Alphorn Musikvideo

Ob alt, jung, traditionell oder modern: Die Musik verbindet die verschiedensten Menschen. Auch wir haben das bei unserem musikalischen Filmprojekt festgestellt.

Zusammen mit Jonas Scheidegger haben wir ein Alphorn Cover vom Lied Le ranz des vaches produziert. Dieses traditionelle Lied ist vor allem in der Westschweiz bekannt und bedeutet auf Deutsch die Kuhreihen.

Die Leidenschaft zum Alphorn

Jonas liebt die Natur und spielt seit fast sechs Jahren leidenschaftlich Alphorn. In den Alpen hörte er diese wunderschönen Klänge zum ersten Mal und war sofort davon begeistert. In der Musikschule hat man ihm jedoch abgeraten, dieses Instrument zu lernen, da es sehr schwierig sei. So begann er das Waldhorn zu spielen. Trotzdem entschied er sich im Jahr 2015 mit dem Alphorn anzufangen. Seither konnte er an verschiedenen Jodelfesten auftreten.

Jonas Scheidegger in seiner traditionellen Tracht

Eines hat Jonas festgestellt, dass nicht alle Tiere diese einzigartigen Klänge mögen. Die Kühe und die Rehe zieht es magisch an aber die Steinböcke bleiben lieber fern. So hat man nicht nur eine musikalische Verbindung zu den Menschen, sondern auch zu manchen Tieren.

(ash)

Die Idee 

Bald war klar, dass wir etwas mit Musik oder Film machen wollten. Also entschieden wir uns, ein Musikvideo zu produzieren. Durch Patricia hatten wir Kontakt zum Alphornspieler Jonas Scheidegger. Wir fragten ihn an und er war begeistert. Ursprünglich wollten wir ein modernes Pop-Lied mit dem Alphorn covern. Aufgrund der fehlenden Zeit haben wir uns für Le ranz des vaches entschieden, da Jonas das Lied am besten spielen konnte. Es ist vor allem in der Westschweiz bekannt und bedeutet «die Kuhreihen».

Die Preproduktion

Zur selben Zeit suchten wir nach einer passenden Location. Wir hatten ganz viele Ideen: Die Iffigfälle in Lenk, Étang de la Gruère im Jura, die Engstligenfälle in Adelboden, Ligerz und das Bärenloch im Welschenrohr. Es war schwierig eine schöne Location zu finden, wo man auch spielen konnte, denn in einigen Nationalparks durfte man keinen Lärm machen. Also entschieden wir uns für das Bärenloch im Welschenrohr. Zusätzlich brauchten wir einen Ort, um die Tonaufnahmen zu machen. Zum Glück ermöglichte ein Kollege von Jonas den Zugang zu einer Kirche in Nidau. Dort nahmen wir dann den Ton auf. 

Wir überlegten uns, wie wir das Musikvideo visuell aufbauen wollten. An wie vielen Orten soll Jonas das Lied spielen? Wollen wir ihn bei den zweistimmigen Passagen zweimal im Bild zeigen? Gibt es ein spezielles Intro und Outro? In welchen Kameraeinstellungen wollen wir filmen? Mit solchen Fragen haben wir uns beschäftigt und das Ganze in einem kurzen Konzept festgehalten.

Die Produktion

Gemeinsam mit Jonas machten wir uns auf den Weg zum Bärenloch. Jonas war traditionell in seiner Tracht gekleidet und trug einen Hut. Wie geplant filmten wir das ganze Lied. Jonas haben wir  in verschiedenen Kameraeinstellungen aufgenommen (Full Shot, Medium Shot, Close Up und Tracking Shot). Die Umgebung haben wir mit einer Drohne gefilmt, was leider nicht so gut funktionierte. Trotzdem kamen wir recht gut voran. Wir hatten noch genügend Zeit, um an einem anderen Ort weitere Aufnahme zu machen. An beiden Locations haben wir noch verschiedene Fotos für das Titelbild gemacht. Gefilmt wurde mit zwei Sony Kameras (a6400 und Alpha 7 iii). Zusätzlich hatten wir eine Drohne (1x Dji Mavic Pro Drohne) zur Verfügung. Des Weiteren benutzten wir ein Einbeinstativ und ein Gimbal. Das Lied nahmen wir zweistimmig auf. Wir mussten es oft wiederholen, bis es perfekt war. Dabei haben wir mit einem Zoom und einem Gesangsmikrofon gearbeitet.

Die Postproduktion 

Am Anfang mixte Patricia die einstimmigen Tonspuren mit den mehrstimmigen Tonspuren zusammen und überprüfte das Lied mit dem Original. Zur Kontrolle leiteten wir die Rohfassung an Jonas weiter. Er gab uns die Zeitangaben durch, wo seiner Meinung nach noch etwas falsch klang. Anschliessend übernahm Seline den Rohschnitt. Sobald dies gemacht war, fuhr sie weiter mit diversen Schnittbildern und verschiedenen abwechselnden Perspektiven. Zur selben Zeit gestaltete Patricia das Titelbild. Danach übernahm sie den Feinschliff und die Color Correction.

Die Herausforderungen

Herausfordernd war der starke Wind während des Drehtages. Wir flogen die Drohne aus der riesigen Höhle, wobei wir den Sichtkontakt aufgrund eines Windstosses schell verloren haben. Also mussten wir die Drohne irgendwie wieder zum Landen bringen. Deshalb entschieden wir uns keine Drohnenaufnahmen einzubauen. Das nächste Mal würden wir die Drohne nur bei absoluter Windstille fliegen lassen. Eine weitere Schwierigkeit gab es bei der Synchronisation der Bilder, weil wir blöderweise den Ton erst nach dem Drehtag aufgenommen haben. Daher war das Bearbeiten des Videos nicht ganz einfach. Das nächste Mal würden wir den Ton definitiv vor dem Drehtag aufnehmen.

Das Fazit 

Während des ganzen Produktionsprozesses haben wir viele Erfahrungen gesammelt. Gerade für Seline war dies wichtig, denn sie hatte in einem der letzten Projekte ein bisschen Pech bezüglich des Tons. Nun wagte sie sich wieder an ihn und meisterte es recht gut. Dies hat ihr Selbstvertrauen gestärkt. Patricia konnte erste Erfahrungen mit ihrem Gimbal machen. Insgesamt sind wir mit dem Resultat zufrieden.