Imagefilm – Fridolins at World Championship 2026
Das Team 6417 Fridolins Robotik aus dem Kanton Glarus hat sich dieses Jahr erneut für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Ich durfte das Team begleiten und filmisch festhalten, wie es ihnen während diesem besonderem Erlebniss ergangen ist.
6417 Fridolins Robotik ist ein Team aus Kantonsschülern und Lernenden, welches jedes Jahr an den FIRST Robotics Championships teilnimmt. Das Ziel besteht darin, innerhalb von acht Wochen einen funktionsfähigen Roboter zu entwickeln und zu bauen, der die vorgegebenen Aufgaben möglichst gut erfüllt.
Nach den diesjährigen Vorausscheidungen konnte sich das Team nach zehn Jahren erstmals wieder für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Die Reise führte nach Houston, Texas.
Da ich selbst ehemaliges Mitglied des Teams bin und weiterhin Kontakt zu den Beteiligten habe, nutzte ich die Gelegenheit, das Team an die World Championships zu begleiten. Da ich solche Events aus eigener Erfahrung kenne, war es mir besonders wichtig, die Stimmung in der Arena sowie die Emotionen der Teilnehmenden authentisch einzufangen.
Konzept und Idee
Der Film sollte eine dokumentarische und gleichzeitig emotionale Darstellung des Teams 6417 Fridolins Robotik an den World Championships werden. Ziel war es, dieses besondere Erlebnis visuell festzuhalten und daraus einen dynamischen Recap-Film zu erstellen. Ein wichtiger Bestandteil waren Interviews mit Teammitgliedern, die ihre Eindrücke, Emotionen und Erfahrungen teilen. Dadurch entstand eine persönliche Ebene, die sowohl für Teilnehmende als auch für externe Zuschauer interessant ist.
Besonders hervorgehoben wird der Stolz, die Schweiz an diesem internationalen Wettbewerb zu vertreten, da Fridolins Robotik das einzige Schweizer Team an diesem Wettbewerb ist.
Meine Ideen hielt ich laufend in «Milanote» fest. Da sich die Videos an zwei unterschiedliche Zielgruppen richten sollten, entschied ich mich, zwei Filme zu produzieren. Ein kürzeres und sachlicheres Video richtet sich an Personen, die wenig über das Projekt wissen. Das zweite, längere Video ist für Teilnehmende und Bekannte des Teams gedacht, die bereits einen Bezug zum Projekt haben. Gleichzeitig sollen die Filme neue Menschen für das Projekt begeistern.
Das Endprodukt soll als Erinnerung für das Team dienen, Einblicke für Nicht-Teilnehmende bieten und als repräsentativer Content auf Plattformen wie YouTube veröffentlicht werden können.
Vorbereitung
Zur Vorbereitung gehörten die Organisation des Equipments und das Brainstorming von Ideen und möglichen Aufnahmen. Obwohl ich ursprünglich ein klares Storyboard erstellen wollte, setzte ich dieses Vorhaben nicht vollständig um.
Für die Dreharbeiten verwendete ich hauptsächlich meine Fujifilm-Kamera mit externem Monitor und Mikrofon. Zusätzlich hatte ich ein kleines Licht, zwei weitere Objektive, ein Gimbal, Rode Wireless Go mit Lavalier-Mikrofon sowie ein Joby GorillaPod dabei.

Die Drehtage
Der Wettbewerb dauerte insgesamt vier Tage. Mein Ziel war es, Aufnahmen des Roboters während der Matches, die Zuschauer auf den Tribünen sowie das Team im Pit festzuhalten. Zwischen diesen Orten begleitete ich das Team und dokumentierte die verschiedenen Situationen.
Zusätzlich führte ich spontane Interviews mit den Teilnehmenden, um aktuelle Eindrücke und Emotionen einzufangen. Besonders spannend war die Möglichkeit, das Driveteam, welches den Roboter während der Matches steuert, mit Mikrofonen auszustatten. Dadurch erhielt ich sehr einzigartige Einblicke.
Ich achtete darauf, verschiedene Perspektiven aufzunehmen und sowohl Detailaufnahmen als auch Totaleinstellungen festzuhalten. Ebenso waren mir die Reaktionen und Gesichtsausdrücke der Beteiligten wichtig. Für den Film war es zudem ein grosser Gewinn, dass das Team den Quality Award gewann. Zum Glück hatte ich mich entschieden, dabei auf «record» zu drücken.
Postproduktion
Die Postproduktion erwies sich anfangs als schwierig, da ich noch nicht genau wusste, wie die Filme aufgebaut werden sollten. Nachdem ich das gesamte Material gesichtet und die besten Aufnahmen ausgewählt hatte, entschied ich mich endgültig für zwei unterschiedliche Filme.
Ein wichtiger Schritt war die Auswahl der Musik. Musik hilft mir jeweils sehr dabei, die Stimmung eines Films festzulegen und den passenden Rhythmus zu finden. Beim längeren Film ordnete und schnitt ich zuerst die Interviews und ergänzte danach die übrigen Aufnahmen. Die Idee für den Einstieg dieses Films entstand erst während des Schnittprozesses und passt meiner Meinung nach sehr gut zum Gesamtwerk.
Da die Audioqualität teilweise bereits bei der Aufnahme schwierig war, konnte ich mit meinem aktuellen Wissen nicht alle Tonprobleme vollständig beheben. Die gesamte Postproduktion erfolgte in DaVinci Resolve. Für das Color Grading nutzte ich zum ersten Mal das Micro Panel, was mir viel Spass gemacht hat.
Hier die Filme:
Imagefilm – Fridolins at Worlds 2026 (short version)
Imagefilm – Fridolins at Worlds 2026
(mmi)
Ich freue mich darauf, die Filme am Jubiläumsanlass zum zehnjährigen Bestehen des Teams präsentieren zu können.
Für zukünftige Projekte möchte ich bereits im Vorfeld ein klareres Storyboard und ein konkreteres Konzept erstellen. Während der Dreharbeiten war lange nicht klar, wie die Geschichte letztendlich aufgebaut sein sollte. Ich begann mit dem Filmen und den Interviews, ohne genau zu wissen, wie die fertige Story aussehen würde.
Auch nach der Rückreise war ich mir nicht sicher, ob zusätzliche Interviews im Nachhinein sinnvoll gewesen wären, um die Ereignisse nochmals zu reflektieren. Zudem überlegte ich lange, ob ich Aufnahmen aus der Bau- und Planungsphase des Roboters integrieren sollte. Während der achtwöchigen Bauzeit war ich mehrere Male beim Team und filmte regelmässig Updates. Nachdem ich die situativen Interviews gesichtet und geordnet hatte, entschied ich mich jedoch dagegen. Die vorhandenen Interviews lieferten bereits genügend Inhalt und sorgten für einen klar erkennbaren roten Faden im Film.
Eine weitere Herausforderung war die Audioqualität. Die laute Umgebung in der Arena und auf den Tribünen erschwerte saubere Tonaufnahmen erheblich. Dadurch war ich oft unsicher, ob die Tonpegel richtig eingestellt waren. In einigen Aufnahmen kam es deshalb zu Übersteuerungen, wodurch der Ton hörbar verzerrt wurde.
Zudem konnte ich nicht das gesamte mitgebrachte Equipment brauchen, da sich vieles sehr schnell abspielte und oft wenig Platz vorhanden war. Deshalb arbeitete ich grösstenteils mit einer flexiblen Handheld-Kamera und verzichtete auf Festbrennweiten. So erwies sich beispielsweise das Gimbal im hektischen Wettkampfumfeld als zu unhandlich und wurde deshalb nicht verwendet. Rückblickend habe ich zu viel Equipment mitgenommen, das letztlich nicht benötigt wurde. Für zukünftige Projekte möchte ich die Anforderungen genauer analysieren und meine Ausrüstung gezielter planen, um effizienter und flexibler arbeiten zu können.
Insgesamt bin ich mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Die Filme spiegeln das diesjährige Team meiner Meinung nach gut wider und transportieren die Emotionen des Events erfolgreich. Da das Team im Vergleich zu vielen anderen Teams nicht zu den stärksten gehörte, war ich besonders froh über jedes gewonnene Match, das ich festhalten konnte. So gelang es mir, die Reaktionen des Driveteams und des Publikums einzufangen, auch wenn ich natürlich nicht gleichzeitig an mehreren Orten sein konnte.