Die Magie des Moments: Fotografie am Set jenseits der Leinwand

Leon Olbrecht mit der Kamera in der Hand am filmen. Ein Bild von Tina Gerber

Film und Fotografie? Das ist doch nicht das selbe, aber „behind the scenes“ Bilder wären schon cool! Dieser Blogbeitrag gibt dir Tipps und Tricks, wie man Momente am Set eingefangen und die Essenz des Filmemachens in Bildern festhalten kann.

Vertrauen gewinnen

Die Kamera hinter den Kulissen zu führen, erfordert Vertrauen. Bevor du den Auslöser drückst, sprich mit den Menschen am Set. Zeige Interesse an ihrer Arbeit und erkläre, warum du diese Momente festhalten möchtest. Respekt und Offenheit schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens. Dann kommt meist eher ein Lächeln in die Linse 😉

Im Hintergrund verschwinden

Um authentische Aufnahmen zu erhalten, musst du beinahe unsichtbar werden. Verwende eine unaufdringliche Ausrüstung und meide es, im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen. Ein guter Behind-the-Scenes-Fotograf ist wie ein stiller Beobachter, der die Momente ohne Störungen einfängt. Kleiner Geheimtipp: Schalte bei deiner Kamera auf den elektronischen Verschluss um, dann hört dich sicher niemand auslösen.

Spiel mit dem Licht

Die Beleuchtung auf einem Filmset kann dramatisch wechseln. Nutze dieses natürliche Spiel von Licht und Schatten, um die Stimmung einzufangen. Spiele mit den verschiedenen Lichtquellen, sei es das warme Glühen der Scheinwerfer oder das sanfte Tageslicht, um einzigartige Bilder zu schaffen. Suche nach Licht-Schatten-Spielen und ganz wichtig: scheue dich nicht davor, die Kamera mal absichtlich schräg zu halten. #FeelFree

Der gesamte Produktionsprozess zählt

Es ist nicht nur die schauspielerische Leistung, die die Geschichte erzählt. Fotografiere auch diejenigen, die im Hintergrund arbeiten – sei es der Tontechniker oder der Kameramann. Jede Rolle ist ein wichtiger Bestandteil des Puzzlefilms und verdient es, festgehalten zu werden. Genauso der Drehort – Gib ihm Raum zum Wirken. Zeige Stellen, die im Film vielleicht nicht ersichtlich sind, aber es verdient haben auch ein Platz des Ansehens zu erhalten.

Sei flexibel und vorbereitet

Filmsets sind bekannt für ihre Dynamik. Sei bereit, dich den ständig wechselnden Situationen anzupassen. Eine spontane Unterhaltung zwischen den Schauspielern oder ein intensiver Moment am Set – halte deine Kamera stets griffbereit, um den perfekten Augenblick einzufangen. kleiner Tipp: Wenn es schnell gehen muss, werden die Kameraeinstellungen oft in den Hintergrund gestellt. Achte trotzdem darauf, dass dein Verschluss genug hoch ist, vor allem bei dunkeln Lichtverhältnissen.

Gefühle einfangen

Nicht nur visuelle Elemente sind wichtig; versuche, die Emotionen und Beziehungen zwischen den Crewmitgliedern einzufangen. Von der Konzentration während der Dreharbeiten bis zu den ausgelassenen Momenten zwischen den Aufnahmen – dies sind die kleinen Details, die eine Geschichte erzählen.

Sanfte Bearbeitung für den authentischen Charme

Weniger ist mehr, wenn es um die Nachbearbeitung von Behind-the-Scenes-Fotos geht. Halte die Authentizität der Szene bei und verzichte auf übermässige Ausrichtung, Retuschen und Filter. Die Bearbeitung sollte dazu dienen, die Atmosphäre zu verstärken, nicht sie zu verändern. Ein No-Go: Lens Flares! Lass das Bild ein Bild sein!

Die Reise hinter die Kulissen eines Films war für mich nicht nur eine fotografische Herausforderung, sondern auch eine faszinierende Möglichkeit, die Kreativität und Hingabe der Filmwelt einzufangen. Es ist eine Welt, die im Verborgenen lebt und darauf wartet, durch die Linse entdeckt zu werden. Möchtest du meine Resultate sehen, dann findest du unter folgendem Link die Bildergalerie. https://alpinart.pixieset.com/berlin/

(bas)

Reflexion
Diese sieben Tage haben mich in eine aufregende Welt der Fotografie entführt, die ich so noch nie erlebt habe. Die Herausforderung, in einer mir unbekannten Stadt zu fotografieren, erforderte nicht nur Kreativität, sondern auch eine sorgfältige Planung meines Equipments. Stundenlang habe ich abgewogen, was mit muss und was zuhause bleiben kann, da ich weit weg von meiner gewohnten Umgebung war.

Als B-Cam beim Dreh hatte ich ständig die Uhr im Blick und musste jede Gelegenheit nutzen, um hinter den Kulissen einzigartige Momente einzufangen. Die Zeit war knapp, und oft wurde es hektisch, doch der Drang, die Atmosphäre einzufangen, trieb mich weiter an.

Die grösste Herausforderung für mich war, mich von meinem üblichen Standard zu lösen. Normalerweise arbeite ich mit High-End-Bildern als Export, aber diesmal ging es darum, den Charakter jedes Bildes zu bewahren und es so zu lassen, wie es in diesem authentischen Moment war. Es war schwer, sich von dem zu lösen und das Wesentliche zu betonen.

Insgesamt habe ich während des Drehs und der anschliessenden Nachbearbeitung einen enormen Aufwand betrieben. Die 3500 Bilder zu sichten, zu bearbeiten und die besten auszuwählen, war eine zeitintensive, aber auch unglaublich lohnende Erfahrung. Die Vielfalt der eingefangenen Momente und die Erinnerungen, die diese Bilder repräsentieren, machen den Aufwand mehr als wett. Diese Reise hat nicht nur meinen fotografischen Horizont erweitert, sondern mich auch gelehrt, die Schönheit im Unvollkommenen zu sehen.