Ganz nah am Sport

In meiner Arbeit habe ich mich mit der Sportfotografie befasst, explizit im Weitwinkel. Die Arbeit habe ich aus der Motivation heraus gestartet, da ich Fotos im Weitwinkel immer schon sehr cool fand. Man fühlt sich bei den Fotos fast, als wäre man mittendrin. Im Sport wird es aber eher selten als Stilmittel gebraucht.

Folgende Regeln habe ich mir für die Arbeit gestellt:

  • Die Fotos müssen während eines Wettkampes oder Events gemacht werden
  • Die Fotos sind nicht gestellt, die SportlerInnen haben keine Anweisungen oder sonst was von mir bekommen
  • Die Brennweite muss 24mm oder kleiner sein
  • Cropping im Nachhinein ist erlaubt

An sich habe ich in der Sportfotografie bereits Erfahrung sammeln dürfen und habe gemerkt, dass ich das sehr gerne mache. Man muss über das ganze Event / den ganzen Match hinweg fokussiert bleiben, denn man sollte die Schlüsselmomente nicht verpassen. Ausserdem weiss man nicht, wann diese passieren. Ich habe schon vor diesem Projekt immer wieder mit dem Weitwinkel experimentiert aber habe mich nie darauf fokussieren können. Ich musste (vom Job her) immer brauchbare Bilder liefern und konnte nicht gross experimentieren. Dem habe ich mich in diesem Projekt gewidmet, das Experimentieren mit dem Weitwinkel.

Das ist dabei herausgekommen:

(mmi)

Ich konnte viel Erfahrung sammeln in der Sportfotografie und konnte auch mein Portfolio erfolgreich ausbauen. Ausserdem konnte auch viele neue Kontakte knüpfen, was mir in Zukunft auch weiterhelfen könnte. Ich war insgesamt an 13 verschiedenen Matches und Events und habe dabei über 17’000 Bilder gemacht. Abgegeben habe ich jetzt jedoch nur die 52 Besten, was einem Ertrag von 0.3% entspricht. Das wirkt auf den ersten Blick ziemlich schlecht aber ich habe natürlich auch nur die besten der besten Fotos abgegeben und in der Sportfotografie schiesst man im Serienfeuer schnell einmal 10 Bilder oder mehr in der Sekunde (zu meiner Verteidigung).

Ich habe während des Projekts gemerkt, dass sich einige Sportarten besser im Weitwinkel fotografieren lassen, andere gar nicht gut. Vergleichsweise konnte ich beim Boxkampf super Weitwinkel Fotografien machen, da der Ring eher klein ist und ich direkt beim Ring stehen konnte. Beim Handball war es aber fast nicht möglich – obwohl ich sehr nahe am Spielfeld war in der Nähe des Tors. Die Spielerinnen sind nie so nahegekommen, dass ich das Bild gut ausfüllen und framen konnte. Für ein Handballspiel würde ich dementsprechend kein Weitwinkelobjektiv mehr mitnehmen.

Für Volleyball und Schwingen fand ich die Weitwinkelfotos sehr cool, jedoch war es nur möglich mit einem Weitwinkel zu fotografieren, da es sich um Amateurmachtes oder Junioren handelte. Bei einem richtigen Schwingkampf oder Volleyballmatch, dürfte ich nie direkt am Netz stehen oder könnte nie meine Linse Zentimeter von den Schwingern entfernt halten.

Für Eishockey und Rollhockey ist das Weitwinkelobjektiv auf allen Stufen eine valide Option, da man direkt an der Bande stehen kann und auch regelmässig Zweikämpfe dort stattfinden. Ich würde jedoch ein 24-70mm bevorzugen.

Für Boxkämpfe, Breaking und Skate Wettkämpfe werde ich definitiv wieder ein Weitwinkel mitnehmen (falls die Venue es zulässt). Das gleiche gilt für Freestyle-Ski, bei vielen Wettkämpfen kann man als Fotograf wahrscheinlich nicht genug nahe am Geschehen stehen, aber wenn es möglich ist, kann ein Weitwinkel sehr cool sein (wie in meinem Fall)

Allgemein kann ich als Fazit sagen, dass der Bereich 10-24mm sehr cool zum Fotografieren ist, aber die Gelegenheit in diesem Bereich zu Fotografieren bietet sich eher selten bei Wettkämpfen.