EstrichTalk – Folge 1

Ein ungeklärter Fall, viele offene Fragen und ein erstes Experiment mit dem Medium Podcast. In «EstrichTalk – Folge 1» nehmen wir den mysteriösen Tod des Schweizer Offiziersaspiranten Rudolf Flükiger unter die Lupe und starten damit den Auftakt einer möglichen Podcastreihe über rätselhafte Geschehnisse aus der Schweiz.

Mit «EstrichTalk» haben wir ein neues Podcastprojekt gestartet, das sich mit mysteriösen, ungeklärten oder widersprüchlichen Fällen aus der Schweiz auseinandersetzt. Die erste Folge bildet dabei bewusst den Auftakt und dient als Startschuss, um ein Format zu entwickeln, das sich in Zukunft weiterführen und vertiefen lässt.

Da es für uns beide das erste Podcastprojekt war, gab es zu Beginn keine fixe Struktur. Stattdessen näherten wir uns dem Prozess experimentell an und fanden Schritt für Schritt heraus, wie wir erzählen, recherchieren und diskutieren wollen. Ziel war nicht das reine Nacherzählen eines Falls, sondern ein gemeinsames Nachdenken über offene Fragen, Widersprüche und Kontexte.

Als Einstieg wählten wir den Fall des Schweizer Offiziersaspiranten Rudolf Flükiger, der 1977 während einer militärischen Nachtübung in Bure verschwand und später tot in Frankreich aufgefunden wurde. Der Fall ist offiziell abgeschlossen, wirft jedoch bis heute zahlreiche Fragen auf. Eine persönliche Nähe zum Ort Bure sowie zum Militärkontext intensivierte die Auseinandersetzung mit dem Fall und machte die Recherche greifbarer.

Ein grosser Teil der Arbeit bestand aus Recherche und Vorbereitung. Wir sichteten verschiedene Quellen, vor allem SRF Dok, arbeiteten historische Hintergründe auf und versuchten, widersprüchliche Informationen einzuordnen. Dabei wurde deutlich, wie zeitintensiv und komplex eine seriöse Auseinandersetzung mit einem ungeklärten Fall ist.

Die Aufnahme erfolgte getrennt voneinander in jeweils eigenen Estrich-Setups, während wir per FaceTime verbunden waren. Wir arbeiteten beide mit Kameras und versuchten, ein ruhiges, stimmiges Setting zu schaffen. Auch hier war viel Ausprobieren nötig, von Bildausschnitt über Licht bis zur Atmosphäre des Raumes.

Zu guter Letzt ist die Nachbearbeitung natürlich ein sehr zentraler Teil unseres Podcast-Projekts. Obwohl es sich um einen Videopodcast handelt, lag der Fokus in der Postproduktion stark auf dem Audio, da Verständlichkeit, Rhythmus und Atmosphäre für das Podcast-Format zentral sind. Die Kombination aus Bild, Ton, zusätzlichen visuellen Elementen und Effekten unterschied sich deutlich von bisherigen Videoarbeiten. Gerade dieser Schritt machte deutlich, wie viel Arbeit auch nach der eigentlichen Aufnahme in einem Podcast steckt und wie stark die Postproduktion den finalen Eindruck prägt.

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(vha)

Die grösste Herausforderung dieses Projekts lag für uns in der Kombination aus inhaltlicher Tiefe und einem für uns neuen Medium. Da wir beide zum ersten Mal einen Podcast produzierten, mussten wir viele Entscheidungen erst im Prozess treffen. Das führte zwar zu einem hohen Lerngewinn, machte die Arbeit aber auch zeitintensiv.

Besonders anspruchsvoll war die Recherchearbeit. Die Auseinandersetzung mit einem historischen, ungeklärten Fall erforderte viel Zeit, da Quellen lückenhaft oder widersprüchlich waren. Rückblickend hätten wir unsere Recherche noch strukturierter organisieren können, um noch effizienter vorzugehen. Gleichzeitig war genau diese intensive Recherche entscheidend für unser Verständnis des Falls.

Auch in der Gesprächsführung sehen wir Verbesserungspotenzial. Teilweise hätten Übergänge klarer sein können, und einzelne Aspekte hätten stärker gebündelt werden können. Für zukünftige Folgen würden wir deshalb mehr Zeit in die inhaltliche Dramaturgie investieren und uns im Vorfeld genauer abstimmen, welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen, damit wir uns nicht wiederholen und alles chronologisch mehr abgestimmt ist.

Technisch funktionierte die Umsetzung insgesamt gut. Kleinere Herausforderungen ergaben sich durch die begrenzte Akkulaufzeit einer Kamera, was vereinzelt zu Unterbrechungen und zeitweisen Bildausfällen führte. Für zukünftige Aufnahmen würden wir dieses Problem beheben und zusätzlich andere Mikrofone einsetzen, um die Tonqualität noch zu verbessern. Insgesamt bestätigte uns das Setup jedoch, dass es für einen ersten Podcast gut funktionierte.