can’t get it right: Ein Musikvideo als One-Woman-Show

Für meine EP wollte ich einen Song nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar machen. Deshalb habe ich zum Track «can’t get it right» ein Musikvideo produziert, vom Dreh im Keller bis zur Postproduktion komplett als One-Woman-Show.

Der Song bedeutet mir persönlich viel, weil in der ganzen EP sehr viel Zeit, Energie und Emotion steckt. Für das Video wollte ich deshalb keine glatte oder perfekt inszenierte Bildwelt schaffen, sondern eine Stimmung, die zum Song passt.

Gedreht habe ich im Keller. Die Location war bewusst einfach gewählt, weil sie dunkel, eng und ungeschönt wirkt. Genau diese Atmosphäre passte für mich gut zu «can’t get it right». Das Video sollte nicht schön im klassischen Sinn werden, sondern die Energie des Songs aufnehmen und weitertragen.

Für den Dreh habe ich mit drei Kameras gearbeitet, damit ich verschiedene Perspektiven der Performance gleichzeitig einfangen konnte. So hatte ich später im Schnitt mehr Möglichkeiten und konnte zwischen den Ansichten wechseln, ohne die Energie des Songs zu verlieren. Bereits bei den Übungsdrehs entstanden Aufnahmen, die ich für Instagram-Teasing-Videos verwenden konnte. Das passte gut, da der Release des Songs zu diesem Zeitpunkt bereits kurz bevorstand.

Auch beim Licht wollte ich keine weiche, perfekte Stimmung erzeugen. Mit einer Softbox habe ich einen eher flachen Look gemacht, damit das Bild roher wirkt. Im Chorus gibt es zusätzlich einen Lichtwechsel. Dieser Moment sollte die Wut im Song stärker sichtbar machen und dem Video mehr Druck geben.

In der Postproduktion habe ich die verschiedenen Kameraansichten zusammengeschnitten und zusätzlich die Lyrics eingebaut. Dadurch bekam das Video nochmals eine neue Ebene. Der Text ist nicht nur hörbar, sondern wird auch sichtbar und bringt mehr Bewegung und Dynamik in das Video.

Am Ende ist das Musikvideo für mich eine visuelle Ergänzung zu meiner EP geworden. Es zeigt den Song nicht einfach nur, sondern versucht seine Stimmung weiterzutragen.

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

(mmi)

Zu Beginn des Projekts war für mich klar, dass ich meine EP nicht nur musikalisch, sondern auch visuell weiterführen wollte. Das Musikvideo zu «can’t get it right» bot mir die Möglichkeit, die rohe und angespannte Stimmung des Songs in eine passende Bildsprache zu übersetzen.
Die Umsetzung war als One-Woman-Show angelegt: Vorbereitung, Probetage, Dreh, Licht, Kameraarbeit und Postproduktion übernahm ich alleine. Das gab mir viel kreative Freiheit, war aber auch herausfordernd, da ich noch wenig Erfahrung mit Kamera, Film und Adobe Premiere hatte.
Vor dem finalen Dreh testete ich an mehreren Probetagen verschiedene Perspektiven, Lichtsituationen und Einstellungen. Die finalen Aufnahmen entstanden anschliessend an einem Drehtag im Luftschutzkeller. Besonders schwierig war dort das Licht: Trotz zwei Softboxen und einem Nanlite war es herausfordernd, eine stimmige und einheitliche Ausleuchtung zu erreichen.

Beim Dreh arbeitete ich mit drei Kameras und musste gleichzeitig selbst vor der Kamera stehen. Ich musste also Kameras, Fokus, Bildausschnitt und Licht kontrollieren und danach performen, ohne während der Aufnahme direkt überprüfen zu können, ob alles passt. Zusätzlich gab es im Keller keinen Internetempfang, weshalb ich technische Probleme vor Ort selbst lösen musste.

In der Postproduktion arbeitete ich mit Multicam, was den rhythmischen Schnitt erleichterte. Gleichzeitig war es schwierig, das Material farblich und visuell einheitlich wirken zu lassen. Da ich Premiere nur oberflächlich kannte, musste ich mir viele Schritte während des Prozesses aneignen. Die Lyrics fügte ich später als zusätzliche Ebene ein, wobei ich jedes Wort einzeln platzierte und timte.

Rückblickend war das Projekt sehr herausfordernd, aber auch lehrreich. Ich konnte viel über Kamera, Licht, Schnitt und Postproduktion lernen. Gleichzeitig wurde das Musikvideo dadurch sehr persönlich und nah an meiner eigenen Vorstellung des Songs.