Der erste Blick zählt
Warum über 50 Cover entstanden, Blickbewegungen analysiert und Leser:innen zur Diskussion eingeladen wurden.
Ein Magazincover hat nur wenige Sekunden, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch was bringt uns dazu, genauer hinzusehen? Und weshalb wirkt ein Cover hochwertig, glaubwürdig und authentisch, während ein anderes zwar auffällt, aber dennoch nicht überzeugt?
Mit diesen Fragen habe ich mich in meiner Bachelorthesis beschäftigt. Untersucht wurde das Zürcher Magazin DAPPO; ein konkretes Fallbeispiel, an dem gestalterische Praxis und empirische Forschung zusammengeführt wurden.
Zu Beginn wurden ausgewählte Cover renommierter Lifestyle- und Fashion-Magazine analysiert. Ziel war es, unterschiedliche Gestaltungsansätze sichtbar zu machen und daraus Kontraste für die eigenen Entwürfe abzuleiten. Auf dieser Grundlage entstanden diverse Covervarianten, von denen zehn bewusst unterschiedliche Ansätze für die Untersuchung ausgewählt wurden.
Wohin fällt der erste Blick? Ein webbasiertes Eye-Tracking Experiment zeigte, welche Bereiche der Cover früh und besonders intensiv betrachtet wurden. In einer anschliessenden Fokusgruppe wurden Eindrücke und Bewertungen der Entwürfe diskutiert. Dadurch liessen sich die Blickdaten um persönliche Wahrnehmungen ergänzen und besser einordnen.
Die Erkenntnisse der Untersuchung flossen direkt als begleitendes Lehrprojekt in die redaktionelle und visuelle Umsetzung der diesjährigen DAPPO-Printausgabe ein. Gestalterische Intuition, redaktionelle Anforderungen und empirische Beobachtungen wurden dabei miteinander verbunden.
Ein kurzes Showreel präsentiert eine Auswahl der entstandenen Entwürfe und zeigt die gestalterische Bandbreite der verschiedenen Coveransätze.
Ergänzend entstand ein kompakter Designguide, der zentrale Empfehlungen für Coverdesigns bündelt und der Redaktion bei zukünftigen Gestaltungsentscheidungen Orientierung gibt.