HUNGER

Mein erster 3D-Animationsfilm in Blender

In unserem Modul Sketch & Draw, durften wir im 3. Semester ein Storyboard skizzieren. 
Die Aufgabenstellung war folgendermassen formuliert:
«Ein imposantes Hochhaus ragt in den Himmel. Unser Held* tritt ins Bild und läuft auf den Eingang zu.
Schnitt.
Der Held läuft einen Gang entlang und bleibt vor der Tür mit der Nummer «6690» stehen.
Er öffnet die Tür und betritt das Zimmer. Hier erblickt er sie.
»

Daraus entstand mein Storyboard:

Da ich sowieso schon länger einen Animationsfilm machen wollte, ergab sich das perfekt und bald war klar: Das bleibt nicht auf Papier. Ich wollte die Geschichte als vollständige 3D-Animation umsetzen. So entstand Hunger, mein erster eigener, einminütiger Kurzfilm.

Das visuelle Konzept hatte ich durch den Storyboard bereits im Kopf, die Kameraführung, die Bildsprache, die Stimmung. Also ging es direkt in Blender. Was dann folgte, war eine ziemlich intensive Selbstlernphase. Das Projekt entstand noch vor dem Modul Motion Design und vor meinem Major, entsprechend fehlte mir das technische Fundament fast komplett. Ich arbeitete mich durch unzählige Tutorials, vor allem zu Materialien, Lichtsetups und Kamerabewegungen. Vieles war neu, vieles hat nicht auf Anhieb funktioniert, und trotzdem bin ich irgendwie durchgekommen.

Für den Aufbau der Welt nutzte ich Assets aus dem 3D Blender Kit. Die Figuren generierte ich mit KI und überführte sie anschliessend mit Tripo Studio in dreidimensionale Charaktere. Was auf dem Papier simpel klingt, war in der Praxis der grösste Zeitfresser des ganzen Projekts: Einzelne Elemente zusammenzuführen, eine stimmige Welt daraus zu bauen, die visuell funktioniert und sich am Ende flüssig anfühlt. Das kostete mich Stunden über Stunden. Aber genau dieser Moment, wenn plötzlich alles zusammenpasst und die Welt, vor allem nach dem Sound Design, lebendig wird, war auch der schönste des ganzen Prozesses.

Am Ende bin ich wirklich stolz auf das, was dabei rausgekommen ist. Hunger ist mein erster eigener Kurzfilm und jetzt, wo ich im Studium so viel mehr über Blender gelernt habe, merke ich bei jedem Neuanschauen, wie weit ich seither gekommen bin.

Hunger: Link

(mmi)

Was ich unterschätzt habe
Ohne Vorwissen in Motion Design und 3D-Produktion war der Einstieg in dieses Projekt steil. Ich habe vieles über Umwege gelöst, die mit dem heutigen Wissen gar keine Umwege mehr wären. Allein bei Materialien und Licht habe ich so viel Zeit verloren, weil mir das konzeptionelle Verständnis dahinter noch gefehlt hat. Ich wusste oft, wie das Resultat aussehen soll, aber nicht, wie ich dahin komme.

Was ich heute anders machen würde
Ich würde mehr Zeit in die Planung stecken, bevor ich anfange zu bauen. Ein sauberer Workflow von Anfang an hätte mir viele Nachkorrekturen erspart. Auch beim Einsatz von externen Assets und KI-generierten Figuren würde ich heute kritischer vorgehen. Es hat funktioniert, aber eine durchgängigere, eigenständigere Bildsprache hätte dem Film noch mehr Charakter und Stimmigkeit gegeben.

Fazit
Rückblickend war der Prozess alles andere als effizient. Aber ich würde ihn nicht missen wollen. Denn gerade weil ich damals so viele Umwege gegangen bin, weiss ich heute umso besser, warum bestimmte Workflows so sind, wie sie sind. Der Vergleich zwischen damals und heute zeigt mir konkreter als alles andere, wie viel ich in dieser Zeit gelernt habe. Und das ist letztlich das Schönste daran.