Ronaldinho & Friends vs Defoe & UK Icons – Aftermovie
Ein Auftrag zwischen Fussball, Content und Zeitdruck
Für dieses Projekt durfte ich im Rahmen meiner Selbstständigkeit an einem internationalen Fussball-Event in Sunderland mitarbeiten. Gemeinsam mit drei weiteren Personen wurde ich von clos.normand beauftragt, den Content rund um das Freundschaftsspiel Ronaldinho & Friends gegen UK Legends zu produzieren.
Entstanden ist unter anderem ein kurzer Social-Media-Aftermovie, der die Stimmung des Events, die Ankunft der Spieler, die Atmosphäre im Stadion und die Begegnung zwischen Fans und Legenden zusammenfasst.
Mehr als nur ein Spiel filmen
Der Auftrag bestand nicht nur darin, das Spiel selbst zu filmen. Unser Team begleitete den Event über mehrere Tage hinweg und dokumentierte alles, was rund um den Match passierte: Ankünfte am Flughafen und im Hotel, Szenen im Stadion, Momente mit den Spielern, Fans, Kabinenaufnahmen, das Spiel selbst sowie Aktivitäten nach dem Abpfiff.
Wir reisten am Samstagmorgen früh nach Sunderland und verschafften uns zuerst einen Überblick über die wichtigsten Orte. Für eine Produktion dieser Art ist es entscheidend, nicht erst am Spieltag herauszufinden, wo welche Szene passiert. Deshalb ging es von Anfang an darum, Abläufe zu verstehen, Wege einzuschätzen und mögliche Drehpositionen zu planen.



Erste Aufnahmen vor dem eigentlichen Spiel
Bereits am Tag vor dem eigentlichen Event filmten wir im Stadionumfeld. An diesem Tag fand das letzte Premier-League-Spiel von Sunderland statt, wodurch das Areal sehr belebt war. Diese Situation nutzten wir, um volle Fan- und Stadionatmosphäre einzufangen, da beim Freundschaftsspiel nicht sicher war, ob dieselbe Dichte an Menschen vor Ort sein würde.
Diese Aufnahmen halfen später dabei, dem Aftermovie mehr Grösse und Energie zu geben. Besonders bei kurzen Social-Media-Videos zählt jede Sekunde. Deshalb mussten wir schon während der Produktion mitdenken, welche Bilder später helfen könnten, die Atmosphäre schnell und wirkungsvoll zu erzählen.



Drehtag im Stadion
Am Spieltag waren wir bereits mehrere Stunden vor Anpfiff im Stadion. Wir schauten uns genau an, wo die Spieler ankommen, wo wir uns positionieren müssen und wie wir die wichtigsten Momente möglichst lückenlos einfangen können. Danach filmten wir die Ankunft der Spieler, bauten unser Setup auf und bereiteten die verschiedenen Kamerapositionen vor.
Während des Spiels arbeiteten wir mit mehreren Kameras gleichzeitig. Eine davon filmte das Spiel von oben in einer Art TV-Perspektive, während drei weitere Geräte am Spielfeldrand im Einsatz waren. Einen Teil der oberen Spielkamera habe ich selbst gesteuert. Dadurch entstand eine Mischung aus Übersicht, Nähe zum Spielgeschehen und emotionalen Momenten am Spielfeldrand.
Neben dem Match selbst filmten wir auch Szenen in den Kabinen, Spielerporträts, Fanreaktionen und Momente rund um Ronaldinho, Jermaine Defoe und weiteren Legenden. Gerade bei solchen Events ist es wichtig, schnell reagieren zu können, weil viele Situationen nur einmal passieren und nicht wiederholt werden können.
Nach dem Abpfiff war der Dreh nicht vorbei
Auch nach dem Spiel lief die Produktion weiter. Wir begleiteten Autogramme schreiben, Fotos mit Fans machen und weitere Momente nach dem Abpfiff. Anschliessend waren wir mit den Spielern noch im Restaurant dabei und dokumentierten diesen Teil des Events.
Für den abschliessenden Content war genau diese Mischung wichtig: nicht nur Spielszenen, sondern auch Atmosphäre, Nähe und die Momente neben dem Platz. Ein Aftermovie soll nicht einfach zeigen, was passiert ist, sondern das Gefühl eines Events verdichten.
Schnitt unter Zeitdruck
Nach dem Drehtag ging es für uns zurück ins Hotel. Dort begann direkt die nächste Phase: Sichten, auswählen, schneiden und Material so schnell wie möglich bereitstellen. Wir schnitten die ganze Nacht durch, damit die Spieler und die Kanäle der Veranstalter möglichst schnell Content veröffentlichen konnten.
Dieser Zeitdruck war ein zentraler Teil des Projekts. Bei Social-Media-Content zählt Aktualität enorm. Ein gutes Video muss nicht nur sauber produziert sein, sondern auch dann fertig werden, wenn der Event noch präsent und die Aufmerksamkeit hoch ist.
Einen Tag später stellte ich mein Highlight-Video fertig. Der ausgearbeitete Aftermovie ist kurz, schnell und auf Social Media ausgerichtet. Hinter diesen wenigen Sekunden steckt jedoch ein mehrtägiger Produktionsprozess mit Planung, Teamarbeit, vielen Kamerapositionen und einem intensiven Schnitt.
Professionelle Produktion als Digezz-Projekt
Für mich war dieses Projekt eine wertvolle Möglichkeit, einen realen Auftrag aus meiner Selbstständigkeit auch im Rahmen von Digezz zu reflektieren. Der Fokus lag dabei nicht auf einem langen dokumentarischen Prozess, sondern auf der Umsetzung eines professionellen Content-Auftrags unter echten Bedingungen.
Das Projekt zeigt, wie viel Arbeit hinter einem kurzen Aftermovie steckt: Vorbereitung, Reise, Planung, Drehkoordination, Kameraarbeit, schnelle Entscheidungen, Teamarbeit und Nachbearbeitung unter Zeitdruck. Genau diese Kombination machte die Produktion anspruchsvoll und lehrreich.
(mmi)
Rückblickend war dieses Projekt vor allem wegen des engen Zeitplans und der vielen unvorhersehbaren Situationen anspruchsvoll. Bei einem Event mit bekannten Fussballspielern kann vieles nicht wiederholt oder geplant inszeniert werden. Viele Momente passieren nur einmal, weshalb wir als Team ständig aufmerksam bleiben und schnell reagieren mussten.
Aus meiner Sicht ist es uns gut gelungen, den Event nicht nur als Fussballspiel zu dokumentiere, sondern auch die Stimmung rundherum einzufangen. Die Ankünfte, das Stadionumfeld, die Fans, die Kabinenszenen, das Spiel und die Momente nach dem Abpfiff ergänzen sich zu einem Gesamtbild. Dadurch wirkt der Aftermovie nicht wie eine reine Spielzusammenfassung, sondern wie ein kurzer Rückblick auf den ganzen Event.
Eine grosse Herausforderung war die Menge an Material. Da wir mit mehreren Kameras arbeiteten und über mehrere Tage hinweg filmten, musste beim Schnitt sehr schnell entschieden werden, welche Szenen wirklich wichtig sind. Gerade für ein kurzes Social-Media-Video ist diese Auswahl entscheidend: Es bleibt kaum Zeit für Erklärungen, jede Einstellung muss sofort funktionieren.
Rückblickend waren wir equipmenttechnisch nicht perfekt aufgestellt. Für ein ähnliches Projekt würde ich mehr Teleobjektive mitnehmen, um Spielszenen und emotionale Momente aus grösserer Distanz besser einfangen zu können. Ebenfalls wären zusätzliche Kameras sinnvoll, die 4K mit 120 Frames pro Sekunde aufnehmen können. Dadurch hätte man beim Schnitt mehr Spielraum für Slow Motion und könnte bei Bedarf stärker ins Bild croppen, ohne zu viel Qualität zu verlieren.
Auch der technische Workflow könnte verbessert werden. Besonders beim Timecode würde ich beim nächsten Mal sauberer arbeiten, damit das Material beim Schnitt schneller synchronisiert und sortiert werden kann. Bei mehreren Kameras und viel Material würde das den Schnittprozess deutlich effizienter machen.
Verbessern würde ich zudem die Vorproduktion des Aftermovies. Bei einem nächsten ähnlichen Event würde ich das Video gedanklich oder sogar mit Platzhaltern bereits vorher genauer vorschneiden. So wäre klarer, welche Shots unbedingt gebraucht werden: Ankunft, Fans, Stadion, Kabine, Spiel, Emotionen, Abpfiff und Momente nach dem Match. Nach dem Event müsste man diese geplanten Szenen dann nur noch durch das tatsächlich gedrehte Material ersetzen. Dadurch könnte der Aftermovie noch schneller fertiggestellt werden.
Auch die Rollenverteilung im Team könnte man bei einem nächsten ähnlichen Projekt noch genauer definieren. Zwar funktionierte die Zusammenarbeit gut, dennoch zeigt ein solches Event, wie wichtig klare Zuständigkeiten sind: Wer deckt welche Person ab, wer bleibt bei den Fans, wer fokussiert sich auf Spielszenen, wer sammelt Schnittbilder und wer denkt bereits an den späteren Social-Media-Schnitt.
Für mich war das Projekt sehr lehrreich, weil es eine reale Produktion unter professionellen Bedingungen war. Ich musste nicht nur filmen und schneiden, sondern auch unter Zeitdruck Entscheidungen treffen, im Team funktionieren und Content produzieren, der unmittelbar nach dem Event gebraucht wurde. Genau diese Nähe zur Praxis machte dieses Projekt sehr wertvoll.