Analoge Ästhetiken im digitalen Zeitalter
Die analoge Fotografie erlebt gerade unter jungen Menschen in der Schweiz eine bemerkenswerte Renaissance. Was diese Rückkehr zum analogen Medium formal und stilistisch auszeichnet und was sie über das aktuelle Revival aussagt, untersucht die vorliegende Bachelorarbeit.
Anhand einer visuellen Inhaltsanalyse von 18 Fotografien und sechs semi-strukturierten Interviews mit jungen Schweizer Analogfotograf*innen zeigt sich: Formal-stilistische Merkmale allein erklären das Revival nicht abschliessend. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel von Bildpraxis und Selbstverständnis der Fotograf*innen – Authentizität wird weniger im sichtbaren Resultat als im analogen Entstehungsprozess selbst erlebt.
Ergänzend entstand im Rahmen des Lehrprojekts latenta.dev, eine Webanwendung für Analogfotograf*innen mit drei Funktionen: einem Film-Entscheidungshelfer (inkl. KI-gestützter Bildanalyse), einer durchsuchbaren Filmstock-Datenbank sowie einem mobilen Dunkelkammer-Assistenten mit Labor-Timer. Die Anwendung übersetzt analoge Entscheidungslogik in ein digital zugängliches Werkzeug.