Girlhood: Eine animierte Social-Media-Serie
Mit meiner animierten Reel- und TikTok-Serie zum Thema Girlhood habe ich einen kleinen digitalen Safespace geschaffen. Ein ruhiger Gegenpol zu schnellen Trends, in dem man sich wiederfinden und wohlfühlen kann.
Die Idee dazu kam eigentlich ganz einfach durch meinen eigenen Instagram-Feed. Mir werden oft kurze Videos vorgeschlagen, in denen illustrierte Szenen mit einem kurzen Satz kombiniert werden. Diese Videos bleiben bei mir hängen, weil sie anders sind: ruhiger, reduzierter und fast wie kleine visuelle Gedanken. Genau das wollte ich selbst ausprobieren und in meinem eigenen Stil umsetzen. Daraus entstand meine Serie, die ich auf TikTok und Instagram veröffentliche.
Hier ist mein TikTok Account:
https://www.tiktok.com/@giirlh00d?is_from_webapp=1&sender_device=pc
Und hier ist mein Instagram Account:
https://www.instagram.com/giiirlhoood?igsh=Y21tMW9rOWplODZv


Inspiration und Thema
Da ich gerne zeichne und mich für digitale Illustration interessiere, war das Projekt für mich auch eine gute Gelegenheit, zum ersten Mal eine eigene kleine Serie in Procreate umzusetzen und zu animieren. Als Thema habe ich mich für Girlhood entschieden.
Der Begriff lässt sich zwar mit „Mädchensein“ übersetzen, meint aber viel mehr. Auf Social Media beschreibt Girlhood vor allem kleine, oft alltägliche Momente und Gefühle, die viele Mädchen und junge Frauen teilen – zum Beispiel Freundschaften, Unsicherheiten, Selbstfindung oder einfach ruhige Situationen aus dem Alltag. Oft sind es genau diese unscheinbaren Momente, die besonders emotional wirken. Diese Art von Stimmung wollte ich in meinen Videos einfangen.
Zur Vorbereitung habe ich auf Pinterest und TikTok verschiedene Stile und Inhalte angeschaut und mir Ideen für Szenen und kurze Quotes gesammelt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die einfachsten Situationen oft am besten funktionieren.
Umsetzung und Prozess
Der gesamte kreative Prozess fand in Procreate statt. Ich habe jeweils mit einer groben Skizze begonnen und dann ein Frame vollständig ausgearbeitet. Darauf basierend habe ich 4 bis 6 weitere Frames erstellt, in denen ich nur kleine Veränderungen gemacht habe – zum Beispiel leichte Bewegungen von Haaren der Natur oder Blickrichtungen.
Die Animationen sind bewusst sehr ruhig gehalten. Jeder Frame bleibt etwa fünf Frames lang stehen, wodurch die Bewegung nur ganz subtil wahrnehmbar ist. Es geht dabei weniger um klassische Animation, sondern eher darum, der Illustration ein bisschen Leben zu geben.
Die Postproduktion habe ich in CapCut gemacht. Dort habe ich passende, eher trendige Sounds hinzugefügt, einen leichten Zoom eingebaut und die Quotes ergänzt. Der Text ist ein wichtiger Teil der Videos, weil er die Szene emotional einordnet und die Aussage verstärkt.
Visueller Stil und Wirkung
Mir war wichtig, dass alle Videos zusammenpassen und als Serie erkennbar sind. Deshalb habe ich mit ähnlichen Farben, einer einheitlichen Linienführung und einer ruhigen Bildsprache gearbeitet. So entsteht ein klarer Look, der sich durch alle Videos zieht.
Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Videos wirken stimmig und transportieren genau die ruhige, emotionale Stimmung, die ich erreichen wollte. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie wichtig Details wie der „Safe Space“ sind – bei zwei Videos war der Text etwas zu nah am Rand. Beim nächsten Mal würde ich darauf noch stärker achten.
(mbi)
Rückblickend bin ich mit den Endresultaten sehr zufrieden. Die Videos funktionieren sowohl einzeln als auch als Serie gut und haben einen klar erkennbaren Look. Besonders gelungen finde ich den einheitlichen Illustrationsstil, die ruhige, subtile Animation und die Kombination aus Bild, Text und Sound. Die Videos vermitteln genau die Atmosphäre, die ich mir zu Beginn vorgestellt hatte: ruhig, emotional und ästhetisch.
Gleichzeitig sind mir im Prozess auch konkrete Schwächen aufgefallen. Ein zentraler Punkt ist der Umgang mit dem Safe Space auf Social Media. Texte und wichtige Bildelemente müssen so platziert werden, dass sie auf allen Plattformen und in verschiedenen Formaten vollständig sichtbar bleiben. Bei zwei meiner Videos habe ich das nicht ausreichend berücksichtigt – der Text ist zu nah am Rand und wirkt dadurch leicht abgeschnitten oder zu knapp im Bild. Das beeinträchtigt die Lesbarkeit und wirkt weniger professionell. Beim nächsten Projekt würde ich diesen Punkt bereits in der Gestaltung stärker einplanen und konsequent mit Safe-Area-Guidelines arbeiten.
Insgesamt war das Projekt für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, weil ich zum ersten Mal Illustration, Animation und Social-Media-Content miteinander kombiniert habe. Ich konnte meinen eigenen visuellen Stil weiterentwickeln, erste Animationen in Procreate umsetzen und eine kleine, zusammenhängende Serie konzipieren. Das Thema Girlhood hat dafür gut funktioniert, da es viele kleine, emotionale Momente umfasst, die sich besonders gut in kurzen, visuellen Szenen erzählen lassen. Gleichzeitig hat das Projekt gezeigt, dass auch ruhige, reduzierte Inhalte auf Plattformen wie TikTok und Instagram funktionieren können – gerade dann, wenn sie bewusst einen Kontrast zur üblichen Ästhetik setzen.