Vollgas. Auch mit 67!

Warum fährt ein 67-Jähriger an Wochenenden quer durch die Schweiz, um mit seinem umgebauten Auto wie ein Wilder durch die Landschaft zu rasen? Warum entscheidet sich jemand für eine Leidenschaft, die nicht nur viel Zeit und Geld kostet, sondern mit ihren actionreichen und aussergewöhnlichen Seiten auch ein erhebliches Risiko mit sich bringt?

Rallyesport ist in der Schweiz eher eine Randsportart und geniesst insbesondere in der Deutschschweiz nur wenig Bekanntheit. Mit etwas Glück konnten wir den wohl einzigen aktiven Rallyefahrer aus Bern treffen und ein Porträt über ihn und seine Leidenschaft drehen.

Max Langenegger ist seit seinem ganzen Leben im Autosport zuhause – wenn auch stets als Hobbyfahrer. Der gelernte Mechaniker führt eine eigene Werkstatt und verbringt einen grossen Teil seiner Freizeit damit, für Rallyerennen durch die ganze Schweiz zu reisen. Mehrmals im Jahr zieht es ihn an die unterschiedlichsten Austragungsorte, wo er sich mit Gleichgesinnten misst.

Im Laufe seiner Rennsportkarriere hat Max zahlreiche Pokale und Medaillen gesammelt. Noch wertvoller sind für ihn jedoch die unzähligen Erinnerungen und Erfahrungen, die er auf und neben der Strecke gemacht hat. Glücklicherweise verbindet er mit dem Motorsport keine gravierenden Unfälle oder negativen Erlebnisse. Geblieben ist vor allem eines: die Leidenschaft für Autos und den Rennsport.

Was ihm diese Leidenschaft heute noch bedeutet, erfährst du in unserem Portrait.

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Für unseren Film über Max konnten wir nicht nur ein Interview in seiner Garage führen, sondern auch eines seiner Rennen hautnah miterleben. Beim Critérium Jurassien in der Region rund um Moutier begleiteten wir den Berner während beider Renntage. Dabei erhielten wir spannende Einblicke hinter die Kulissen: in der Boxengasse, bei den letzten Vorbereitungen am Fahrzeug und natürlich während des Rennens selbst.

Die Reise in den Jura erwies sich als abwechslungsreiches Erlebnis. Das Wetter zeigte sich von seiner ganzen Bandbreite – von Schneefall über strahlenden Sonnenschein bis hin zu Regen war alles dabei. Ebenso eindrücklich waren die leistungsstarken Rallyefahrzeuge, die man aus nächster Nähe erleben konnte. Die Präzision und Risikobereitschaft, mit der die Fahrer ihre Fahrzeuge über die engen und kurvenreichen Strecken bewegen, hinterliessen einen bleibenden Eindruck.

Neben den Aufnahmen in und um Moutier führte uns die Reise auch durch weitere reizvolle Regionen der Schweiz und sogar kurz über die Landesgrenze nach Frankreich. So wurde die Produktion nicht nur zu einer spannenden Reportage über den Rallyesport, sondern auch zu einem kleinen Abenteuer abseits der Rennstrecke.

(mbi)

Dieser Film stellte uns auf verschiedenen Ebenen vor Herausforderungen. Zum einen hatten wir zuvor noch nie gemeinsam an einem Projekt gearbeitet. Zum anderen verfügten wir weder über Erfahrung im Filmen von Autorennen noch über vertiefte Kenntnisse des Rallyesports.

Ein grosser Teil der Vorbereitungsphase bestand deshalb darin, uns in die Materie einzuarbeiten. Bei der Recherche vergangener Rennen und Startlisten stiessen wir auf Max Langenegger, der als einer der wenigen aktiven Rallyefahrer aus der Deutschschweiz besonders interessant für unser Projekt war. Für uns hatte dies den Vorteil, dass wir den Film auf Deutsch produzieren konnten, was die Kommunikation deutlich vereinfachte. Zudem konnten wir das Interview an einem separaten Drehtag in seiner Garage durchführen und hatten dadurch genügend Zeit, um zusätzliche Aufnahmen zu machen.

Bereits in der Vorproduktion erstellten wir ein Moodboard, auf dem wir verschiedene Kameraeinstellungen, Bildstimmungen und gestalterische Ansätze aus anderen Dokumentationen und Filmen sammelten. Dadurch konnten wir eine klare Vorstellung davon entwickeln, wie unser eigener Film wirken sollte und unsere gemeinsame Kommunikation konnte so vereinfacht werden.

Für den Interviewtag erarbeiteten wir ausserdem eine detaillierte Shotlist. Gemeinsam mit Max filmten wir verschiedene Sequenzen rund um das Fahrzeug, beim Anziehen des Rennanzugs sowie im und am Auto. Die sorgfältige Planung half uns dabei, keine wichtigen Aufnahmen zu vergessen. Zusätzlich erstellten wir einen ausführlichen Fragenkatalog. Dabei war es uns wichtig, zunächst den Rallyesport und Max’ Begeisterung dafür zu verstehen, bevor wir auf persönlichere Themen eingingen.

Zur Vorbereitung gehörte ebenfalls die Planung der beiden Renntage. Wir entwickelten konkrete Ideen für mögliche Einstellungen, legten geeignete Drehorte fest und organisierten das benötigte Equipment. Zudem analysierten wir die verschiedenen Streckenabschnitte und überlegten uns, an welchen Positionen wir die besten Aufnahmen machen konnten. Dabei profitierten wir auch von den Empfehlungen eines Kontakts von Max.

Für die Dreharbeiten standen uns eine Sony A7 III, eine Sony 7c II, eine Sony FX6, mehrere GoPros sowie eine DJI Mini 2 zur Verfügung.

Mit dem Interviewtag in Konolfingen begann schliesslich die eigentliche Produktion. Neben dem Interview konnten wir bereits zahlreiche Detailaufnahmen des Fahrzeugs sowie zusätzliches B-Roll-Material und Archivaufnahmen sammeln. Max erwies sich dabei als sehr ruhiger, offener und geduldiger Protagonist, was die Arbeit vor der Kamera deutlich erleichterte.

Am Freitag reisten wir erstmals nach Moutier in den Jura. Die Renntage brachten neue Herausforderungen mit sich. Einerseits mussten die GoPros sicher im Fahrzeug montiert werden, damit sie während der Fahrt kein Risiko darstellten. Andererseits war die Wahl der richtigen Positionen entlang der Strecke entscheidend. Da jeder Fahrer pro Durchfahrt nur einmal vorbeikam, hatten wir jeweils nur eine Chance auf die gewünschte Aufnahme. Die Fahrzeuge vor Max dienten uns dabei als Orientierung. Da die Startreihenfolge jedoch nicht immer identisch war, blieb die Anspannung während des gesamten Wochenendes bestehen.

Zusätzlich erschwerten die wechselhaften Wetterbedingungen die Arbeit. Kälte, Regen und lange Wartezeiten machten die Drehtage körperlich anstrengend. Dennoch waren die Eindrücke vor Ort einzigartig, und wir sind dankbar, einen Einblick in diese Welt erhalten zu haben.

Auch die Postproduktion erwies sich als sehr zeitintensiv. Zunächst erstellten wir unabhängig voneinander je einen Rohschnitt, die wir anschliessend zu einer gemeinsamen Version zusammenführten. Das Sichten und Aussortieren des umfangreichen Materials, der Rohschnitt, die Kürzungen, der Feinschnitt, das Color Grading sowie das Sounddesign nahmen viel Zeit in Anspruch. Zusätzlich experimentierten wir mit KI-generierten Übergangssequenzen und ergänzenden B-Roll-Aufnahmen, was den Arbeitsaufwand weiter erhöhte.

Rückblickend können wir festhalten, dass uns das Projekt sowohl fachlich als auch persönlich weitergebracht hat. Wir konnten wertvolle Erfahrungen in den Bereichen Recherche, Planung, Dreharbeiten und Postproduktion sammeln. Besonders positiv war die Zusammenarbeit im Team, die während des gesamten Projekts reibungslos funktionierte. Trotz der Herausforderungen hatten wir grosse Freude an der Umsetzung und sind mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Das Projekt hat uns gezeigt, dass wir auch grössere und komplexere Produktionen erfolgreich realisieren können.