Gir Cultural – Audioguide in Savognin
«Gir cultural tras vischnanca», ein virtureller Dorfrundgang durch das Dorf Savognin.
Lernen Sie während einem Spaziergang das Dorf und seine Geschichte genauer kennen. Auf Deutsch, Rätoromanisch oder Englisch wird Ihnen die Savogniner Kultur Stück für Stück nähergebracht.
Savognin steht für viele geschichtliche Meisterleistungen. Doch wussten Sie, warum Giovanni Segantini nie die Fassade der Kirche Nossadonna bemalen durfte? Oder wie Savognin zu seinen vier Kirchen im Dorf kam? Weshalb marschierten in der Vergangenheit römische Legionen hier entlang? Für was wird eine Milchpipeline gebraucht? Wie baute Savognin aus einem Parkplatz ein Badesee? Diese und viele weitere Antworten erhalten Sie auf dem neuen kulturellen Dorfrundgang.
Wie es dazu kam…
Der bisherige Audioguide in Savognin war extrem schlecht produziert. Die Audioqualität war so gut, als ob es mit einer Kartoffel aufgenommen wurde und man merkte wie der Text einfach von einer Broschüre abgelesen wurde.
Als MMP-Student kam ich auf die Idee dies besser, interaktiver und multimedialer zu gestalten. Mein Ziel war es die Vertonung professioneller rüberzubringen und mithilfe von passenden Hintergrundgeräusche / Musik das gehörte besser zu vermitteln. Zusätzlich soll die bestehende Webseite multimedial erweitert werden, zum Beispiel mit historischen Bildern und einem kleinen Quiz nach dem Hören.


Das Vorgehen
Zu Beginn war das Projekt deutlich kleiner geplant. Mit der Zeit wurde es jedoch immer umfangreicher. Nachdem der erste Postenplan erstellt war, kamen laufend weitere passende Posten dazu, die den Rundgang weiter ergänzten.
Auch der Audioguide entwickelte sich weiter. Zusätzlich zu den Audioinhalten entstanden Informationstafeln, die direkt vor Ort in Savognin aufgehängt werden sollen. Ausserdem wurde der Audioguide nicht nur auf Deutsch, sondern schlussendlich auch auf Englisch und Rätoromanisch vertont.
Am Ende des Projekts kam zusätzlich noch Werbung für Social Media dazu.
Das Produkt
Ein Audioguide in Englisch, Deutsch und Rätoromanisch…
Flyer

Tafeln vor Ort im Dorf



Instagram–Banner

Der Audioguide kann unter folgendem Link komplett angehört werden (dafür müsst ihr aber vor Ort sein und die Posten im Dorf besuchen). Ich wünsche viel Spass!
(mmi)
Projektumfang / Prozessdokumentation
Konzeption & Recherche
Zu Beginn unterschätzte ich den Umfang des Projekts deutlich. Die Idee war zuerst relativ klein geplant, entwickelte sich aber während des Prozesses immer weiter. Besonders die Absprache mit Savognin Tourismus nahm viel Zeit in Anspruch. Viele Inhalte mussten gemeinsam besprochen, kontrolliert und angepasst werden.
Bereits in der Konzeptionsphase mussten viele grundlegende Fragen geklärt werden:
- Wo befinden sich die einzelnen Posten im Dorf?
- Welche Route ergibt für Besuchende Sinn?
- Welche Inhalte passen zu welchem Posten?
- Welche Themen sind spannend genug für einen Audioguide?
Schreibprozess
Der Schreibprozess war einer der zeitintensivsten Teile des Projekts. Für die Texte recherchierte ich intensiv zur Geschichte von Savognin. Dabei arbeitete ich mit Büchern, Gesprächen und Interviews. Besonders hilfreich war der direkte Austausch mit Personen aus Savognin, da dadurch Informationen und Details einfliessen konnten, die ich online nirgends gefunden habe.
Die gesamte Textarbeit organisierte ich über Word Dokumente. Ich schrieb die Inhalte, danach kontrollierte und korrigierte Savognin Tourismus die Texte. Dieser Workflow funktionierte gut und zog sich durch das gesamte Projekt.
Insgesamt entstanden 14 Posten mit jeweils zwei verschiedenen Textversionen. Einerseits ein Text für die Tafel vor Ort und andererseits ein Audioguide Text. Dabei musste ich darauf achten, dass beide Texte unterschiedlich aufgegleist wurden. Ein Text zum Lesen braucht andere Formulierungen als ein gesprochener Audiotext. Zusätzlich gab es Zeichenvorgaben und zeitliche Begrenzungen für die Länge der einzelnen Texte.
Bereits während des Schreibens notierte ich passende Geräusche und Musikideen für die einzelnen Szenen. Nach jeder Korrekturrunde von Savognin habe ich weitere Anpassungen vorgenommen.
Aufnahmen
Die englischen und rätoromanischen Aufnahmen entstanden im Radiostudio der FHGR. Die deutsche Version wurde auf Wunsch von Savognin von einem Synchronsprecher selbst aufgenommen. Während den Aufnahmen versuchte ich den Sprecher:innen möglichst genau Feedback zu geben. Mir war wichtig, dass die Texte nicht monoton vorgelesen werden, sondern wie eine echte Erzählung wirken. Gefühle, Betonungen und teilweise auch Humor sollten dabei eine wichtige Rolle spielen.
Technisch verliefen die Aufnahmen nicht immer glatt. Teilweise waren die Mikrofoneinstellungen schwierig. Leise Stimmen wurden manchmal abgeschnitten und in einigen Aufnahmen war das Rauschen der Lüftung hörbar. Zusätzlich mussten einzelne Stellen neu aufgenommen werden, weil gewisse rätoromanische Wörter falsch ausgesprochen wurden.
Schnitt
Zuerst musste ich alle Aufnahmen anhören und die besten Versionen auswählen. Anschliessend schnitt ich die einzelnen Takes möglichst flüssig zusammen. Glücklicherweise habe ich während der Aufnahme bereits der Grossteil fortlaufend rausgelöscht. Dies war mit einem Risiko verbunden, sparte mir aber Zeit im Schnitt.
Danach begann die Suche nach passenden lizenzfreien Sounds und Musikstücken über die Webseite «Pixabay». Für jeden Posten suchte ich passende Atmosphären und Soundeffects. Mit der Zeit häufte sich ein kleines Repertoire an Sounds an, die ich für die folgenden Posten wiederverwerten konnte. Der Schnitt wiederholte sich für insgesamt zwölf Posten. Anschliessend übernahm ich die Sounds für die Englische und Rätoromanische Version. Da die Sprecher aber nicht exakt gleich laut und schnell gesprochen haben, musste ich trotzdem jeden Sound nochmals leicht herumschieben und neu mischen.
Beim Mischen orientierte ich mich an der Lautheitsnorm von minus 14 LUFS (Vorlage YouTube), damit die Lautstärke angenehm und professionell wirkt. Das Wissen aus dem Modul Minor Audiopostproduction half mir dabei weiter.
Ein Teil der Musik entstand habe ich eigenständig in GarageBand erstellt. Beispielsweise das Postauto, die Chorgesänge oder die düstere Musik.
Flyer, Instagram und Webseite
Neben dem Audioguide entstanden weitere Inhalte für das Projekt. Den Flyer gestaltete ich in InDesign. Auch hier lief die Textkontrolle wieder über Word Dokumente und mehrere Korrekturschlaufen.
Für Social Media entwickelte ich drei Instagram Beiträge sowie die Idee für ein Reel welches noch nicht umgesetzt wurde.
Zusätzlich schrieb ich Texte für die Webseite von SmartTrail, der Plattform, auf welcher der Audioguide läuft. Dort hat der User die Möglichkeit vor Ort den passenden Audioclip zu hören. Dazu findet er online Bilder, ergänzende Infos (bsp Tabellen) und zum Abschluss ein kleines Quiz. Das Erlebnis sollte dadurch interaktiver und abwechslungsreicher werden.
Reflexion
Rückblickend funktionierte mein Zeitmanagement sehr gut. Trotz des grossen Umfangs konnte ich die Arbeiten grösstenteils ohne grossen Stress umsetzen und die gesetzten Termine einhalten.
Besonders viel lernte ich im Bereich Audiobearbeitung. Durch das Projekt entwickelte ich einen klareren Workflow in Adobe Audition und konnte viel Wissen aus dem Minor Audiopostproduction praktisch anwenden. Vor allem das Schneiden wurde mit der Zeit effizienter.
Die Zusammenarbeit mit Savognin war insgesamt positiv. Gleichzeitig zeigte mir das Projekt auch, wie aufwändig Kommunikation in realen Projekten sein kann. Viele Mails, Rückmeldungen und Korrekturen gehörten laufend dazu. Dadurch erhielt ich aber einen guten Einblick in das spätere Berufsleben.
Kritisch sehe ich meinen Umgang mit Quellen während der Recherchephase. Erst in der zweiten Hälfte begann ich mit Zotero zu arbeiten. Dadurch notierte ich zwar die verwendeten Quellen, aber nicht immer genau, welche Information aus welcher Quelle stammte. Dies würde ich beim nächsten Projekt von Anfang an strukturierter lösen.
Mit der Qualität der Sounds und der Abmischung bin ich zufrieden. Mir war wichtig, dass der Audioguide nie langweilig wirkt. Deshalb versuchte ich jedem Posten eine eigene Stimmung zu geben. Wenn ein Abschnitt noch zu trocken wirkte, ergänzte ich ihn Nachhinein mit passender Musik oder Geräuschen.
Noch nicht vollständig abgeschlossen ist die Bildauswahl für die Webseite. Einige Bilder müssen von Savognin aktuell noch geprüft oder erworben werden.