Eine visuelle Dokumentation des Siebdruckprozesses
Mode und deren Herstellung haben mich schon lange begeistert. Die Möglichkeit, ein eigenes T-Shirt zu designen und dieses von meiner Kollegin mittels Siebdrucks umsetzen zu lassen, wollte ich deshalb unbedingt nutzen. Da ich zudem noch wenig Erfahrung im Filmen und in Premiere Pro hatte, setzte ich mir das Ziel, den Prozess in einem kurzen Video festzuhalten und mich in diesen Bereichen gezielt weiterzuentwickeln.
Konzept und Vorbereitung
Zu Beginn entwickelte ich drei verschiedene Designentwürfe, bevor ich mich für eine finale Variante entschied. Dabei griff ich auf eigenes Fotomaterial aus einem anderen Digezz-Projekt zurück, das ich bisher noch nicht verwendet hatte. Zusätzlich liess ich mich von Social Media Edits inspirieren und setzte mich mit dem Siebdruckprozess auseinander, um die Abläufe besser zu verstehen.
Für den Dreh erstellte ich eine Shotlist mit den wichtigsten Aufnahmen, die ich in Absprache mit meiner Kollegin plante. Parallel bereitete ich das Equipment vor und setzte mich mit der Kamera auseinander. Da zwischen Planung und Dreh wenig Zeit lag, konnte ich mich jedoch nicht mehr vertieft mit Slow-Motion-Aufnahmen beschäftigen, weshalb ich diesen Aspekt weglassen musste, obwohl ich ihn gerne ausprobiert hätte.
Umsetzung und Dreh
Eine gute Kollegin von mir studiert Grafikdesign an der HSLU und konnte dank ihres Zugangs zur Werkstatt sowie ihres fachlichen Könnens die Rolle der Protagonistin übernehmen.
Der Drehtag war sehr intensiv, mit drei Stunden Anreise am Vorabend, acht Stunden Dreh und drei Stunden Rückreise. Da wir an einem Feiertag drehten, war das Gebäude fast leer und wir konnten ungestört arbeiten. Ursprünglich plante ich, mit einem Stativ zu arbeiten, stellte jedoch schnell fest, dass ich flexibel und mobil bleiben musste, um verschiedene Perspektiven einzufangen, weshalb ich darauf verzichtete.
Während des Drehs wurde deutlich, wie wichtig Geduld ist, da viele Einstellungen mehrfach aufgenommen werden mussten. Gleichzeitig gab es Arbeitsschritte im Siebdruck, die nur einmal durchgeführt werden konnten, wodurch eine hohe Konzentration erforderlich war. Ich hatte meine Shotlist im Hinterkopf, blieb jedoch bewusst flexibel und entschied situativ, welche Aufnahmen visuell am besten funktionierten. Nicht alle Shots gelangen perfekt, insgesamt war ich jedoch sehr zufrieden mit den Aufnahmen.
Postproduktion
In der Postproduktion stellte ich zunächst alle relevanten Clips zusammen und erhielt eine Rohfassung von rund sechs Minuten, obwohl ursprünglich ein 30-sekündiges Video geplant war. Ich entschied mich deshalb, das Video auf eine Minute zu verlängern, da ich sonst zu viele wichtige Inhalte hätte weglassen müssen.
Die Musiksuche erwies sich als besonders schwierig, da der Song sowohl zu meiner Vision passen als auch lizenzrechtlich und finanziell umsetzbar sein musste. Nach längerer Recherche fand ich eine passende Lösung im Hip-Hop-/Rap-Bereich.
Der Schnitt erfolgte anschliessend Schritt für Schritt entlang der Musik. Ich versuchte bewusst, Bild und Ton zu verknüpfen, indem ich visuelle Ereignisse auf bestimmte Beats legte, zum Beispiel das Einschalten des Lichts auf einen spezifischen Moment im Song. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, den Prozess korrekt darzustellen und gleichzeitig ein schnelles und spannendes Tempo beizubehalten.
Ich arbeitete viel mit unterschiedlichen Perspektiven derselben Handlung, da dies im Schnitt sehr gut wirkte. Die Transitions fügte ich danach hinzu, wobei ich verschiedene Effekte aus der Premiere-Pro-Bibliothek ausprobierte.
Für die Farbkorrektur und das Grading arbeitete ich strukturiert mit Adjustment Layers. Ich trennte «Basic Corrections» und Grading auf zwei Ebenen, wodurch ich Einstellungen bei ähnlichen Lichtverhältnissen effizient übertragen konnte. Die «Lumetri Scopes» nutzte ich jedoch noch nicht gezielt, da mir hier das theoretische Verständnis fehlte.
(mmi)
Die Planung verlief grundsätzlich gut, dennoch war die Zeit zu knapp, um mich in alle technischen Aspekte vertieft einzuarbeiten, insbesondere im Bereich Transitions und Color Grading.
Der Verzicht auf das Stativ führte teilweise zu leicht verwackelten Aufnahmen, was ich in der Postproduktion aber grösstenteils korrigieren konnte.
Die Arbeit mit dem vorhandenen Material stellte sich als sehr lehrreich heraus, insbesondere bei der Entscheidung, welche Sequenzen für das finale Video relevant sind und wie sich diese sinnvoll reduzieren lassen, ohne wichtige Inhalte zu verlieren.
Besonders positiv war mein Workflow in Premiere Pro. Das strukturierte Arbeiten, insbesondere mit Adjustment Layers, funktionierte sehr gut und half mir, effizient zu arbeiten. Auch das Schneiden auf die Musik machte mir viel Spass und ich konnte ein besseres Gefühl für Rhythmus und Timing entwickeln.
Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich im Bereich Color Grading noch grosses Verbesserungspotenzial habe, da ich mich bei diesem Projekt stark auf mein visuelles Empfinden verlassen habe.
Insgesamt bin ich mit dem Endresultat zufrieden, auch wenn einzelne Aufnahmen leicht unscharf sind oder farblich nicht perfekt abgestimmt wirken. Das Video entspricht meiner ursprünglichen Vision und ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln.
Für zukünftige Projekte würde ich Kamerabewegungen und Übergänge bereits beim Dreh genauer planen und gezielt aufnehmen. Dieses Mal musste ich ausschliesslich auf Transitions in der Postproduktion zurückgreifen, da meine Aufnahmen mit solchen Übergängen nicht brauchbar waren.