbeitsablauf lohnt sich und wir werden ihn auch in Zukunft weiterführen. Natürlich bedeutet dies, dass man sich zunächst das ganze Interview anhören und bereits ein Schittprotokoll erstellen muss, um dann die verschiedenen Fragen zu sortieren und logisch aufzuteilen. Doch das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen. So fiel es mir um einiges leichter, zu entscheiden, welche Themen wir in der Folge generell ansprechen, und die Kohärenz ist viel besser.
Das wohl grösste Problem bei dieser Folge war die schiere Vielfalt der Themen, die wir behandeln konnten. Veganismus ist ein riesiges Thema. Entsprechend lang war auch unsere Vorrecherche. Was behandelt man also in einer solchen Aufnahme? Die Ernährung, die Tierhaltung, die Moral der Gesellschaft, die Umwelt und der ökologische Fussabdruck? Genau damit hatte ich etwas Mühe. Denn man kann sich sehr schnell in Kleinigkeiten verlieren. Ich versuchte deshalb, mich bewusst auf das Thema Ernährung und Nährstoffe zu konzentrieren und liess das Thema Tierwohl nur kurz durch Viannes Worte anklingen. Denn wir waren alle der Meinung, dass eine Folge von über 40 Minuten den Rahmen sprengen und dazu führen würde, dass die Zuhörerinnen abspringen würden.
Mittlerweile komme ich mit den Tastenkombinationen von Audition zurecht, muss jedoch immer noch sagen, dass ich die Anwendung extrem unübersichtlich finde. Teilweise suchte ich 20 Minuten, bis ich die aktuellste Schnittversion fand. Für das nächste Mal nehme ich mir deshalb vor, an jedem Postproduktionsstag die Datei unter einem neuen Namen zu speichern, wie es uns Andi in Branded Motion auch nahegelegt hat. So hoffe ich, in Zukunft weniger Chaos auf meiner Festplatte zu haben. Alles in allem denke ich aber, dass uns diese Folge sehr gut gelungen ist, und ich freue mich auch schon darauf, das nächste Videotagebuch zu schneiden.
Vianne:
Während des Experimentes gelang es mir dieses Mal besser als die vorherigen Male, regelmässig Videos aufzunehmen. Ich dachte auch daran, während dem Kochen oder von meinen Backergebnissen Fotos und/oder Videos zu machen. Solche Einblicke machen das Videotagebuch abwechslungsreicher.
Für das Interview verschickte ich im Februar Anfragen an Ernährungsberater:innen und in der Umgebung Chur. Die ersten drei Anfragen waren erfolgslos, weshalb ich eine Woche später erneut Anfragen rausschickte. Anfang März konnten Jenny und ich in der Praxis für Ernährungsberatung mit Giulia Casale das Interview durchführen. Dabei habe ich primär die Fragen gestellt, während Jenny für den Ton zuständig war. Das Interview lief gut und Giulia Casale konnte uns wertvolle Antworten liefern. Positiv am Interview fand ich vor allem, dass kein Bias vorhanden war, da die Ernährungsberaterin faktenbasiert und sachlich antwortete. Ausserdem empfand ich es für mich als wertvoll, dass ich mich im Voraus intensiv in das Thema Veganismus eingelesen habe und recherchiert habe – denn das half mir, gezielter Fragen zu stellen und nachzuhaken.
Jenny erstellte nach dem Interview das Skript für unsere Podcastaufnahme. Zu Beginn war ich nicht einverstanden damit, dass wir Tierwohl und Umwelt weglassen, da ich diese Themen sehr wichtig finde und sie meiner Meinung nach dazugehören. Trotzdem sah ich ein, dass es für die Podcastfolge den Rahmen gesprengt hätte. Als Kompromiss erwähnte ich, dass für mich Tierwohl klar für eine vegane Ernährung spricht. Dabei beleuchtete ich kurz die Ausbeutung der Milchkühe.
Ich übernahm das Schneiden des Videotagebuchs. Zusätzlich habe ich unser Titelbild animiert, um in After Effects sattelfester zu werden. Das Befüllen des Reagenzglases setzte ich mit einer Maske und einer Farbfläche, die nach oben geschoben wird, um. Die Blasen entstanden mit dem Effekt CC Particle World. Ich arbeitete mit dem Illustrator-File des Titelbildes. Allerdings war in diesem File alles auf der gleichen Layer. Um in After Effects arbeiten zu können, musste ich die einzelnen Elemente auseinandernehmen und auf verschiedene Layer verteilen. Die Sounds fügte ich in Premiere Pro hinzu. Die Arbeit in Premiere Pro lief ohne Probleme. Neben dem Schneiden verbesserte ich den Ton und nahm eine Color Correction vor.
Die Podcastaufnahme zu dritt verlief gut. Inhaltlich finde ich toll, dass wir nicht nur über 0815-Facts sprechen, die (fast) jeder eh schon über Veganismus weiss. Gerade den Aspekt, dass vegane Ersatzprodukte oft so viele Zusatzstoffe enthalten, weil sie sonst für den menschlichen Verzehr nicht akzeptabel sind, finde ich spannend.
Tabea:
In dieser Podcastfolge übernahmen Jenny und Vianne den Audio- und Videoschnitt. Dadurch konnte ich mich vollständig auf unser Experiment und das Videotagebuch konzentrieren. Langsam gewöhne ich mich an das Führen des Videotagebuchs, und es fällt mir zunehmend leichter. Es wird zwar wohl nie zu meinem Hobby werden, aber mittlerweile ist es für mich völlig in Ordnung, mich selbst in einem Video zu sehen.
Auch beim Interview funktionierte die Dynamik im Team sehr gut. Mit jeder Folge werden wir eingespielter und die Zusammenarbeit läuft zunehmend reibungslos. Insgesamt war dies die bisher strukturierteste Folge und jene mit den wenigsten notwendigen Nachaufnahmen. Das zeigt, wie sehr wir uns als Team im Laufe des Projekts weiterentwickelt haben.