FRITZ – vom Familienrezept zur Marke

Titelbild Digezz FRITZ

Dieses Projekt entstand nicht aus einer klassischen Aufgabenstellung, sondern aus einer Anfrage eines Freundes. Sein Vater hatte vor vielen Jahren ein Gewürz entwickelt, das lange Zeit ausschliesslich innerhalb der Familie gemischt und verwendet wurde. Irgendwann entstand die Idee, dieses Gewürz nicht nur für den Eigengebrauch zu behalten, sondern es als Experiment auf den Markt zu bringen – ohne konkrete Erwartungen, dafür mit Neugier.

Für diesen Schritt holte mich meinen Freund mit ins Boot. Während er sich vor allem um betriebswirtschaftliche Fragen kümmerte, brachte ich meine Perspektive als Multimedia Producer ein. Ergänzt wurden wir durch einen dritten Partner, der sich insbesondere um Zahlen, Kalkulationen und Prozesse kümmerte. Rückblickend war diese Kombination entscheidend: Drei unterschiedliche Kompetenzen, die sich sinnvoll ergänzten.

Von Beginn an war klar, dass FRITZ nicht nur ein Produkt, sondern als Ganzes gedacht werden sollte. Gemeinsam entwickelten wir eine klare Story, eine visuelle Identität und ein konsistentes Branding – von der Namensgebung über die Etiketten bis hin zur Tonalität der Marke. Ziel war es, dem Produkt eine Haltung zu geben, die ehrlich wirkt und nicht versucht, mehr zu sein, als es ist.

Meine Hassliebe zu VS Code

Um das Gewürz seriös präsentieren und tatsächlich verkaufen zu können, brauchte es jedoch mehr als ein gutes Design. Es musste ein funktionierender Prozess entstehen, über den Bestellungen abgewickelt werden können. Also programmierte ich eine Website mit mehreren Unterseiten – obwohl Webentwicklung bisher nie zu meinen Stärken zählte. Mit dem Programmieren hatte ich lange eine eher schwierige Beziehung. Gerade deshalb entschied ich mich bewusst dafür, diesen Teil selbst umzusetzen und mich der Herausforderung zu stellen. Mit viel Ausprobieren, Geduld und Unterstützung durch ChatGPT gelang es mir schliesslich, eine Website zu realisieren, die sowohl gestalterisch meinen Vorstellungen entsprach als auch funktional war. Bestellungen sind seither direkt über die Website möglich.

Hier geht’s zur Website

Wie ich den Shop mit Code erstellt habe

Kurz erklärt: Ich habe einen eigenen Bestell-Workflow ohne Shop-Plugin umgesetzt. Das HTML bildet ein schlankes Bestellformular mit Live-Preisübersicht, die PHP-Logik verarbeitet die Bestellung serverseitig: Validierung der Eingaben, Preis- und Versandberechnung, Generierung einer eindeutigen Bestellnummer sowie eines personalisierten TWINT-Zahlungslinks. Anschliessend werden automatisch strukturierte E-Mails an mich (inkl. Admin-Infos) und an die Kund:innen (Bestellbestätigung + Zahlungslink) versendet. So läuft der gesamte Bestellprozess direkt, transparent und vollständig eigenentwickelt über die Website.

Der Verkauf startete zunächst offline über Marktstände. Ziel war es, im ersten Jahr 500 Dosen zu verkaufen. Dieses Ziel konnten wir erreichen. Die Konzeption begann bereits 2024, der Verkauf startete Mitte 2025. Ende 2025 lässt sich somit erstmals konkret beurteilen, was funktioniert hat. Besonders erfreulich sind dabei nicht nur die verkauften Dosen, sondern auch erste Nachbestellungen von Nachfüllbeuteln sowie neue Bestellungen, die direkt über die Website eingegangen sind.

Parallel zur Website entstand auch ein Instagram-Account für FRITZ. Dieser dient dazu, die Marke visuell weiterzuführen und Einblicke in Produkt, Haltung und Gestaltung zu geben. Die bisher veröffentlichten Bilder habe ich gezielt im definierten Stil produziert, um früh eine konsistente Bildsprache aufzubauen. Der Account befindet sich aktuell noch im Aufbau, da die Prioritäten zunächst auf der Entwicklung des Produkts, der Verpackung und der funktionierenden Verkaufsprozesse lagen.

Zum Instagram-Account von FRITZ

Mit dem Versand der Produkte ergaben sich weitere Fragestellungen: Wie sollen die Verpackungen aussehen? Wie lässt sich das Branding auch im Versand konsequent weiterführen? Das Projekt befindet sich dadurch in einem ständigen Entwicklungsprozess. Sobald ein Bereich abgeschlossen scheint, öffnet sich der nächste. Genau diese Dynamik macht FRITZ für mich zu einem langfristigen, lernintensiven Projekt, das weit über ein einzelnes Produkt hinausgeht.

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

Abseits von Digezz haben wir im Minor Postproduction ein Werbevideo für FRITZ produziert.

(abb)

Das Projekt FRITZ hat mir deutlich gemacht, wie komplex es ist, aus einer Idee und einem Produkt eine funktionierende Marke aufzubauen. Anders als bei klar umrissenen Aufgabenstellungen liess sich dieses Projekt nicht in einzelne, abgeschlossene Arbeitsschritte unterteilen. Viele Entscheidungen beeinflussten sich gegenseitig, und oft war erst im Nachhinein sichtbar, ob ein Ansatz tatsächlich funktioniert.
Besonders herausfordernd war die Verbindung von Gestaltung, Inhalt und funktionalen Prozessen. Ein stimmiges Branding allein reicht nicht aus, wenn dahinter keine Abläufe existieren, die Bestellungen, Versand und Kommunikation ermöglichen. Die Entwicklung der Website war für mich deshalb ein zentraler Lernmoment. Obwohl Webentwicklung nicht zu meinen Kernkompetenzen zählt, habe ich mich bewusst dafür entschieden, diesen Teil selbst umzusetzen. Dadurch erhielt ich ein besseres Verständnis dafür, wie gestalterische Entscheidungen und technische Umsetzungen ineinandergreifen.
Auch die langfristige Weiterentwicklung der Marke erwies sich als anspruchsvoll. FRITZ befindet sich in einem kontinuierlichen Aufbauprozess, in dem Prioritäten immer wieder neu gesetzt werden müssen. Nicht alles kann gleichzeitig umgesetzt werden, und gewisse Ideen müssen bewusst zurückgestellt werden. Gerade der Instagram-Account ist ein Beispiel dafür: Er existiert, folgt einer klaren Bildsprache, steht jedoch noch am Anfang, weil andere Bereiche zunächst wichtiger waren.
Rückblickend habe ich gelernt, pragmatischer mit Zeit und Ressourcen umzugehen. Statt auf Perfektion zu warten, war es entscheidend, funktionierende Lösungen zu schaffen und diese schrittweise weiterzuentwickeln. Das Projekt hat mir gezeigt, dass Markenarbeit weniger von einzelnen starken Momenten lebt, sondern von konsequenten Entscheidungen, Geduld und der Bereitschaft, Prozesse immer wieder zu hinterfragen und anzupassen.