Freund:innenbuch

Fast jede:r hatte früher eines: das Freund:innenbuch, das von Bank zu Bank wanderte und in jeder Pause weitergegeben wurde. Name, Geburtstag, Lieblingsfarbe oder Lieblingstier, Seite für Seite füllten sich die Bücher mit kleinen Erinnerungen an Menschen, die unseren Schulalltag begleitet haben. Auch heute nehme ich mein altes Freund:innenbuch manchmal noch aus dem Regal und blättere durch die Seiten. Es ist spannend zu sehen, was meine Freund:innen damals beschäftigt hat, welche Träume sie hatten und woran sie sich erinnern wollten.

Genau dieses Gefühl wollte ich mit meinem Projekt zurückbringen. Die Idee war, ein modernes Freund:innenbuch für junge Erwachsene zu gestalten. Nebst den klassischen Fragen stehen heute auch Themen wie Icks, Hot Takes oder Red Flags und Green Flags im Mittelpunkt.

Während des Gestaltungsprozesses entstand zusätzlich eine Travel Edition auf Englisch. Inspiriert von einer eigenen Reise entwickelte ich eine Version für Menschen, die sich unterwegs begegnen und oft nur kurze Zeit miteinander verbringen. Später kam ausserdem eine Büro-Edition hinzu, die Kolleg:innen auf eine lockere und persönliche Weise näher zusammenbringen soll.

Die Fragen haben sich verändert, doch die Freude daran, Erinnerungen, Gedanken und kleine Momentaufnahmen festzuhalten, ist geblieben.

Link klassische Edition: https://www.digezz.ch/app/uploads/2026/06/Freundinnenbuch_klassisch.pdf

Link Reise Edition: https://www.digezz.ch/app/uploads/2026/06/Freundinnenbuch_Reise_Edition.pdf

Link Büro Edition: https://www.digezz.ch/app/uploads/2026/06/Freundinnenbuch_Buero_Edition.pdf

(mmi)

Das Projekt hat mir viel Spass gemacht. Ein grosser Teil der Arbeit bestand darin, meine alten Freund:innenbücher durchzublättern und nach Inspiration zu suchen. Dabei kamen viele Erinnerungen hoch, und es war spannend zu sehen, welche Fragen uns damals beschäftigt haben. Zusätzlich habe ich mit Freund:innen gebrainstormt und sie gefragt, was sie heute gerne in einem Freund:innenbuch lesen, beantworten oder festhalten würden.

Auch die Gestaltung hat mir grosse Freude bereitet. Ich habe mich bewusst für einen simplen, skizzenhaften Stil entschieden. Mir gefällt dieser Look, weil die Seiten dadurch persönlich und unperfekt wirken. Ausserdem lädt das Design dazu ein, die Seiten selbst mit Buntstiften, Stickern oder kleinen Zeichnungen zu ergänzen – genau so, wie wir es früher gemacht haben.

Die klassische Freund:innenbuch-Version fiel mir relativ leicht. Auch die Travel Edition entwickelte sich schnell, da ich dieses Jahr selbst auf Reisen war und ziemlich genau wusste, welche Fragen ich anderen Reisenden stellen würde. Die Herausforderung bestand hier vor allem darin, Fragen zu formulieren, die auch für Menschen funktionieren, die man erst seit kurzer Zeit kennt.

Am schwierigsten war für mich die Büro-Edition. Ich war mir lange unsicher, wie persönlich oder locker die Fragen sein dürfen und ob das Konzept auch in einem etwas formelleren Arbeitsumfeld funktionieren würde. Da ich bisher vor allem in offenen und angenehmen Teams gearbeitet habe, fiel es mir nicht immer leicht, die Perspektive eines klassischeren Büroumfelds einzunehmen.

Die grösste Herausforderung des gesamten Projekts war letztlich die Auswahl. Während des Prozesses entstanden viele weitere Ideen für Editionen, Fragen und Illustrationen. Nicht alles konnte umgesetzt werden, weshalb ich einige Entscheidungen treffen und Inhalte reduzieren musste. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden und kann mir gut vorstellen, das Konzept in Zukunft noch um weitere Editionen zu erweitern.