is this basel?

is this basel?

Yes, it is.


«is this basel?» ist eine digitale Galerie, in welcher Fotografie und Lyrik aufeinandertreffen. Ausgangslage für die Idee war eine Reihe analoger Fotografien über die Stadt Basel, welche über mehrere Monate hinweg entstanden sind. Da ich seit einiger Zeit privat häufig in Basel unterwegs war, fand ich es eine interessante Idee, die Stadt aus der Sicht eines «Neulings» festzuhalten.

Ich wählte dafür den Zugang über die analoge Fotografie, da ich beim Fotografieren mit Film viel ruhiger und bedachter unterwegs bin als mit der Digitalkamera. Ebenfalls sah ich es als Chance, meine Minolta mehr zu gebrauchen und mich weiter in das Gebiet der analogen Fotografie zu vertiefen. Dazu befasste ich mich für dieses Projekt das erste Mal selbst mit dem Scannen der Negative, anstatt dies dem Fotolabor zu überlassen. Schnell durfte ich dabei nicht nur bemerken, wie zeitintensiv dies eigentlich ist, sondern auch wie viel man bei diesem Prozess aus jedem Foto herausholen kann.

Für den Einsatz von Schwarz-Weiss Film entschied ich mich recht intuitiv, da ich fand, dass der Stil des Ilford HP5 Plus allgemein gut zur Stimmung meines Projekts und der Stadt passte.

Nun stand ich eigentlich mit meiner fertigen Fotoreportage da, wusste aber nicht so recht, wie ich sie präsentieren sollte. Ich hatte das Gefühl, dass irgendwie noch etwas fehlte.

Aus mehreren Gesprächen entstand schliesslich die Idee, meine Fotografien mit Text zu verbinden. Da ich mich selbst nicht in der Rolle sah, die Texte zu meinen eigenen Bildern zu schreiben, holte ich mit Luisa Viggiano erfahrene Hilfe aus Basel dazu. Schliesslich stiessen wir auf die Idee, zu jedem Bild einen kurzen, in sich eigenständigen Text zu verfassen. Dabei geschah dies aber im Kontrast zu den Fotografien, nicht aus der Sicht eines «Basel-Neulings», sondern aus der Perspektive von jemanden, der schon seit längerem in der Stadt lebt.

Um nun aber Text und Fotografie miteinander darstellen zu können, musste noch eine Website her. Nach längerem hin und her entschied ich mich schliesslich dafür, diese inspiriert am Aufbau einer Kunstgalerie zu gestalten. Wichtig dabei war es, dass Text und Bild immer zusammen sichtbar sind, damit diese als Einheit wahrgenommen werden. Um den dreidimensionalen Aspekt einer physischen Galerie ins Web zu bekommen, änderte ich die Scrollrichtung auf die Z-Achse. Dadurch erhält der Besucher den Eindruck, dass er sich in die Website hineinbewegt.

Beim Design entschied ich mich für einen minimalistischen schwarz-weiss Stil und eine klassische Serifenschrift, da beide zu den Fotografien und dem typischen Look einer Galerie passen. Um den Fokus jeweils nur auf ein Element der Galerie zu setzen und die Lesbarkeit der Texte zu steigern, verblassen die Elemente, je weiter weg sie vom Betrachter sind.

(eli)

Der grösste Kritikpunkt am Projekt ist sicherlich, dass die Website nicht auf Mobilgeräten verfügbar ist. Dies war jedoch eine sehr bewusste Entscheidung, da das Design und ganze Konzept sonst zu viele Änderungen hätte einbüssen müssen, was wiederum das Erlebnis völlig verfälschen würde. Bestimmt werden in nächster Zeit auch noch einige Bugs auftauchen, welche sich bis jetzt noch versteckten.

Verbesserungen:

Da die Texte erst etwa in der Mitte des Projekts dazukamen, war es nicht ganz einfach, diese thematisch einzugliedern. Dies erschwerte die Ideenfindung und wäre sicherlich einfacher gewesen, wäre das Konzept schon von Anfang an klar gewesen. Bei meinem nächsten Projekt werde ich mir daher sicherlich bereits am Anfang Gedanken darüber machen, wie ich meine Arbeit präsentieren möchte.

Learnings:

Analoge Fotos weiter zu bearbeiten war für mich bis jetzt immer ein Tabu. Dank dieses Projektes durfte ich jedoch feststellen, dass dies überhaupt nicht der Fall sein muss und in Lightroom noch so einiges aus den Negativen rauszuholen ist. Wie bereits im Beitrag erwähnt, durfte ich mich ebenfalls stundenlang mit dem Scannen der Negative auseinandersetzen. Dies hat mich nicht nur aus rein technischer Sicht fasziniert, sondern auch ein Verständnis dafür gegeben, was gute Scans für einen Aufwand bedeuten.

Auch beim Coden und Programmieren durfte ich dieses mal wieder viel neues erlernen. Bei diesem Projekt wurde mir wirklich klar, wie wichtig das Optimieren der Bilder fürs Web eigentlich ist und mit welchen Mitteln man möglichst viel Speicherkapazität auf dem Server einspart. Ebenfalls durfte ich wieder mal bemerken, wie wichtig es ist, beim Programmieren immer weiter zu probieren. Besonders die Funktion, welche die Elemente in der Distanz verschwinden lässt, hat mir einiges an Zeit gekostet, war es am Ende aber ganz sicher wert. Zu guter Letzt durfte ich mich auch noch ein wenig mit SCSS auseinandersetzen, um das Gerüst für meine Galerie überhaupt erstellen zu können und dadurch ein neues, praktisches Tool entdecken.