Gendersensible Sprache in Schweizer Hochschulen und Medienhäusern
Wie unterscheiden sich die sprachpolitischen Leitlinien und die praktische Umsetzung gendersensibler Sprache in Schweizer Hochschulen und Medienhäusern?
Gendersensible Sprache wird in der Schweiz kontrovers diskutiert. Doch wie gehen Schweizer Hochschulen und Medienhäuser tatsächlich damit um? Diese Bachelorarbeit untersucht elf sprachpolitische Leitlinien ausgewählter Schweizer Hochschulen und Medienhäuser und zeigt, wie sie in der Praxis umgesetzt werden. Mithilfe einer qualitativen Dokumentenanalyse und fünf Expert:inneninterviews werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und aktuelle Herausforderungen sichtbar.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hochschulen und Medienhäuser unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Während Hochschulen gendersensible Sprache vor allem mit Inklusion und Sensibilisierung begründen, orientieren sich Medienhäuser stärker an Lesbarkeit, Verständlichkeit, journalistischen Konventionen und den Erwartungen ihrer Leserschaft. Gleichzeitig wird deutlich, dass Sprachleitlinien Orientierung bieten und für gendersensible Sprache sensibilisieren können, ihr Einfluss auf den tatsächlichen Sprachwandel jedoch begrenzt bleibt.
Lehrprojekt
Ergänzend zur Bachelorarbeit entstand im Lehrprojekt das Buch «Verbunden – Ligaturen für eine gendersensible Sprache». Ausgehend von der Beobachtung, dass die typografische Umsetzung gendersensibler Sprache häufig eine gestalterische Herausforderung darstellt und Sonderzeichen wie der Doppelpunkt oder der Genderstern im Schriftbild oft als Fremdkörper wahrgenommen werden, untersucht das Projekt einen alternativen typografischen Ansatz.
Das Buch dokumentiert den Gestaltungsprozess von der theoretischen Auseinandersetzung über die Entwicklung verschiedener Ligaturentwürfe bis zur Bewertung und Auswahl einer finalen Variante. Die Entwürfe werden hinsichtlich ihrer Lesbarkeit, gestalterischen Qualität und ihres Potenzials für eine gendersensible Sprache untersucht und miteinander verglichen. Ziel des Projekts war es zu untersuchen, ob Ligaturen Geschlechter typografisch miteinander verbinden und so einen neuen Ansatz für gendersensible Sprache bieten können. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob sich gendersensible Schreibweisen dadurch harmonischer in das Schriftbild integrieren lassen und ein gestalterischer Ansatz entwickeln lässt, der Inklusion, Lesbarkeit und Typografie miteinander verbindet.














