odyssee
Die Uhr zeigt 2:49. Surreale Begegnungen, die sich am nächsten Morgen bereits auflösen, war das real, oder nicht? Eine Irrfahrt durch die dunkelsten Stunden der Nacht, irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit.
Ein Kurzfilm über die Magie der Nacht und einer unbestimmten Sehnsucht. Er spielt in den Stunden vor der Morgendämmerung und zeigt, dass selbst in dieser scheinbar stillen Zeit das Leben in der Stadt pulsiert. Ohne lange Dialoge, durch Licht, Musik und Soundkulisse, entsteht eine einzigartige Atmosphäre. Ungewöhnliche Situationen und surreale Momente erwecken ein magisches Gefühl, während Leano einer ungreifbaren Sehnsucht nachgeht. Es ist als ob die Stadt in diesen dunklen Stunden ihr eigenes, geheimnisvolles Wesen offenbart.
“Für alle Wachträumer und Nachtwandler”
(mbi)
Projektdokumentation – Kurzfilm
Modul: Konvergent Produzieren
Produktion
Die Idee zu diesem Kurzfilm bestand schon länger: eine surreale Reise durch die Basler Nachtwelt und einige ihrer Subkulturen. Das Drehbuch habe ich selbst verfasst, es mehrfach überarbeitet und querlesen lassen. Fertig war es letztlich erst am Abend vor dem ersten Drehtag – ein Learning, das ich für zukünftige Projekte klar mitnehme.
Gemeinsam mit Kameramann Jonas Blatter habe ich die Shotlist ausgearbeitet, mit Gaffer Paul Kirschker den Lichtplan. Für die Hauptrollen habe ich eine kurze Bewerbungsrunde durchgeführt und Kennenlerngespräche geführt – die Besetzung hat sich schnell und gut eingespielt.
Die Locationsuche übernahm ich selbst und prüfte jede Location auf ihre Durchführbarkeit. Dabei stiess ich auf ein erstes grösseres Problem: Die letzte Szene sollte unbedingt auf einem Dach gedreht werden, doch ein passendes Dach liess sich leider nicht finden. Hier musste ich kurzfristig umplanen.
Kurz vor dem Dreh holte ich mir Produktionsassistentin Luna Bertaccini ins Team. Sie übernahm die Kommunikation mit Crew und Cast, die Ausgabenverwaltung sowie den Zeitplan – eine enorme Entlastung, die mir ermöglichte, mich als Regisseur auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Postproduktion
Den gesamten ersten Postproduktions-Tag verbrachte ich mit der Sichtung und Bewertung des Materials. Über 7 Stunden Filmmaterial mussten gesichtet und bewertet werden – gleichzeitig richtete ich das Projekt erstmals in DaVinci Resolve ein.
Aus dem besten Material entstand ein erster Rohschnitt. Ich experimentierte ausgiebig mit Musik und Schnittrhythmus, bevor ich gemeinsam mit Silas Gotsch einen ersten Feinschnitt erarbeitete. Diesen habe ich in den Folgetagen erneut verworfen und grundlegend umstrukturiert – dabei nahm ich auch dramaturgische Eingriffe vor und änderte die Reihenfolge einzelner Szenen.
Den fertigen Rohschnitt zeigte ich befreundeten Filmemachern und holte mir Feedback ein. Auf dieser Grundlage entstand die finale Schnittfassung. Im Anschluss daran folgte das Color Grading.
Der Soundmix befindet sich aktuell noch in Arbeit: Mein Studienkollege Moritz Seifert übernimmt diesen Part und wird ihn bis Ende Juni fertigstellen. Damit ist der Film rechtzeitig zur kleinen Premiere am 3. Juli 2026 in Basel bereit, bei der auch weitere junge Filmemacher:innen ihre neusten Projekte zeigen werden.
Ausblick
Aus diesem Projekt nehme ich viele wertvolle Learnings mit. Das grösste: Produktion und Regie gleichzeitig zu verantworten ist ein enormer Aufwand, bei dem ich zwischenzeitlich mehrfach den Überblick verloren habe. Künftig möchte ich Aufgabenbereiche frühzeitig abgeben und mich auf ein einzelnes Department fokussieren.
Ebenfalls wichtig: Die Prä-Produktion braucht mehr Zeit. Ein Drehbuch möchte ich künftig abgeschlossen haben, bevor der Dreh konkret geplant wird. Dass das Skript erst kurz vor Drehbeginn final war, hat unnötigen Druck erzeugt.
Was sich hingegen sehr bewährt hat, war das regelmässige Einholen von Feedback – sowohl beim Drehbuch als auch im Schnitt. Wenn man lange an einem Projekt arbeitet, verliert man leicht den Blick fürs Ganze. Externe Perspektiven haben mir geholfen, wieder Abstand zu gewinnen und bessere Entscheidungen zu treffen.
Persönlich fällt mein Fazit sehr positiv aus. Dreh, Pre- und Postproduktion haben mir viel Freude gemacht, und ich möchte bald wieder an einem eigenen Kurzfilm arbeiten. Gerade bei solchen Projekten nimmt man unglaublich viel mit: Erfahrungen, technische Skills, wichtige Kontakte – und schöne Erinnerungen.