Protect Queer Youth – Zugang schafft Zukunft

Auch dieses Jahr durfte ich das Zurich Pride Magazin gestalten, ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt. Das Magazin erscheint in einer Auflage von 10’000 Exemplaren und wird an Geschäften, Bars, Kulturorten und queeren Treffpunkten in Zürich und Umgebung verteilt. Es ist Programmheft, Informationsmedium und Plattform für Stimmen aus der Community zugleich.

Unter dem Motto «Protect Queer Youth» setzt die Zurich Pride in diesem Jahr ein Zeichen für den Schutz und die Unterstützung queerer Jugendlicher. Das Magazin greift dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven auf und macht sichtbar, weshalb sichere Räume, inklusive Bildung, diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung und gesellschaftliche Akzeptanz für viele junge Menschen noch immer keine Selbstverständlichkeit sind.

Vor der Gestaltung des Magazins entwickelte ich das visuelle Konzept für das diesjährige Motto. Dazu gehörten das Mottologo sowie die zentralen Gestaltungselemente, die sich später durch das gesamte Magazin zogen. Als Leitmotiv entschied ich mich für eine Blume, die für Wachstum, Entfaltung und das Aufblühen der eigenen Identität steht. Gerade im Kontext queerer Jugendlicher erschien mir dieses Bild besonders passend. Junge Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich frei zu entwickeln, ihren Platz zu finden und in einem unterstützenden Umfeld zu wachsen.

Das Mottologo gestaltete ich zunächst in einer allgemeinen Regenbogen-Version als Symbol für die Vielfalt der LGBTQIA+ Community. Da das Logo in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt wurde, entwickelte ich zusätzlich Varianten in den Farben der Trans-, Inter- und Nonbinary-Flagge. So konnte das Erscheinungsbild flexibel an verschiedene Zielgruppen und Anwendungsbereiche angepasst werden, während gleichzeitig unterschiedliche queere Identitäten sichtbar repräsentiert wurden.

Mottologo & Gestaltungselemente

Meine Aufgabe bestand darin, das gesamte Magazin gestalterisch zu konzipieren und für den Druck aufzubereiten. Neben dem Layout der verschiedenen Beiträge, Informationsseiten und Schwerpunktthemen war ich auch für die Strukturierung der Inhalte verantwortlich. Ich plante, welche Inhalte wie viel Raum erhalten und wie sich die unterschiedlichen Texte, Bilder und Informationen zu einem stimmigen Gesamterlebnis verbinden lassen. Dabei stand ich auch direkt mit einzelnen Partner:innen und Mitwirkenden in Kontakt, deren Beiträge Teil des Magazins wurden.

Ein kleiner Einblick

Besonders spannend fand ich die Herausforderung, einer grossen Menge an unterschiedlichen Inhalten eine klare visuelle Ordnung zu geben. Das Magazin vereint politische Themen, persönliche Geschichten, Interviews, Veranstaltungsinformationen und Sponsor:innenbeiträge. Mein Ziel war es, ein Design zu entwickeln, das Orientierung schafft und gleichzeitig die Vielfalt der Community sichtbar macht.

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Verein und den verschiedenen Beteiligten habe ich nicht nur meine gestalterischen Fähigkeiten weiterentwickelt, sondern auch gelernt, wie wichtig Organisation, Kommunikation und Koordination bei einem umfangreichen Printprojekt sind. Teil dieses Projekts zu sein, war für mich erneut eine bereichernde Erfahrung, sowohl gestalterisch als auch persönlich. Es freut mich, mit meiner Arbeit einen Beitrag zu einem Magazin leisten zu dürfen, das queeren Stimmen Sichtbarkeit verleiht und gesellschaftlich relevante Themen in den Mittelpunkt rückt.

(mmi)

Rückblickend hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, um das gestalterische Konzept weiter auszuarbeiten und zu vertiefen. Da das Motto für die Zurich Pride 2026 erst im Februar festgelegt wurde und es sich bei meiner Arbeit um ein ehrenamtliches Engagement neben Studium und Beruf handelt, war der verfügbare Zeitraum für die Konzeptentwicklung begrenzt. Obwohl ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, hätte ich gerne noch mehr Zeit in die Ausarbeitung einzelner Gestaltungselemente und deren Anwendung investiert.

Eine weitere Herausforderung war der reduzierte Umfang des Magazins. Aus Budgetgründen umfasste die Ausgabe 2026 nur 48 Seiten und war damit deutlich kleiner als in den Vorjahren. Dadurch musste ich Inhalte stärker priorisieren und sorgfältig abwägen, wie viel Platz einzelnen Beiträgen eingeräumt werden kann. Diese Einschränkung verlangte ein hohes Mass an Organisation und redaktioneller Abstimmung.

Zusätzlich stellte der enge Zeitplan eine Herausforderung dar. Viele Inhalte wurden erst kurz vor dem Drucktermin geliefert, wodurch sich Layout und Seitenplanung laufend änderten. Da der Seitenumfang bereits frühzeitig mit der Druckerei festgelegt worden war, konnten kurzfristig eingehende Beiträge teilweise nicht mehr berücksichtigt werden, obwohl sie inhaltlich wertvoll gewesen wären.

Für zukünftige Ausgaben würde ich versuchen, die Deadlines für die Anlieferung der Inhalte früher anzusetzen und konsequenter einzuhalten. Dadurch bliebe mehr Zeit für die gestalterische Ausarbeitung, die Abstimmung der Inhalte und die finale Produktionsphase. Gleichzeitig könnten Last-Minute-Anpassungen reduziert und der verfügbare Platz im Magazin effizienter genutzt werden.