Mind the design

Soziale Medien sind ein fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen. Plattformen wie Instagram dienen der Kommunikation, Unterhaltung und Information, sind gleichzeitig auch sorgfältig gestaltete digitale Oberflächen. Benachrichtigungen, endlose Feeds oder hervorgehobene Elemente beeinflussen, welche Inhalte Aufmerksamkeit erhalten und wie Entscheidungen der Nutz:innen getroffen werden. Zunehmen und zurecht wird die Rolle sozialer Medien im Zusammenhang mit digitalem Wohlbefinden, problematischen Nutzungsmustern und der Frage diskutiert, wie viel Einfluss digitale Plattformen auf unser Verhalten ausüben.

Im Zentrum meiner Bachelorarbeit stehen also sogenannte Dark Patterns, manipulative Gestaltungselemente in digitalen Benutzungsoberflächen, die Nutzer:innen gezielt zu bestimmten Handlungen lenken sollen. Gleichzeitig untersucht die Arbeit die Rolle von Cognitive Biases, also Denkfehler, die aus vereinfachten und meist unbewussten Denkprozessen entstehen. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Forschungsfrage, wie sich die Beziehung zwischen Dark Patterns und Cognitive Biases im UI-/UX-Design am Beispiel von Instagram modellhaft darstellen lässt.

Deswegen wird untersucht, welche Dark Patterns sich auf Instagram auffinden lassen, welchen Cognitive Biases sie theoretisch zugeordnet werden können und wo zusätzliche Wirkmechanismen berücksichtigt werden müssen.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde zunächst eine Literaturreview durchgeführt, um Dark Patterns auf Instagram sowie relevante Cognitive Biases zu identifizieren. Anschliessend wurden beide Konzepte anhand eines entwickelten Kodierleitfadens theoriegeleitet miteinander in Beziehung gesetzt. Ergänzend wurden Expert:inneninterviews mit Fachpersonen aus dem Bereich User Experience Design durchgeführt, um die theoretischen Erkenntnisse durch praktische Perspektiven zu ergänzen und Sonderfälle einzuordnen. Die Ergebnisse wurden abschliessend in einem analytischen Modell zusammengeführt, das die unterschiedlichen Wirkmechanismen von Dark Patterns auf Instagram veranschaulicht.

Lehrprojekt

Wenn digitale Benutzungsoberflächen gezielt Entscheidungsprozesse beeinflussen, wirft dies auch grundlegende Fragen zur digitalen Selbstbestimmung, Transparenz und ethischen Verantwortung von Plattformbetreibenden auf. Ein besseres Verständnis dieser Wirkmechanismen kann dazu beitragen, den gesellschaftlichen Diskurs über verantwortungsvolles digitales Design zu stärken. Deswegen entschied ich mich, für mein Lehrprojekt die zentralen Erkenntnisse der Thesis, in Form einer interaktiven Website zugänglich zu machen.

Zu Beginn wurde ein inhaltliches Konzept entwickelt und die Informationsarchitektur der Website definiert. Darauf aufbauend entstanden in Figma Wireframes, User Flows sowie das vollständige Design. Anschliessend wurde das Konzept in WebStorm mit HTML, CSS und JavaScript umgesetzt.

Schau’s dir an.