One Founder, One Venture – Stories in Switzerland
One Founder, One Venture – Stories in Switzerland ist ein YouTube-Projekt, das ausführliche Interviews, Shorts und Storytelling-Inhalte über Solo-Selbstständige, unabhängige Fachpersonen und Ein-Personen-Unternehmen in der Schweiz vereint.
https://www.youtube.com/channel/UC8zfK7OKufZ3JLtwS_z9LZA
Ursprünglich wollte ich internationale Gründer:innen in der Schweiz porträtieren. Da viele Menschen in meinem persönlichen Umfeld selbstständig sind, begann ich mit der Suche nach Interviewpartner:innen aus unterschiedlichen Branchen. Nach dem ersten Interview mit einem Skilehrer wurde mir jedoch klar, dass nicht die Herkunft der Personen entscheidend ist, sondern ihre persönlichen Geschichten, Herausforderungen und Beweggründe für die Selbstständigkeit.
Im Laufe des Projekts entwickelte sich das Konzept weiter. Geplant waren ursprünglich Interviews mit internationalen und Schweizer Unternehmer:innen sowie Gespräche über Erfolg und Scheitern. Besonders die Geschichten von gescheiterten Gründungen erschienen mir interessant, da sie oft wertvolle Erfahrungen und Lernprozesse sichtbar machen. Einige Personen berichteten zwar von ihren Misserfolgen, wollten jedoch nicht öffentlich vor der Kamera darüber sprechen.
Schliesslich entstanden drei Video-Porträts von chinesischen Selbstständigen in der Schweiz. Ausgangspunkt meiner Interviews war die Frage, wie Personen ohne das klassische Schweizer «Vitamin B» – also ohne ein starkes lokales Netzwerk – ein eigenes Unternehmen aufbauen können und wie sie Kundinnen und Kunden gewinnen. Im Verlauf der Gespräche stellte sich jedoch heraus, dass jede Person ihren eigenen Weg gefunden hatte: durch chinesische Netzwerke, persönliche Empfehlungen oder die Qualität ihrer Arbeit als Form des Marketings. Die Interviewfragen orientierten sich dennoch weiterhin an Themen wie Herausforderungen, Risiken und den Schwierigkeiten des Unternehmertums.
Zhangying, Skilehrer
Cui Jianpin, TCM-Ärztin
QingChuan, Architekt
Zu jedem Langformat-Interview wurden mehrere Short-Videos produziert. Diese kurzen Clips greifen einzelne Aussagen oder Themen auf und dienen als Einstiegspunkt für die längeren Interviews auf YouTube. Dadurch verbindet das Projekt Longform-Storytelling mit einer Social-Media-Strategie zur Reichweitensteigerung.
Da dies mein erstes Projekt war, bei dem ich Inhalte öffentlich auf Social Media veröffentlichte, konnte ich viele praktische Erfahrungen im Bereich Kurzvideo-Produktion sammeln. Besonders spannend war für mich zu beobachten, wie sich Themen, Schnitt, Untertitel, Titel und Thumbnail auf die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zuschauer auswirken.
(mmi)
- Das Konzept dieses Projekts entstand im Rahmen des Minors Community Building on the Journalist Presence of Social Media. Die ersten sieben Short-Videos wurden bereits als Teil der Abschlusspräsentation des Minors produziert und präsentiert. Alle Langformat-Interviews sowie die Short-Videos zu den Themen TCM und Architektur wurden im Rahmen des Digezz-Projekts produziert.
- Eine wichtige Erkenntnis war für mich, dass sich Longform- und Shortform-Inhalte stark unterscheiden. Während lange Interviews von Tiefe und Kontext leben, benötigen Shorts ein schnelleres Tempo, klare Botschaften und starke Hooks. Da dies mein erster Versuch war, Inhalte öffentlich auf Social Media zu veröffentlichen, konnte ich dabei viele praktische Erfahrungen sammeln.Bei Short-Videos sind starke Schlüsselwörter und ein klarer Hook in den ersten drei Sekunden besonders wichtig, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen.
- Etwas schade war, dass mehrere Personen mit gescheiterten Gründungserfahrungen ein Interview ablehnten. Gerade diese Geschichten hätten interessante Perspektiven auf Herausforderungen und Lernprozesse im Unternehmertum eröffnet.
- Rückblickend könnte ich mir das Format auch gut als Podcast vorstellen, da die Inhalte stark von den Gesprächen selbst leben. Zudem scheint die aktuelle Serie aufgrund der Interviewpartner besonders für ein chinesischsprachiges Publikum interessant zu sein.
- Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass die Short-Videos im Hochformat, die Langform-Interviews hingegen im Querformat veröffentlicht wurden. Deshalb musste bereits bei den Dreharbeiten auf eine Bildgestaltung geachtet werden, die für beide Formate funktioniert.