Sandkörner, Filmkörner, Berghörner – Analoges Montenegro

Aussicht über die Bucht von Kotor in Montenegro mit einer rot-goldenen Nationalflagge im Vordergrund, umgeben von Bergen, Wasser und historischen Steinruinen.

Eine Reise durch Montenegro, festgehalten mit der Nikon F801 auf Kodak Gold 200.

Für dieses Projekt habe ich meine Ferien in Montenegro mit einer Analogkamera dokumentiert. Insgesamt entstanden 24 Aufnahmen, von denen schliesslich 18 ausgewählt und digital bearbeitet wurden. Ziel war es, die Stimmung der Reise möglichst authentisch festzuhalten und den natürlichen Charakter der Aufnahmen zu bewahren.

Vom Digitalmodus zurück zur Geduld

Bevor die Reise überhaupt begann, musste ich mich zuerst wieder mit der Kamera vertraut machen. Für das Projekt verwendete ich eine Nikon F801 mit einem 35–105 mm Zoomobjektiv. Fotografiert wurde auf Kodak Gold 200 (35 mm Film). Je nach Lichtsituation arbeitete ich meist mit einer Blende von f/3.5 oder f/4.5.

Da ich im Alltag hauptsächlich mit digitalen Kameras oder dem Smartphone fotografiere, musste ich mich wieder an die analoge Arbeitsweise gewöhnen. Dazu gehörten das Einlegen des Films, das Einschätzen der Belichtung und der bewusste Umgang mit den begrenzten Aufnahmen. Anders als bei digitalen Bildern lassen sich die Ergebnisse nicht direkt kontrollieren. Dadurch fotografierte ich deutlich bewusster und überlegte mir vor jedem Auslösen, ob das Motiv die Aufnahme wirklich wert ist.

Motivsuche zwischen Bergen, Meer und Altstadt

Montenegro bietet eine beeindruckende Mischung aus Küstenlandschaften, Bergen und historischen Städten. Bei der Aufnahme der Bilder habe ich besonders auf folgende Punkte geachtet:

  • Natürliches Licht statt künstlicher Beleuchtung
  • Klare Bildkompositionen
  • Unterschiedliche Perspektiven
  • Kontraste zwischen Natur und Architektur
  • Authentische Momente statt gestellter Szenen

Der Moment der Wahrheit

Nach den Ferien liess ich den Film entwickeln. Erst dann zeigte sich, welche Bilder tatsächlich gelungen waren und welche nicht. Einige Aufnahmen waren weniger scharf als erwartet, andere gelangen hingegen überraschend gut.

Aus den 24 Aufnahmen wählte ich schliesslich jene 18 Bilder aus, welche die Reise und die Atmosphäre Montenegros am besten widerspiegeln.

Natürliche Nachbearbeitung

Die ausgewählten Bilder wurden anschliessend digital bearbeitet. Dabei war mir wichtig, den analogen Charakter beizubehalten.

Bearbeitet wurden hauptsächlich:

  • Helligkeit und Kontrast
  • Farbkorrekturen
  • Leichte Anpassungen der Bildausschnitte
  • Kleine Retuschen

Die Bilder sollten weiterhin natürlich wirken und die Stimmung der Orte möglichst unverfälscht wiedergeben.

(mmi)

Das Projekt hat mir gezeigt, wie entschleunigend analoge Fotografie sein kann. Durch die begrenzte Anzahl Aufnahmen fotografiert man deutlich bewusster und überlegt sich jeden Bildausschnitt genauer.

Besonders gut gelungen ist aus meiner Sicht die Vielfalt der Motive. Die Serie zeigt unterschiedliche Facetten Montenegros und vermittelt die Atmosphäre der Reise auf natürliche Weise.

Eine Herausforderung war die fehlende Kontrolle während des Fotografierens. Einige Bilder waren leicht unscharf oder anders belichtet als erwartet. Gleichzeitig macht genau diese Unvorhersehbarkeit einen Teil des Reizes der analogen Fotografie aus.

Würde ich das Projekt nochmals umsetzen, würde ich wahrscheinlich mehrere Filmrollen mitnehmen. So hätte ich mehr Möglichkeiten, unterschiedliche Motive und Lichtstimmungen festzuhalten, ohne jede Aufnahme dreimal überdenken zu müssen.