Animationen für den Zürcherjournalistenpreis 2026

Wenn die Elite des Journalismus zusammenkommt, muss die Show sitzen – und genau daran durfte ich dieses Jahr mitarbeiten. Mein Auftrag war es, die komplette audiovisuelle Gestaltung für den Zürcher Journalistenpreis zu übernehmen. Angefangen bei Social-Media-Clips für alle Nominierten bis hin zu den grossen Award-Videos für die Hauptkategorien. Mein Ziel war es dabei, weg von der klassischen und trockenen Event-Präsentation zu kommen und den preisgekrönten Beiträgen eine Bühne zu geben, die modern ist und cool aussieht. 

Der Look: Collage-Vibes und lila Akzente

Die Kundin liess mir glücklicherweise absolute Freiheit bei der Gestaltung. Ich habe mich für einen Mixed-Media-Style entschieden, bei dem Schwarz-Weiss-Bilder von Mikrofonen, Kameras und Händen auf geometrische Formen und einen kräftigen Fliederton treffen – meine absolute Lieblingsfarbe. Entstanden ist ein Collage-Look, der das journalistische Handwerk feiert, ohne dabei verstaubt zu wirken.

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Vom ersten Scribble bis zum finalen Export

Zwischen Unmengen an Material von den Nominierten, den knappen Deadlines und dem Technik-Check mit der Crew gab es einige lange Nächte vor dem Monitor. Als ich dann aber am 12. Mai das Projekt schlussendlich auf der Bühne im Kaufleuten gesehen habe, hat sich der ganze Stress auf jeden Fall gelohnt.

Die restlichen Videos kann man hier anschauen.

(mbi)

Was ich mir vorgenommen habe
Ehrlich gesagt hatte ich vor diesem Projekt fast keinen Plan von After Effects. Ausser den absoluten Basics aus den Einführungstagen an der FHGR war da nicht viel hängengeblieben, entsprechend nervös war ich am Anfang auch. Mein Ziel war es aber, nicht nur irgendwie die Deadline zu wuppen, sondern die Chance zu nutzen, um Motion Design endlich mal richtig zu verstehen und mich in das Programm reinzudenken.

Konzept-Entscheidungen
Ich wollte einen Stil entwickeln, der optisch knallt, aber gleichzeitig flexibel bleibt. Das war nötig, weil die Beiträge der Nominierten total unterschiedlich waren – von harten Krisen-Reportagen bis zu bunten Lifestyle-Storys. Dazu kam, dass die zugesendeten Videos qualitativ alles andere als einheitlich waren. Um dieses visuelle Durcheinander zu retten, habe ich alle Videos konsequent auf Schwarz-Weiss umgestellt. Das hat nicht nur einen edlen Look erzeugt, sondern die unterschiedlichen Qualitäten der Aufnahmen geschickt kaschiert. Der Collage-Stil war dafür perfekt, weil er modern wirkt und über technische Differenzen beim Ausgangsmaterial einfach hinwegschaut.

Organisation & Learning by Doing
Bei diesem Projekt war ich die alleinige Ansprechpartnerin und habe vom Projektmanagement bis zum finalen Rendering alles selbst gemacht. Dabei bin ich natürlich voll in die After-Effects-Falle getappt: Mein Projektaufbau war am Anfang viel zu verschachtelt. Später musste ich Kompositionen zigmal kopieren, um beim Bearbeiten nichts aus Versehen zu überschreiben. Bei einem nächsten Projekt mit After Effects, würde ich das Projekt anders aufbauen.

Mein Workflow war ein wilder Mix aus Audition für den Ton, Adobe Podcast für den Feinschliff, Premiere für den Rohschnitt und After Effects für die Animation. Richtig knifflig wurde es bei den Feedback-Schleifen. Wenn die Kundin eine kleine Änderung am Text hatte oder einen Satz doch nicht mehr wollte, ist bei mir im Hintergrund oft das ganze Kartenhaus zusammengebrochen. Meine Timeline einfach noch nicht modular genug aufgebaut, was mich einige Extra-Stunden und zwischendurch auch mal Nerven gekostet hat und das Springen zwischen den einzelnen Programmen war mühsam.

Mein Fazit
Rückblickend war dieses Projekt eine absolute Feuertaufe. Ich weiss jetzt, dass Vorbereitung und eine saubere Struktur im Motion Design wirklich 70 % der Arbeit ausmachen und einem später massiv Frust ersparen. Auch wenn ich zwischendurch kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand, hat das positive Feedback der Veranstaltungsleitung alles wieder gutgemacht. Ich fühle mich jetzt im Umgang mit After Effects und komplexen Workflows viel sicherer.