Pixel & Pulse

Pixel & Pulse macht hörbar, was sonst im Verborgenen vibriert. Mit einem Kontaktmikrofon habe ich die Klänge eines Strommastes aufgenommen, ein Objekt, das uns alltäglich umgibt, dessen Akustik wir jedoch kaum bis nie wahrnehmen. Aus dem gesammelten Material wählte ich die spannendsten und charakteristischsten Töne aus und arrangierte sie zu einer kompositorischen Struktur. 

In einem weiteren Schritt verfremdete ich die Aufnahmen gezielt mit Delay, Distortion und Reverb. So entsteht ein Klangbild, das sich vom ursprünglichen Geräusch löst und so eine veränderte, teils irritierende Hörlandschaft ergibt. Die Effekte verstärken Resonanzen, dehnen Schwingungen und brechen Rhythmen auf – wodurch ein Klangerlebnis entsteht, das im ersten Moment fremd wirkt und dadurch im Kontrast zum bekannten Objekt steht.

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Auf Basis dieser Tonspur entwickelte ich einen visuellen Loop, der die Klänge nicht nur begleitet, sondern erfahrbar macht. Im Programm TouchDesigner habe ich den Loop mit Pixel- und Farbeffekten bearbeitet und abstrahiert. Dadurch entsteht eine visuelle Struktur, die brüchig, flirrend, pulsierend wirkt. Anschliessend wurden Bild und Ton erneut in Premiere Pro zusammengeführt: Filter, Visuals und Sound greifen jetzt ineinander und formen so eine Gesamtkomposition. Im Zentrum meines Projekts steht die Auseinandersetzung mit nicht-alltäglichen Tönen. Ein Strommast ist eine Klangquelle, die permanent präsent ist und doch kaum wahrgenommen wird. Indem ich seine Schwingungen aufzeichne, verfremde und sichtbar mache, eröffne ich einen Zugang zu einer akustischen Ebene, die normalerweise verborgen bleibt. Das Projekt lädt dazu ein, eine vermeintlich stille Umgebung zu hören und zeigt damit, dass in unserem Alltag eine ästhetische, manchmal irritierende und zugleich poetische Klangwelt verborgen liegt.

Die folgenden Galerie enthält einige Impressionen aus dem Bearbeitungsprozess des Visuals und Klänge mit Touchdesigner.

(vha)

Die Suche nach einer geeigneten Klangquelle erwies sich als überraschend unkompliziert. Der Strommast bot sich als spannendes Objekt an, dessen klangliche Ebene mich sofort faszinierte. Auch das Aufzeichnen der Töne mit dem Kontaktmikrofon funktionierte gut und war technisch relativ schnell umgesetzt. Herausfordernder wurde es jedoch im nächsten Schritt: Beim Arrangieren der Sounds in Premiere Pro merkte ich, dass mir die Erfahrung im Umgang mit Klangkomposition fehlte. Ich war zunächst unsicher, wie ich die einzelnen Fragmente zu einem stimmigen, zusammenhängenden Hörerlebnis formen kann. Dieser Prozess war zeitweise überfordernd, gleichzeitig aber auch ein wichtiger Lernschritt, weil ich mich intensiv mit Struktur, Klangfarben und Übergängen auseinandersetzen musste.

Eine weitere Schwierigkeit zeigte sich bei der Gestaltung der Visuals. Der Loop liess sich zwar noch gut erstellen. Die Bearbeitung des Visuals wollte ich in Touchdesigner realisieren, damit die Effekte in Echtzeit auf die Klänge reagieren. Das Programm eröffnete zwar grosse gestalterische Möglichkeiten, gleichzeitig fühlte ich mich technisch oft an der Grenze meines Könnens, auch weil Touchdesigner für mich nicht intuitiv funktioniert. Mithilfe von Tutorials gelang es mir, den gewünschten Pixel- und Farbeffekt umzusetzen – allerdings schaffte ich es nicht, die Visuals so interaktiv mit dem Klang zu verknüpfen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mein Ziel war, dass die Effekte über das gesamte Video hinweg dynamisch auf unterschiedliche Tonbereiche reagieren. Dieser Anspruch liess sich nur teilweise realisieren. In der finalen Phase konnte ich in Premiere Pro noch nachjustieren und gewisse Übergänge verbessern, dennoch bin ich mit dem visuellen Endergebnis nicht vollständig zufrieden.

Rückblickend war das Projekt insgesamt eher anspruchsvoll und phasenweise schwierig umzusetzen. Die Arbeit mit einem mir völlig neuen Programm hat mich stark gefordert, und in Momenten, in denen ich nicht weiterkam, wusste ich nicht, wie und wo ich mir am besten Hilfe hole. Gleichzeitig hat mich die Auseinandersetzung mit TouchDesigner sehr inspiriert. Trotz der Hürden hat mich das Programm begeistert und ich möchte in Zukunft unbedingt weiter damit arbeiten. Für ein nächstes Projekt nehme ich mit, mehr Zeit für technische Experimente einzuplanen, früher nach Hilfe zu suchen und mich schrittweise an komplexere Funktionen heranzutasten.