Entwicklung und Vermarktung einer ersten iOS-App
Bereits als Kind kam ich das erste Mal mit der App-Entwicklung in Kontakt. Ich schaute YouTube-Tutorials zu Xcode, Apples Entwicklungsumgebung, und versuchte mir das Programmieren selbst beizubringen. Rund zehn Jahre später entschloss ich mich, es ernsthaft anzugehen — diesmal mit zwei Vorteilen, die mir damals fehlten: erste Programmierkenntnisse aus dem Fach «Interaktive Medien» und die Unterstützung von KI-Assistenten wie Claude.
Als einfachen Einstieg, noch ohne den konkreten Plan, eine vollständige App zu veröffentlichen, richtete ich ein neues Xcode-Projekt ein und machte mich mit der Umgebung vertraut. Als erstes Projekte überlegte ich mir eine einfache Zähler-App umzusetzen. Schritt für Schritt kamen neue Funktionen und Ideen hinzu, bis nach unzähligen Tests und Fehlermeldungen schliesslich eine fertige erste Version der App mit dem Namen SimpleCount stand.

Was noch fehlte, war ein durchdachtes Erscheinungsbild. Die App bestand bis dahin ausschliesslich aus vorgefertigten Apple-UI-Elementen. In Illustrator entwarf ich mehrere App-Icons mit Farbverläufen und entwickelte parallel die Markenidentität des Entwicklungsstudios: (by) TOFU — ein Akronym für «Tools For You». Der Name steht sinnbildlich für die blockartige Struktur der App und bot Potenzial für ungewöhnliches Marketing. Online fand ich die Domain bytofu.app zu einem günstigen Preis und erstellte mithilfe von Claude eine Support- sowie eine Datenschutzseite, die der App Store voraussetzt.
Nach einer Investition von 100 Franken für das Apple-Entwicklerkonto reichte ich die App ein — und erlebte vier Ablehnungen in Folge. Jede davon erforderte Fehlerbehebungen und einen neuen Einreichungsversuch, was sich als echte Geduldsprobe erwies. Umso befriedigender war es, als die App schliesslich im App Store erschien und heruntergeladen werden konnte.
Für das Marketing richtete ich einen Instagram-Account ein und investierte zehn Franken in Werbeanzeigen, zusätzlich zu bezahlten Platzierungen im App Store selbst. In mehreren kleineren Updates und einer grundlegend überarbeiteten Version 2.0 verbesserte ich Aufbau und Darstellung der App wesentlich und ergänzte neue Funktionen.
(mbi)
Die grösste Herausforderung war der Einstieg: Xcode als Entwicklungsumgebung und Swift als Programmiersprache gleichzeitig zu erlernen, war anfangs überwältigend. Die App Mimo half mir dabei, ein grundlegendes Verständnis aufzubauen. Es gab Momente echter Frustration — besonders beim Einreichungsprozess bei Apple, der sich durch wiederholte Ablehnungen in die Länge zog. Rückblickend hätte ich mehr Zeit in das Verständnis der App-Store-Richtlinien investieren sollen, bevor ich die erste Version einreichte.
Einen kommerziellen Erfolg wird die App nicht bringen — das war aber auch nie das eigentliche Ziel. Als Einstieg in die professionelle App-Entwicklung, mit allem was dazugehört: Konzept, Code, Design, Marketing und Veröffentlichung, hat das Projekt mehr als erfüllt, was ich mir erhofft hatte. Und dass ich die App bereits beim Spielen mit Freund*innen einsetzen konnte, macht sie für mich persönlich wertvoll.