Der Mann, der Feuer spuckt

Ein Kanu, ein See und ein Mann, der Feuer spuckt. Das schreit förmlich nach einem spektakulären Bild. Aufgenommen mit einer Fuji X-T50 und in Photoshop bearbeitet, ist daraus ein Compositing entstanden, das der ursprünglichen Aufnahme zusätzliche Dramatik verleiht.

Frümorgens, noch bevor die Sonne aufgeht, berührt das Paddel erstmals die glatte Oberfläche des Wassers. Der See ist mit einer dichten Nebelschicht überzogen, es ist kühl. Wir haben alles bereit: Kamera, zwei Boote, ein Holzstock und eine Flasche schwedisches Lampenöl – denn wir haben etwas vor. Als wir schliesslich mitten auf dem See sind, paddelt Nanda näher Richtung Ufer, wo er die erste Flamme in den unfreundlich grauen Himmel spuckt. Eigentlich haben wir uns auf einen warmen Sonnenaufgang gefreut. Die Mystik, mit der sich uns die Natur aber nun präsentiert, ist ebenfalls wunderschön. Und so kam es, dass aus der ursprünglichen Fotoidee etwas ganz anderes wurde als eigentlich geplant: In Kombination mit einer Aufnahme des Vollmondes entsteht ein Compositing, das Mystik, Dramatik und Ruhe zugleich vermittelt.

(vha)

Die Umsetzung

Die beiden einzeln fotografierten Bilder wurden mit Photoshop so zusammengefügt, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Um die mystische und dramatische Stimmung zusätzlich zu verstärken habe ich das Bild stark verdunkelt und so Nacht aus dem Tag gemacht. In mehreren Durchgängen wurden die Details immer weiter verfeinert, bis sowohl die Farben als auch die Helligkeitswerte harmonisch wirkten. Da das Bild ausserdem als Poster gedruckt wurde, habe ich es zusätzlich für den Druck optimiert.

Positives

Der Prozess war sehr intuitiv, erforderte jedoch auch viel experimentieren. Dadurch, dass ich mich viel mit der Bildbearbeitung auseinandersetze, konnte ich gut einschätzen, an welchen Reglern ich drehen musste, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Trotzdem fand ich es herausfordernd, aus dem hellen Ausgangsmaterial ein so dunkles Endergebnis zu schaffen.

Verbesserungen

Insgesamt hätte ich bei der Bearbeitung strukturierter vorgehen können. Zum Schluss habe ich mich in diversen Varianten wiedergefunden, die sich so minimal voneinander unterschieden haben, dass eine aussenstehende Person wohl kaum den Unterschied wahrgenommen hätte.

Fazit

Ich habe zum ersten Mal ein Compositing umgesetzt, welches für einen grossflächigeren Druck vorgesehen war. Das hat mich gefordert, weil die Detailarbeit bei der Bearbeitung umso wichtiger ist und auch der Druckprozess hinsichtlich Farbmanagement eine deutlich sorgfältigere Vorbereitung erforderte, damit das Bild auf Papier genauso wirkt wie am Bildschirm.