Brienz/Brinzauls – Was ein Dorf über die Zukunft der Schweiz verrät
Brienz/Brinzauls ist ein Ort, der mich nicht mehr losgelassen hat. Mehrere grosse Felsstürze, die das Dorf nur knapp verfehlten und zwei Evakuierungen später dürfen die Bewohnenden endlich wieder zurück in ihr Dorf. Diese Doku zeigt, wie es den gebliebenen und ehemaligen Bewohnenden heute geht und was ihre Geschichte über die Zukunft der Schweiz erzählt.
Als wir im Modul Audiovisuelles Erzählen II an einem Bericht über Heimatliebe in Brienz/Brinzauls arbeiteten, war diese Doku eigentlich als Gruppenprojekt geplant. Am Ende schwand jedoch das Interesse in der Gruppe und ich stand alleine mit meiner Idee da, die mich nicht mehr losliess. Also liess ich die anderen Digezz-Projekte fallen und begann.
Zum Material
Im Rahmen vom Modul Audivisuelles Erzählen II ist das ganze Videomaterial für diese Doku enstanden. Die Animation der Rutschung (00:07:53) wurde ebenfalls im Modul Audiovisuelles Erzählen II von Carina Lobnig erarbeitet, welche ich für diese Doku übernehmen durfte. Alles andere habe ich für dieses Digezz Projekt selbstständig erarbeitet.
Zur Doku
Der schwierigste Teil des Projektes war die Story. Von der Materialsichtung bis zur fertigen Struktur auf Papier (siehe Bild unten) war es ein langer Weg. Ich wollte einen roten Faden, der die Menschen, die Geologie und die Zukunft miteinander verbindet. Dies erforderte zusätzliche lange Recherchen. Ausserdem wollte ich, dass die Doku nicht nur erklärt, sondern auch berührt. Dass sie zeigt, wie es ist, wenn ein Dorf plötzlich zum Symbol für Unsicherheit und Wandel wird.

Als die Story stand ging es ans erstellen der DOKU. Da ich nun die Struktur schon hatte ging dies relativ schnell. Den Off-Text hatte ich auch schon grob geplant. Das schreiben des Textes und das abstimmen mit dem Bild stellte mich jedoch erneut vor eine grössere Herausforderung. Ein grosser Teil der Arbeit bestand darin After-Effects kennen zu lernen. Dort erstellte ich die beiden Animationen (Zeitstrahl und Erklärstück präventive Umsiedlung). Am Schluss hiess es die Schnitte zu verfeinern, color correcting und grading zu machen, das Ganze exportieren und als fertige Doku hochzuladen.
Die Doku
(mbi)
Was mich am meisten überrascht hat, war, wie anspruchsvoll es ist, eine längere Doku alleine zu machen. Obwohl ich schon Erfahrung aus kleineren Projekten hatte, fühlte ich mich oft etwas verloren. Vor allem die Recherche und Storyline hat deutlich mehr Zeit gebraucht, als ich erwartet hatte.
Auf der einen Seite bin ich stolz auf das Ergebnis. Die Doku vermittelt meiner Meinung nach die Situation in Brienz relativ verständlich. Die Informationen werden heruntergebrochen und verständlich herübergebracht.
Auf der anderen Seite sehe ich auch grosses Verbesserungspotenzial. Nicht alle Einstellungen sind schön gewählt und der eine oder andere Übergang kann durchaus besser geschrieben werden.
Was ich konkret mitnehme:
- Eine klare Story zu entwickeln dauert viel länger als man denkt. Man muss Ideen haben, ausprobieren und das ganze wieder verwerfen.
- Wie man einfache Animationen in After Effects macht.
- Wie man eine Story für eine kleine Doku aufbaut und umsetzt.
- Animationen helfen enorm beim erklären von einem komplexen Thema.
- Journalismus gefällt mir sehr 🙂
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde:
Ich würde noch einmal nach Brienz fahren und zusätzliche Aufnahmen machen. Einige Bilder sind nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ausserdem würde ich die Struktur des Films früher fix festlegen. Änderungen die am Schluss gemacht werden, lösen eine ganze Kette an weiteren Änderungen aus. Ausserdem würde ich von Anfang an festlegen was ich erzählen möchte. Das ganze Thema um Brienz ist riesig und man könnte noch viel mehr erzählen. Bei der Auswahl was wichtig ist und was nicht, hatte ich einige Schwierigkeiten.
Insgesamt bin ich aber stolz auf was ich erreicht habe. Eine kleine journalistische Doku zu machen war schon immer einmal mein Traum.