Binaural Audio DI(WH)Y

Binaurales Audio beschreibt eine räumliche Wahrnehmung des Tons, welche über den Stereoton (links/rechts) hinausgeht. So ist es auch möglilch Geräusche in einem 360° Winkel wahrzunehmen und zuzuordnen. Dafür muss es aber mit speziellem Equipment aufgenommen werden, welches diesen Ton auch so aufnehmen kann, wie wir ihn selbst hören würden. Nur so kann unser Gehirn den richtigen Winkel auch zuordnen. Der Ton wird also bereits physisch richtig simuliert aufgenommen.

Die Rundungen vom Kopf, die Ohrstruktur oder die Frisur spielen eine wichtige Rolle, wie wir hören. Mit einem Hut mit breiter Krempe hört sich alles deutlich anders an, obwohl die Ohren frei bleiben.
Da jeder Mensch unterschiedlich ist, wird eine möglichst neutrale Kopfform benutzt, damit der Effekt bei möglichst vielen Menschen funktioniert. Das Ganze endet dann in einer echt immersiven Experience.

Nun zum Problem: Professionelle Aufnahmesetups kosten mehrere tausend Franken und sind absolutes Profiequipment. Doch, kann ich das auch einfach dyi-en?

Wie sich herausstellt: JA!

Die Grundsätze bleiben gleich. Wir wollen das Umfeld vom menschliche Gehör simulieren. Was wir dafür brauchen:
– Kopf
– Ohren
– zwei Lavaliermikrofone
– Stopfmaterial
– etwas Werkzeug

Der Schaufensterkopf hat harte Plastikohren. Diese ersetzen wir durch weiche Silikonohren damit der Ton im Ohr auch richtig abprallen kann. In die Ohrkanäle kommen die Lavaliermikrofone. Um einen Hall zu vermeiden und weil das bei Menschen auch so ist, braucht es noch etwas im Kopf. Ich habe mich für einen alten Schlafsack entschieden. Schon fertig.

Das Ergebnis ist sicher weit entfernt von jeglicher Professionalität ABER der Effekt funktioniert mit Kopfhörern.

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In diesem kurzen Beispiel soll die Spinne hinter der Kamera von links nach rechts hinterher krabbeln. Das soll nur ein kleiner Einblick sein. Ein echter Klassiker ist der Virtual Barbershop von vor 18 Jahren auf YouTube https://www.youtube.com/watch?v=IUDTlvagjJA. Ein aktuellerer Usecase ist das Spiel Hellblade: Senua’s Sacrifice bei dem eine psychische Krankheit mit binauralem Audio simuliert wird. Die Stimmen im Kopf haben sich noch nie so echt angehört.

Die Blenderwelt hätte ich gerne nochmals überarbeitet aber leider habe ich die Datei durch einen Absturtz verloren. Die Kamerafahrt ist mir nicht flüssig genug und die panoramic Lens überzeugt mich auch nicht unbedingt. Ursprünglich wollte ich den Effekt einer GoPro oder Bodycam nachahmen aber in diesem Fall passt es eher weniger. Das möchte ich bei einem anderen Projekt nochmals aufgreifen.
Wie der Effekt funktioniert, finde ich gut. Beim Testen habe ich gemerkt, dass die Erkennung von oben und unten schwer ist aber das ist auch im echten Leben für Menschen nicht leicht. Ich kann mir gut vorstellen, Foley für ein Projekt mit dem Setup aufzunehmen.
Insgesamt war es ein ziemlich grosser zeitlicher und auch finanzieller Aufwand mit Blender, Audioaufnahme und dem Bau des Setups weswegen es schade wäre, das Setp nur für einen Test gebaut zu haben.