Festivalsommer mit SRF Virus
Der Sommer 2025 war laut, dreckig, stressig und vor allem voller schöner Begegnungen. Eine intensive Reise führte mich quer durch die Schweiz, mitten hinein in den Festivalsommer. Mit SRF Virus durfte ich am Openair St. Gallen, am Openair Frauenfeld und am Heitere Openair mit dabei sein.




Openair St. Gallen – 26. bis 29. Juni 2025
Der Festivalsommer begann am Openair St. Gallen. Dort war ich mit dem TikTok-Team von SRF Virus unterwegs und habe Content direkt von der Crowd und hinter den Kulissen produziert. Auf dem Gelände haben wir Besucherinnen und Besucher interviewt. Dabei haben wir nicht nur geplante, sondern auch viele spontane Festival Momente festgehalten.
Highlights waren Interviews mit verschiedenen Artists, darunter die deutsche Indie-Band Jeremias, die nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch offen über ihre Erfahrungen als Band und ihre Unsicherheiten sprach. Für unseren Tiktok Kanal spielten sie zudem bei einem Lyrics Quiz mit.
Openair Frauenfeld – 10. bis 12. Juli 2025
Weiter ging es in der Ostschweiz am grössten Hip-Hop-Festival Europas: dem Openair Frauenfeld. Dort war ich als Radioproduzent und Co-Moderator von SRF Virus im Einsatz. Gemeinsam mit dem Team gestalteten wir täglich zwischen 14:00 und 19:00 Uhr Live-Sendungen, die direkt aus unserem Sendebus auf dem Festivalgelände ausgestrahlt wurden. Ziel war es, den Hörer:innen Festival-Feeling zu vermitteln. Vor allem jenen, die nicht vor Ort waren.
Zwischen Sendebus und Artist-Backstage konnte ich mit Künstlern wie Chapo102, Skrt Cobain oder Zartmann sprechen. Es entstanden Gespräche über die Bedeutung vom Openair Frauenfeld, über die Zukunft von Hip-Hop und ganz allgemein über das Leben. Diese Interviews und Live-Erlebnisse prägten unsere Sendungen und brachten das Festival-Feeling direkt zu den Hörer:innen nach Hause, ins Büro oder auf die Autobahn.
Heitere Openair – 8. bis 10. August 2025
Den Abschluss meines Festivalsommers machte das Heitere Open Air in Zofingen, wo ich erneut für TikTok Content zuständig war. Auch dort war ich wieder mit Kamera unterwegs, habe Content produziert und sprach mit Personen auf dem Zeltplatz und auf dem Festivalgelände.
Die entspannte Stimmung auf dem Hausberg von Zofingen, der faszinierende Zeltplatz und das vielfältige Line-up machten das letzte Festival des Sommers zu einem besonders schönen Abschluss. Dank der Routine aus den vorherigen Festivals verlief die Arbeit nahezu ohne Probleme.
Ein intensiver Sommer, viel gelernt und viele Erfahrungen gesammelt. Danke, SRF Virus.<3
Alle Videos von sind auf dem Tiktok Kanal von SRF Virus einsehbar.
Gerade am Openair St. Gallen zeigte sich schnell, wie anspruchsvoll die Arbeit im Festivalumfeld ist. Das TikTok-Team war mit nur zwei Videoproduzent:innen eher dünn besetzt. Zwar hatten wir im Vorfeld einen Redaktions- und Distributionsplan erstellt und definiert, welche Inhalte wir umsetzen wollten, doch die Realität auf dem Gelände wich stark von der Planung ab. Viele Ideen entstanden spontan oder liessen sich aus verschiedenen Gründen nicht wie vorgesehen umsetzen. Dadurch kam es zu laufenden Anpassungen, was immer wieder Stress auslöste.
Die Videos wurden jeweils direkt vor Ort auf dem Festivalgelände geschnitten und publiziert. Dieses Arbeitsumfeld ist gleichzeitig das schönste, aber auch das strengste. Es raubt viel Energie: Hitze, Lärm, viele parallele Reize und wenig Ruhe prägen die Arbeit. Gleichzeitig ist es für mich ein sehr inspirierendes Umfeld. Das Gefühl, nach wenigen Stunden ein Video zu veröffentlichen, das aus einer spontan entstandenen Geschichte heraus entstanden ist, macht die Arbeit besonders erfüllend. Insgesamt konnten wir acht Videos produzieren, fünf davon wurden noch während des Festivals veröffentlicht.
Am Openair Frauenfeld erlebte ich die Arbeit als weniger chaotisch. Der Radio-Alltag ist stärker strukturiert, was automatisch mehr Sicherheit gibt. Dennoch gehörten auch hier stressige Situationen zum Arbeitsalltag. Die fünfstündige Live-Sendung verlangt hohe Konzentration und Flexibilität, da Inhalte möglichst aktuell sein müssen. Als Produzent und Co-Moderator bewegte ich mich ständig zwischen Backstage, Festivalglände und dem Sendebus. Diese Doppelrolle machte die Arbeit abwechslungsreich, brachte aber auch Momente mit sich, in denen schnelle Entscheidungen und ein kühler Kopf gefragt waren. Spontane Artist-Interviews liessen sich dank guter Vorbereitung vor dem Festival gut bewältigen. In einem gemeinsamen Brainstorming hatten wir im Vorfeld Fragen erarbeitet, die es uns ermöglichten, vor Ort flexibel zu reagieren und zusätzliche Interviews kurzfristig umzusetzen. Dank eines gut eingespielten Teams konnten wir diese Situationen gemeinsam meistern.
Am Heitere Openair konnten wir schliesslich aus den Erfahrungen vom Openair St. Gallen lernen. Sowohl der Redaktions- als auch der Distributionsplan waren im Vorfeld konkreter und realistischer ausgearbeitet. Dadurch konnten wir effizienter arbeiten und gleichzeitig spontaner reagieren, ohne dass dies zu dauerhaftem Stress führte. Auch hier produzierten wir acht Videos, vier davon wurden bereits während des Festivals veröffentlicht.
Fazit:
Festivalarbeit lässt sich nur begrenzt planen. Spontane Situationen gehören zum Alltag und lassen sich nicht vollständig antizipieren. Entscheidend ist die Bereitschaft, Pläne laufend anzupassen und flexibel zu bleiben. Genau diese Offenheit im Umgang mit Veränderungen war eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Festival-Sommers. Festivals sind für mich das schönste und gleichzeitig strengste Arbeitsumfeld!