Social Media und Sponsoring im modernen BASE Jumping
Soziale Medien und Sponsoring prägen das moderne BASE Jumping zunehmend und verändern die Rahmenbedingungen, unter denen Athlet:innen ihren Sport ausüben, Sichtbarkeit erlangen und Anerkennung erfahren. Spektakuläre Aufnahmen erreichen heute innert kürzester Zeit ein weltweites Publikum und prägen das öffentliche Bild einer Sportart, die häufig auf wenige Sekunden freien Fall reduziert wird. Doch welchen Einfluss hat diese Sichtbarkeit auf diejenigen, die den Sport ausüben?
Mit dieser Frage beschäftigt sich meine Bachelorarbeit «Zwischen Sichtbarkeit und Sicherheit: Der Einfluss digitaler Medien und Sponsoring auf die Risikobereitschaft und Sicherheitskultur im BASE Jumping». Grundlage der Untersuchung bilden fünf qualitative Interviews mit erfahrenen Athlet:innen aus vier Ländern, ergänzt durch teilnehmende Beobachtungen bei BASE Jumps und die gemeinsame Analyse von Social-Media-Beiträgen mittels Photo Elicitation.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die spektakulären Sekunden eines Sprungs, sondern die Entscheidungen davor: Wie entsteht Risikokompetenz? Welche Rolle spielen soziale Medien und Sponsoring? Und welchen Einfluss haben Sichtbarkeit, Anerkennung und Erwartungen auf die Sicherheitskultur innerhalb der Community?
Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild. Soziale Medien und Sponsoring führen nicht unmittelbar zu riskanterem Verhalten. Sie schaffen jedoch neue Formen von Sichtbarkeit, sozialer Anerkennung und indirektem Erwartungsdruck, die individuelle Entscheidungen beeinflussen können. Gleichzeitig zeigt sich, dass Sicherheit im BASE Jumping stark auf Erfahrung, kontinuierlichem Lernen und dem Austausch innerhalb der Community beruht. Die befragten Athlet:innen beschreiben eine Kultur, in der verantwortungsbewusstes Handeln, gegenseitige Unterstützung und auch die Entscheidung, einen Sprung nicht auszuführen, einen hohen Stellenwert haben.
Vom Forschungsprojekt zur Webdokumentation
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Bachelorarbeit bilden zugleich die Grundlage des Lehrprojekts Falling for Fame?
Ziel war es, die Inhalte multimedial und interaktiv aufzubereiten und damit auch ausserhalb der Hochschule zugänglich zu machen.
Entstanden ist eine Webdokumentation, die Forschung mit dokumentarischem Storytelling verbindet. Interviews, Fotografien, Videos, Audioaufnahmen, Animationen und interaktive Visualisierungen geben Einblick in die unterschiedlichen Perspektiven der fünf porträtierten Athlet:innen. Durch Scrollytelling entfalten sich die verschiedenen Inhalte beim Scrollen zu einer zusammenhängenden multimedialen Erzählung.
Falling for Fame? richtet den Blick auf die Athlet:innen hinter dem Sport, ihre Motivation, ihren Umgang mit Risiko und ihre Verantwortung. Die Webdokumentation ergänzt die wissenschaftliche Untersuchung um emotionale, visuelle und interaktive Zugänge und macht damit jene Aspekte des BASE Jumpings sichtbar, die in den kurzen, spektakulären Aufnahmen auf Social Media häufig im Hintergrund bleiben.
Denn hinter den wenigen Sekunden eines Sprungs steckt weit mehr als das, was später auf Social Media zu sehen ist.






