Mein Zimmer in Blender

Ich habe mein eigenes Zimmer massgetreu 1:1 in Blender nachgebaut, um Möbelanordnungen und Raumideen digital zu testen, bevor sie in der Realität umgesetzt werden. Durch exaktes Ausmessen aller Elemente inklusive Raum und Dachschräge entstand ein dauerhaft nutzbares 3D Modell meines persönlichen Wohnraums. Das Projekt verbindet praktischen Nutzen mit gezieltem Kompetenzaufbau im Bereich 3D und Blender.

Projektidee und Motivation

Die Ausgangslage war simpel, aber alltäglich: Ich wollte mein Zimmer umstellen, wusste jedoch aus Erfahrung, dass man erst nach dem Umräumen merkt, ob ein neues Layout wirklich funktioniert.
Anstatt Möbel mehrfach physisch zu verschieben, entschied ich mich für einen digitalen Ansatz.

Ziel war es, meinen Raum einmal exakt nachzubauen, sodass zukünftige Umstellungen, neue Möbel oder Pflanzen innert Minuten getestet werden können. Selbst neue Elemente wie eine Monstera Pflanze lassen sich so realistisch im Raum platzieren, um zu prüfen, ob sie atmosphärisch und räumlich funktionieren.

Konzept

Das Projekt versteht sich nicht als einmaliges Render, sondern als dauerhafte digitale Kopie meines Zimmers.

Der Nutzen liegt in:

  • realitätsgetreuer Raumabbildung
  • flexibler Neuanordnung von Möbeln
  • schnellem Testen von Raumstimmungen
  • langfristiger Wiederverwendbarkeit

Das Modell bleibt bestehen und kann jederzeit erweitert oder angepasst werden.

Umsetzung und Arbeitsprozess

Der komplette Raum wurde zentimetergenau ausgemessen.
Dazu gehörten Raumdimensionen, Wandabstände, Dachschrägung sowie alle relevanten Möbel.

Ich habe bewusst keine externen Assets verwendet.
Alle Modelle wurden selbst erstellt, Texturen grösstenteils selbst aufgenommen oder über Adobe Stock bezogen und individuell angepasst.

Dieser Ansatz zwang mich dazu, mich intensiv mit grundlegenden Blender Funktionen auseinanderzusetzen und eigene Workflows zu entwickeln.

Endergebnis und Visualisierung

Um das Resultat möglichst realitätsnah zu präsentieren, habe ich ein 360 Grad Bild des Zimmers erstellt.
Die Kamera wurde in Blender auf Panoramic mit Equirectangular Modus eingestellt, bei einem Seitenverhältnis von 2:1 und hoher Auflösung.

360 Grad Foto Link:
https://momento360.com/e/u/c62f2790a17545cab3216bf57245d8c7?

Endergebnis Bilder

(vha)

Der gewählte Ansatz, den Raum vollständig selbst und ohne externe Assets umzusetzen, ermöglichte einen hohen Lerngewinn, führte jedoch zu einer starken Fokussierung auf Modellierung und Massstab. Dadurch blieben Materialtiefe, UV Organisation und Lichtsetzung teilweise unterentwickelt. Insbesondere vereinfachte Oberflächenparameter und funktionale UV Layouts mindern die visuelle Qualität einzelner Bereiche.

Die Lichtsetzung wurde bewusst reduziert eingesetzt und erfüllt primär eine technische Funktion, wodurch atmosphärisches Potenzial ungenutzt bleibt. Zudem wurde das Modell nicht für Echtzeit oder Web optimiert, was die unmittelbare Weiterverwendung einschränkt.

Insgesamt erfüllt das Projekt seine Zielsetzung als räumliche Analyse und Lernplattform, zeigt jedoch klare Ansatzpunkte für eine vertiefte formale und technische Ausarbeitung in zukünftigen Arbeiten.


Zentrale Lernerkenntnisse 

    • Skalierungen müssen konsequent angewendet werden, da sonst Modifier und Geometrie unerwartet reagieren

    • Der 3D Cursor ist ein zentrales Werkzeug für präzises Platzieren und rotatives Vervielfältigen von Objekten

    • By loose parts beschleunigt den Workflow massiv, besonders beim UV Editing

    • UV Editing Grundlagen konnten erlernt werden, das Thema erwies sich jedoch als sehr komplex

    • Physics Simulationen lassen sich gezielt nutzen, indem bestimmte Frames angewendet werden, etwa für Kissen oder Bettdecken