Jan Rothuizen Interview– Camp on the Road to Ghulja, Mongolkure
Für das Interview änderte ich meinen Reiseplan, verkürzte meinen Aufenthalt in Rotterdam und kehrte früher nach Amsterdam zurück. Diese Entscheidung war für mich sehr bereichernd. Ich wünsche den Studierenden in Rotterdam 2026 genauso viel Spass, wie ich dort hatte.

Um das Jahr 2005 herum reiste ich mehr als einen Monat lang durch Xinjiang, China. Damals erlebte ich eine Region, die von Musik und Tanz geprägt war, mit warmherzigen und gastfreundlichen ethnischen Minderheiten.
Im Sommer 2018 kehrte ich aus beruflichen Gründen nach Xinjiang zurück. Die Region hatte sich in eine völlig andere Welt verwandelt. Überall gab es Überwachungskameras und streng bewachte, schwer gesicherte Kontrollposten. Ich wusste, dass dort tiefgreifende Veränderungen stattfanden – verstand jedoch nicht vollständig, was genau geschah.
Während der Rotterdam-Woche im 2025 besuchten wir einen Vortrag von Jan Rothuizen. Dort sprach er über sein Projekt „Camp on the Road to Ghulja, Mongolkure“. Diese Untersuchung beeindruckte mich sehr: Obwohl niemand aus dem Team nach China reisen konnte, gelang es ihnen, mithilfe von Kartenmaterial und architektonischem Fachwissen eine fundierte Analyse zu erstellen.

Ein Jahr später ermöglichte genau diese kartografische Recherche einem jungen Chinesen Guanheng, die betreffenden Gefängnisse vor Ort zu filmen und damit visuelle Belege für die Untersuchung zu liefern. Guanheng ist derzeit von einer Abschiebung nach China bedroht und befindet sich in Lebensgefahr.
Am letzten Tag der Rotterdam-Woche traf ich Jan kurz zu einem Interview in seinem Atelier.
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Jan Website
Recherche-Doku von Guanheng
Allison Killing
https://killing-architects.squarespace.com/venice-biennale-exhibition
mbi