Colors of Nature

Das Fotoprojekt «Colors of Nature» beschäftigt sich mit der Vielfalt und den unterschiedlichen Facetten der Natur. Mit Vielfalt ist jedoch nicht nur die Natur selbst gemeint, sondern auch wie wir Menschen die Natur verändern.

Die Idee

Im Zentrum des Projekts steht eine fotografische Reise durch verschiedene Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün und Blau. Jede dieser Farben wird in einem eigenen, selbst gebundenen Büchlein dargestellt. Die Fotografien innerhalb der Büchlein konzentrieren sich jeweils auf Motive aus der Natur, die die entsprechende Farbe besonders hervorheben. Dadurch entsteht eine klare visuelle Struktur sowie eine intensive Auseinandersetzung mit einzelnen Farbwelten.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist das Storytelling. Zu Beginn zeigen die Fotografien die Schönheit, Ruhe und Ästhetik der Natur in ihrer reinsten Form. Mit fortschreitender Bildabfolge verändert sich die Aussage jedoch: Die Bilder werden kritischer und thematisieren den Einfluss des Menschen auf die Umwelt. Aspekte wie Umweltverschmutzung, Abfall und Zerstörung von Lebensräumen werden bewusst in Szene gesetzt. Dadurch entsteht ein Kontrast zwischen der ursprünglichen Schönheit der Natur und den negativen Folgen menschlichen Handelns.

Die handgebundenen Büchlein verleihen dem Projekt zusätzlich eine persönliche und handwerkliche Dimension. Jedes Exemplar ist ein Unikat und unterstreicht den sorgfältigen und bewussten Umgang mit dem Thema. Damit die Büchlein auch alle zusammen aufbewahrt werden können, erstelle ich zusätzlich eine Box in der alle Exemplare verstaut werden können.

Ziel des Projekts ist es, die Betrachtenden nicht nur visuell anzusprechen, sondern auch zum Nachdenken anzuregen – über die Schönheit der Natur, ihre Verletzlichkeit und die Verantwortung des Menschen, sie zu schützen.

Phase 1: Fotografieren und bearbeiten

Das erste, was ich tat, war fotografieren. Zuerst war ich in meinem Garten unterwegs, wo ich schon ganz viele verschiedene Farben und Motive fand. Da ich aber bei weitem noch nicht genug Bilder für alle Büchlein hatte, entschied ich mich bei einem Spaziergang von Unterterzen nach Mols (am Walensee entlang) noch mehr Fotos zu machen.

Danach ging es daran die Bilder auszusortieren und anschliessend in der Post-Produktion zu bearbeiten. Ich arbeitete dabei mit dem Programm Lightroom. Mir war wichtig, dass ich mit der Licht- und Farbgestaltung eine Art von negativer Stimmung schaffen kann. Dafür verwendete ich starke Farbakzente und eher kaltes Licht.

Einblick in die bearbeiteten Bilder

Phase 2: Aufräumen und sortieren

In einer zweiten Phase ging es dann darum, dass ich mich entschied wie viele und welche Bilder ich für die Büchlein nehme. Dafür habe ich in InDesign alle Bilder pro Farbe auf einer Seite verteilt und dann aussortiert. Schnell wurde mir klar, dass ich für die Farbe Orange nicht genug Fotos hatte. Deshalb musste ich mich dazu entscheiden nur vier Büchlein zu realisieren. Dann habe ich begonnen die Bilder in einer sinnvollen Reihenfolge zu platzieren. Auch dies tat ich im gleichen Programm.

Hier kam das Storytelling ins Spiel. Denn zu Beginn sollen die Fotografien die Schönheit, Ruhe und Ästhetik der Natur zeigen und mit fortschreitender Bildabfolge verändert sich die Aussage: Die Bilder werden kritischer und thematisieren den Einfluss des Menschen auf die Umwelt. Dadurch entsteht ein Kontrast zwischen der ursprünglichen Schönheit der Natur und den negativen Folgen menschlichen Handelns. Die Aussage verstärkte ich, indem ich mir eins bis zwei Wörter pro Bild überlege, welche später auf die Rückseite jeder Seite des Büchleins kommen.

Rheinfolge mit Stichwort

Phase 3: Büchlein binden und Fotos einkleben

Als nächstes begann ich die Büchlein für die Bilder zu binden. Dafür nutze ich Transparentpapier und weissen Faden. Das gewählte Papier verleiht dem gesamten Erscheinungsbild nochmals mehr einen etwas schummrigen und dystopischen Eindruck.

Dann druckte ich die Bilder aus und probierte aus, auf welche Art ich diese einkleben soll. Ich entschied mich für das schwarze Klebeband, da es die Bilder mit einer Brutalität untermauert, die im Gegensatz zur Harmonie der Bilder stand.

Zum Schluss schrieb ich dann auf die Rückseiten die jeweiligen Wörter zu den Fotos. Diese sollen zum Nachdenken anregen und zeigen, dass sich eben nicht nur um z.B. eine Bank in der Natur handelt (harmlos), sondern um den Menschen, der in die Natur eingegriffen hat.

Phase 4: Cover binden und Box basteln

In einer letzten Phase ging es dann darum ein Cover und eine Box für die Büchlein zu machen. Für diese fertigte ich zuerst einen Prototypen und eine Skizze an. Damit ich hier nochmals das Thema Umwelt aufgreifen konnte, erstellte ich das Cover und die Box aus gebrauchten Tetrapaks. So recycelte ich etwas, was ansonsten weggeschmissen worden wäre. Ich sammelte die gebrauchten Tetrapaks und schnitt sie alle auseinander.

Für die Covers nähte ich zwei Tetrapaks zusammen. Die Farbe vom Faden entspricht dabei jeweils der Farbe der Fotos. Ich begann zuerst mit einer dünnen Nadel die Löcher direkt durch die zwei Schichten zu machen. Daraufhin zerbrach mir aber eine Nadel und ich musste mit einer Lösung aufkommen. Schlussendlich lochte ich die Covers vor, was mir das zusammennähen enorm erleichterte.

Endresultat

(mbi)

Grundsätzlich bin ich mit dem Projekt sehr zufrieden. Besonders zufrieden bin ich mit den Fotos sowie mit deren Bearbeitung. Dies war der Teil des Projekt der mir am meisten Spass gemacht hat und in welchem ich mich am meisten weiterentwickeln konnte.

Für ein nächstes Mal würde ich sorgfältiger arbeiten beim Erstellen der Covers. Denn ich habe diese oft nicht genau abgemessen und einfach mal ungefähr zugeschnitten. Dies führte dazu, dass die Büchlein jetzt leider nicht ganz so einheitlich und sauber aussehen. Auch wäre es gut gewesen, wenn ich für die Naht schon eine Linie vorgezeichnet hätte damit diese gerade ist. Beim Endresultat ist diese nicht immer gleich weit vom Rand entfernt und deshalb oft etwas schief.

Learnings:

  • Es kann passieren, dass man ein gewünschtes Motiv beim Fotografieren nicht findet und deshalb eine Idee verwerfen muss.
  • Beim Fotografieren immer ein Putzset für die Kamera dabei haben. Denn ich hatte staub auf der Linse und musste dann in der Post kleine Punkte bei fast jedem Bild entfernen, was extrem zeitaufwändig war.
  • Genaueres Arbeiten von Beginn an erleichtert den Prozess und viele Probleme können vermieden werden. Zum Beispiel: Dass die zwei Schichten der Covers plötzlich nicht mehr aufeinander passten, war dem zu verdanken, dass ich nicht genau ausgeschnitten hatte.
  • Wenn ich mir schon vor dem Bearbeiten der Bilder Gedanken gemacht hätte, welche Bilder schlussendlich in die Büchlein kommen, hätte ich nicht so viele Bilder bearbeiten müssen. Auch dies hätte mir Zeit gesparrt.