hurtihurti: going live.
hurtihurti ist online: Der Shop im Sommer eröffnet, die ersten Pullover verkauft und die Social Media Kanäle rege bespielt. Die Message? Weniger «jufle», mehr geniessen. Also eigentlich für alle, die «gnue vom gjufu» haben.
Der erste Pullover kommt als Edition «Uhrknall» in zwei Farben: regulär in French Navy und in limitierter Auflage in Pool Blue. Das Sujet in rosa-gelb auf dem Rücken zeigt eine zerbrochene Uhr und bespielt damit symbolisch die Kernbotschaft der Marke. Mit 100% Bio-Baumwolle und Fair-Wear-Standard positioniert sich hurtihurti als Slowfashion. Das provokante Berndeutsch macht dabei nicht nur die Herkunft der Kleidung sichtbar, sondern auch das Statement unmissverständlich.
Mit jedem Pullover werden auch farbige Sticker versandt, die bei jeder Gelegenheit im Alltag zum Zug kommen können:

hurtihurti war von Anfang an kein simples «Pullover-Projekt». Bereits mit dem Launch am vergangenen 30. September wurde auf Instagram und TikTok deutlich, wofür die Marke steht. So wird in den zwei ersten Reels auf dem Account die Marke und das Produkt vorgestellt. Die zwei aktuellen Kampagnen liefern zum einen den nötigen sprachlichen Kontext, für alle die kein Berndeutsch sprechen, und geben zum anderen kleine Ideen, wie der Umstieg auf den entspannteren Lifestyle gelingen kann.
Der Redaktion von Digezz wurden einige der nächsten Ideen bereits jetzt verraten:















Und für alle Nicht-Berner das passende Lexikon:




Falls auch du in den gemütlichen Lebensstil starten willst, folge hurtihurti auf Instagram und TikTok oder bestell dir jetzt deinen Pullover auf hurtihurti.ch!
(vha)
Idee
Die Grundidee von hurtihurti und das Pulloverdesign wurde bereits im Frühlingssemester lanciert. Ziel dieser Umsetzung war es, die Sticker zu entwerfen, alle Vorbereitungen für den Launch zu treffen und in den aktiven Betrieb inkl. Kommunikation und Bewerbung auf Social Media überzugehen.
Umsetzung
Seit dem letzten Digezz-Wechsel wurde auf Vorproduktion umgestellt. Die Pullover werden nun in einer Druckerei in Bern produziert. Durch das grössere mögliche Druckfeld mussten die Druckdaten angepasst werden. In mehreren Iterationen wurde das Design skaliert und getestet, bis Proportionen und Wirkung stimmten.
Entwurf und Druck
Die Umstellung von Printful On-Demand auf lokale Produktion bedeutete eine erneute Abstimmung mit der Druckerei und zwei Korrekturschlaufen. Ziel war es, das bestehende Design möglichst unverändert zu übernehmen und gleichzeitig von der besseren Druckqualität zu profitieren. 7-Druck Bern bietete mir ein grösseres Druckfeld.
Sticker
Die Sticker sollten bewusst nicht wie klassische Werbesticker wirken, sondern die Botschaft von hurtihurti ruhig und reduziert transportieren. So begann ich mit ersten Grobentwürfen in InDesign. Verschiedene Sprüche wurden mit Personen aus der Zielgruppe auf Verständnis und Schreibweise getestet. Für die berndeutsche Schreibweise wurde zusätzlich der Leitfaden zum Berndeutsch-Schreiben von berndeutsch.ch konsultiert. Aufgrund der Komplexität habe ich daraus für die gesamte Kommunikation nur Grundzüge übernommen und nicht jede Regel exakt umgesetzt. Nach Offertenanfragen bei Gaffuri und Flyeralarm fiel die Entscheidung aus finanziellen Gründen auf Flyeralarm. Die Sticker wurden dann in einem von Flyeralarm angebotenen Format exakt umgesetzt und feinjustiert.
Launch – Vorbereitungen
Zum Launch waren also Pullover und Sticker bereit. Zusätzlich wurden Lieferscheine gestaltet, ökologisches Verpackungsmaterial verglichen und bestellt sowie knallgelbe Couverts und Adressetiketten organisiert. Alle Texte auf der Webseite wurden nochmals geprüft und vereinheitlicht.
Launch
Nach den ersten Bestellungen trat ein Shopify-Problem bei der Unternehmensverifizierung auf: Ein Einzelunternehmen war nicht direkt auswählbar und musste durch den Support manuell angepasst werden. Abgesehen davon verlief der Launch reibungslos.
Kommunikation – Reel 1
Das erste Reel diente der Vorstellung der Marke und fungiert als inhaltlicher Anker für den Kanal. Es wurde bewusst als One-Taker umgesetzt, um Authentizität und Ehrlichkeit zu vermitteln. Mehrere Takes waren nötig, vor allem wegen meiner Versprecher, aber auch wegen Lieferwägen oder anderen Geräuschen in der Umgebung. In der Postproduktion in DaVinci Resolve wurden Grafiken und Animationen ergänzt, mit Crop-In/Out für mehr Dynamik gearbeitet und ein leichtes Color Grading vorgenommen. Der Ton bestand aus einem Stereo-Ambience für die Umgebung sowie einem Rode Wireless direkt am Handy.
Kommunikation – Reel 2
Das zweite Reel hatte zum Ziel, mehr Informationen zum Produkt zu liefern. Ursprünglich auch als One-Taker geplant, wurde in der Postproduktion auf zwei Aufnahmen zurückgegriffen. Auch hier kamen in Resolve Grafiken, Animationen und Soundeffekte zum Einsatz.
Kampagne „hurtihurti moments“
Seit der Aufgleisung von hurtihurti im Frühlingssemester wurden gezielt Momente festgehalten, die zum Thema Slowlife passen. Die Polaroids sind nun bereits bis in den Frühling vorproduziert. Ziel der Kampagne ist es, Awareness für das Thema zu schaffen und eine möglichst grosse Reichweite mit den emotionalen Bildern zu erzielen.
Kampagne Berndeutsch
Da viele Personen die berndeutschen Begriffe nicht verstanden, wurde eine Übersetzungskampagne lanciert. Das schlichte Design in auffälligem Gelb funktionierte auf Social Media besonders gut und unterstützte die Aufklärung.
Facebook Ads Manager
Für die Bewerbung von Produkten und Kampagnen wurde der Facebook Ads Manager eingesetzt. Zuerst habe ich den Meta Pixel auf Shopify integriert, um alle Website-Interaktionen tracken zu können. Anschliessend wurden verschiedene Kampagnen laufen gelassen, mit A-B-Tests experimentiert und verschiedene Zielgruppen getestet.
Weitere Kommunikation
Zum Launch wurde ein Newsletter über Mailchimp vorbereitet und an alle vorab registrierten Personen versendet. Die Kontakte wurden dabei mit einer Konfiguration vor dem Launch von Shopify mit Mailchimp synchronisiert. Zusätzlich wurden in Bern Sticker angebracht (legal natürlich).
Learnings
- Die Umstellung auf lokale Vorproduktion statt Print-On-Demand bei Printful war nicht nur wegen der umständlichen Verzollung hilfreich, sondern ergab auch einen hochwertigeren Druck. Die Unterschiede der zwei Drücke sind riesig: Die Farben kräftiger, die Konturen klarer. Auch preislich unterschied sich die lokale Produktion nicht gross. Nur das Risiko auf dem Vorrat sitzen zu bleiben musste ich in Kauf nehmen.
- Shopify hat seine Tücken: Ich hätte die Unternehmensverifizierung als Einzelunternehmen unbedingt vor dem Launch testen sollen, so hätte ich den Stress im Verkaufsprozess vermeiden können.
- Bei den Stickern erwies sich mein Vorgehen als effizient. Eine Roh-Version für das Testing, das Fine-Tuning erst bei genauen Produktionsbedingungen
- Videoformate wie One-Taker wirken authentisch, aber ich habe gemerkt, dass das einiges an Planung, Geduld und viele Wiederholungen erfordert. Ich würde jedoch aus den genannten Gründen nicht anders vorgehen.
- Content früh vorzuproduzieren, wie bei der „hurtihurti moments“-Kampagne, hat mir den Alltag enorm erleichtert und dafür gesorgt, dass die Kommunikation konsistent bleibt.
- Der Facebook Ads Manager erwies sich auf den ersten Blick als sehr kompliziert. Ich lernte im Prozess die verschiedenen Stufen Kampagne, Anzeigengruppe und Anzeigen sowie die dazugehörigen Themen wie Custom Audiences kennen. Das Targeting auf Bern +30km und genauen Interessen wie «organic certification», «sustainable fashion» etc. funktionierte am besten.
- Während der Kommunikation auf Social Media vertiefte ich mich auch in der Lektüre über das Tracking mit den Facebook Werbeanzeigen, inkl. UTM-Tags und Pixel