Jingles für Multitalk
Dieses Semester übernahmen Alisha, Laila und Melina das Steuer auf Radio Calanda. Mit ihrer Sendung Multitalk hatten die drei Grosses vor – nur eines fehlte noch: der Soundtrack.
«Hey James, hetsch Lust zum paar Jingles für eus mache?» Yes, I do.
In einem ersten Schritt schilderten mir alle drei Moderatorinnen ihre Vision für ihren jeweiligen Jingle, denn jede von ihnen betreut eine eigene Rubrik innerhalb der Sendung.
Die wichtigste Erkenntnis gleich zu Beginn: Lizenzen für bestehende Musik sind teuer. Umso besser – denn so war Kreativität gefragt. Ich entschied mich, die Jingles komplett from scratch zu gestalten: eigene Tonaufnahmen, eigene Instrumente, eigene Kompositionen.
Das wichtigste Tool an meiner Seite: Splice. Dabei handelt es sich um eine riesige Sample-Bibliothek, die hauptsächlich von Musikproduzent*innen genutzt wird. Alles, was ich klanglich nicht selbst erzeugen konnte, liess sich hier über Samples ergänzen. Höchste Zeit also, mein Vorgehen zu testen.
Jingle 1 – Wissenslücke geschlossen mit Alisha
In Alishas Rubrik dreht sich alles um Allgemeinwissen, Fun-Facts etc. – grob: den geistigen Horizont erweitern.

Jingle 2 – TrackTrace mit Laila
Laila nimmt die Zuhörer*innen mit auf eine Reise durch die Musikgeschichte. In ihrer Rubrik analysiert sie Popsongs – egal ob alt oder neu – und beleuchtet sie aus unterschiedlichen Perspektiven.
Dieser Jingle war mit Abstand der zeitintensivste. Um die Sprünge durch Genres und Epochen hörbar zu machen, komponierte ich zunächst drei separate Stücke (Disco, Trap und Jazz/Funk). Zusammengeschnitten ergeben diese den finalen Jingle.
Jingle 3 – TeaTime mit Melina
In Melinas Segment geht es um heissen Gossip und die aktuellsten Trends. Für diesen Jingle kamen Elemente wie Paparazzi-Geräusche, ein Teekocher und ein Walking Bass zum Einsatz. Wer genau hinhört, erkennt sogar, wessen Name auf dem Red Carpet gerufen wird.

Jingle 4 – Multitalk uf Radio Calanda
Jede gute Show braucht einen Theme-Song. Für den Haupt-Jingle der Sendung erhielt ich keine konkreten Vorgaben – er soll halt einfach cool sein.
Schlussendlich entstanden zwei Versionen: eine fürs Intro und eine für den Schluss der Sendung.
(abb)
Es freut mich immer enorm, wenn ich mich innerhalb meiner kleinen, aber wachsenden Musikwelt in neue Gebiete vorwagen kann, wie in diesem Fall die Jingles. Umso schöner war es, daraus ein echtes Kreativprojekt machen zu können, anstatt lediglich Voice-Overs mit lizenzierter Musik zu unterlegen. Mit Lizenzrechten schlage ich mich nämlich eher ungern herum. Das habe ich aufs neue wieder einmal gelernt, doch jede Erfahrung hat ihren Wert. Den grössten persönlichen Mehrwert konnte ich jedoch im Bereich Sounddesign erleben. Durch das ständige Ausprobieren und das Einholen von Feedback wurde der Prozess sehr dynamisch und abwechslungsreich. Das war definitiv ein Highlight.
Im ganzen Prozess erlebte ich nahezu keine Schwierigkeiten.
Ungewohnt war für mich hingegen das Arbeiten an einem externen kreativen Auftrag. Bei den meisten meiner Projekte bin ich mein eigener Chef – und da gibt es bekanntlich immer etwas zu verbessern. Umso mehr verunsichert es mich, wenn Feedback eher knapp ausfällt oder ausschliesslich positiv ist. Interessiert es die Person denn gar nicht? Habe ich das Ziel so sehr verfehlt, dass es einfacher ist zu sagen, dass alles passt? Eher unrealistisch, doch wenn man primär an den eigenen kritischen Blick gewöhnt ist, kann selbst positives Feedback verunsichern. So schwer es auch sein mag: man lerne, sich über positive Rückmeldung zu freuen.
Imposter Syndrome aside: Brauchst du einen coolen Jingle? Melde dich bei mir! Grüessli, James