Making Myself Visible – Instagram Portfolio

Was antworte ich, wenn mich Freund:innen, Familie oder potenzielle Auftraggeber:innen fragen, was ich denn genau so mache?

Diese Frage bekam ich in den letzten Jahren immer häufiger gestellt. Anstatt dann jeweils durch meine Fotogalerie zu scrollen oder einzelne Dateien zusammensuchen zu müssen, entschied ich mich dazu, ein professionelles und jederzeit zugängliches Portfolio aufzubauen – direkt dort, wo kreative Arbeiten heute häufig entdeckt werden: auf Instagram.

Hier geht es direkt zu meinem Portfolio Instagram Account!!

Projektidee

In den letzten Jahren sind durch Studium, Nebenjobs und persönliche Projekte zahlreiche Arbeiten in den Bereichen Fotografie, Film, Design, Social Media, Event und Content Creation entstanden. Viele dieser Projekte waren zwar dokumentiert, jedoch an unterschiedlichen Orten gespeichert und nicht in einer einheitlichen Form zugänglich.

Mein Ziel war deshalb, sämtliche relevanten Arbeiten auf einer Plattform zusammenzuführen und ein Portfolio zu schaffen, das sowohl meine Projekte als auch meine gestalterische Handschrift sichtbar macht. Gleichzeitig sollte es unkompliziert zugänglich sein und sich laufend erweitern lassen.

Meine Entscheidung fiel schnell auf Instagram. Die Plattform ist modern, übersichtlich und ermöglicht es, Arbeiten visuell ansprechend zu präsentieren. Zudem bietet sie die Möglichkeit, direkt mit potenziellen Auftraggeber:innen oder Interessierten in Kontakt zu treten.

Entwicklung Visual Look

Da ich praktisch bei null startete, begann das Projekt mit der Entwicklung einer visuellen Identität – für mich selbst.

Bereits vor einigen Jahren hatte ich ein eigenes Logo für meine kreativen Arbeiten gestaltet. Dieses überarbeitete ich als Erstes und passte es an den neuen geplanten Portfolio-Auftritt an.

Anschliessend begann die eigentliche Konzeptionsphase. Die zentrale Frage lautete: Wie soll ein Instagram-Portfolio aussehen, das professionell wirkt, meine Projekte in den Vordergrund stellt, meinen Stil repräsentiert und trotzdem einen eigenen Wiedererkennungswert besitzt?

Nach vielen Experimenten mit unterschiedlichen Farben, Layouts und Stilrichtungen entschied ich mich für einen reduzierten Schwarz-Weiss-Look mit Fade-/ und Körnung-Details. Dieser wirkt zeitlos, ist sehr unique und lenkt nicht von den eigentlichen Projekten ab. Darauf aufbauend entwickelte ich eine visuelle Identität mit definierten Schriftarten, Layoutprinzipien, Gestaltungsrastern und wiederkehrenden Gestaltungselementen. Mir war wichtig, etwas wirklich eigenes zu entwickeln und nicht offensichtliche, bereits geläufige Design-Vorlagen zu verwenden.

Nach dem Aufsetzen und Einrichten vom Instagram-Accont gestaltete ich in einem weiteren Schritt mehrere kreative Informationsposts über mich. Diese vermitteln Besucher:innen einen schnellen Überblick über meine Ausbildung, meine kreativen Schwerpunkte, meine Fähigkeiten sowie meine Kontaktmöglichkeiten.

Gestaltung des Feeds

Viele Portfolio-Accounts setzen auf einen sehr strengen visuellen Aufbau, bei dem jeder Beitrag nahezu identisch aussieht. Für mein Portfolio erschien mir dies jedoch wenig passend, da die Vielfalt meiner Arbeiten verloren gegangen wäre. Mir war wichtiger, dass man beim Durchscrollen sowohl mein visuelles Gespür wahrnimmt als auch direkt einen Eindruck davon bekommt, wie unterschiedlich die Projekte sind, an denen ich arbeite.

Um trotzdem einen roten Faden durch den Feed zu ziehen, entwickelte ich sogenannte «Logo-Posts». Diese erscheinen in regelmässigen Abständen zwischen den Projektbeiträgen und dienen als verbindendes Element.

Für diese Beiträge wollte ich zudem etwas Behind-The-Scenes Content einbinden, ich verwendete Bilder von mir während Projekten, beim Fotografieren oder bei der Content-Produktion. Darüber legte ich mein Logo mit einer lichtgemischten Ebene. Dadurch entstand ein subtiler, aber wiedererkennbarer Look, der die einzelnen Projekte miteinander verbindet und gleichzeitig meine persönliche Marke stärkt.

Aufbereitung der Inhalte

Der mit Abstand zeitintensivste Teil des Projekts war das Zusammentragen und Aufbereiten der Inhalte.

Zunächst musste ich sämtliche bisherigen und laufenden Projekte sammeln, sortieren und in einer übersichtlichen Ordnerstruktur organisieren. Da einige Arbeiten bereits mehrere Jahre zurückliegen, bedeutete dies oft, alte Dateien wiederzufinden, Dokumente zu öffnen, Projekte neu zu exportieren, erneut zu bearbeiten oder fehlende Inhalte zusammenzusuchen.

Anschliessend begann die eigentliche Aufbereitung für Instagram. Für jedes Projekt entwickelte ich einen eigenen Beitrag mit mehreren Slides. Die Bilder wurden in zuvor erstellte InDesign-Vorlagen eingefügt und gestalterisch aufbereitet. Zusätzlich versah ich sämtliche Designs mit einem selbst entwickelten Copyright-Zeichen, das mein Logo integriert. Dadurch sollten die Arbeiten vor unerlaubter Weiterverwendung geschützt werden.

Dieser Prozess nahm deutlich mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich erwartet. Immer wieder mussten Inhalte neu exportiert, Farben angepasst, Bildausschnitte verändert oder kleine gestalterische Details überarbeitet werden. Gleichzeitig stellte sich bei jedem Projekt die Frage, wie viel Prozess und wie viel Endresultat gezeigt werden soll. Ziel war es, den Entstehungsprozess sichtbar zu machen, ohne die Beiträge zu überladen.

Jeder Post dokumentiert deshalb ein einzelnes Projekt und enthält neben den finalem Produkt auch kurze Hintergrundinformationen und BTS vom Entstehungsprozess.

Veröffentlichung und Insights

Nachdem sämtliche Vorlagen erstellt und die Inhalte aufbereitet waren, begann die Veröffentlichung der Beiträge.

Insgesamt entstanden 28 Beiträge mit mehr als 120 einzelnen Slides. Dabei entschied ich mich bewusst für ein stetiges Veröffentlichen über einen längeren Zeitraum, sodass der Content sich organisch entwicklen kann.

Diese Strategie erwies sich als erfolgreich. Bereits innerhalb der ersten 30 Tage erreichte der Account über 6’000 Aufrufe – vollständig organisch und ohne bezahlte Werbung.

Besonders gefreut hat mich, dass der Account nicht nur Reichweite generierte, sondern bereits erste Anfragen für mögliche Zusammenarbeiten daraus entstanden sind. Dadurch wurde das ursprüngliche Ziel des Projekts direkt erreicht: ein Portfolio zu schaffen, das meine Arbeiten sichtbar macht und als professionelle Anlaufstelle dient.

Es ist schön zu sehen, dass die eigene Arbeit wahrgenommen wird und bei anderen Menschen Interesse weckt. Die vielen Stunden, die in die Konzeption, Gestaltung und Aufbereitung geflossen sind, haben sich dadurch definitiv gelohnt.

(mmi)

Mit diesem Projekt habe ich bereits relativ früh im Semester begonnen. Da mehrere grössere Projektaufträge geplant waren, wollte ich den Portfolio-Account möglichst früh aufbauen, um ihn anschliessend direkt für Bewerbungen, Projektvorstellungen oder Verlinkungen nutzen zu können.

Besonders viel Freude bereitete mir die Entwicklung des visuellen Erscheinungsbilds. Im Gegensatz zu vielen Kundenprojekten konnte ich sämtliche gestalterischen Entscheidungen selbst treffen und musste keine Vorgaben oder unterschiedlichen Interessen berücksichtigen. Dadurch entstand ein sehr persönliches Projekt, das meine eigene Designauffassung widerspiegelt.

Gleichzeitig habe ich unterschätzt, wie viel Fleissarbeit hinter einem solchen Portfolio steckt. Die eigentliche Gestaltung war nur ein Teil des Projekts. Deutlich mehr Zeit als erwartet floss in das Aufbereiten der Inhalte: Projektarbeiten mussten gesammelt, geordnet, aufbereitet werden, Bilder mussten in Vorlagen eingefügt, mit dem richtigen Copyright-Zeichen versehen, in der passenden Auflösung exportiert, auf das Smartphone übertragen und anschliessend auf Instagram zusammengestellt werden. Hinzu kamen Captions, die Reihenfolge der Slides, Headerbilder sowie das Markieren von beteiligten Personen oder Organisationen. Viele dieser Arbeitsschritte wirken auf den ersten Blick klein, summieren sich jedoch zu einem erheblichen Zeitaufwand.

Positiv überrascht hat mich die Reichweite des Accounts. Ich achtete bewusst darauf, die Beiträge regelmässig und organisch zu veröffentlichen, anstatt alle Inhalte auf einmal hochzuladen. Rückblickend war dies vermutlich ein wichtiger Faktor für die gute Performance der Beiträge. Die über 6’000 Aufrufe in den ersten 30 Tagen, einigen Kommentaren und viel geteilten Beiträge zeigen, dass die Strategie funktioniert hat.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Der Portfolio-Account erfüllt genau den Zweck, den ich ursprünglich vorgesehen hatte: Er bietet einen zentralen Ort, an dem meine Arbeiten professionell präsentiert werden und einfach zugänglich sind. Gleichzeitig ist er nicht abgeschlossen, sondern kann laufend erweitert werden. Als nächsten Schritt könnte ich mir gut vorstellen, zusätzlich eine eigene Portfolio-Website zu gestalten, um einzelne Projekte noch ausführlicher dokumentieren und präsentieren zu können.