Filmstickers
Ich liebe Stickers und Filme – warum also nicht mal die beiden Welten verschmelzen lassen?
In der kreativen Welt der Medien- und Filmschaffenden ist es längst nichts neues sich das Macbook mit Stickers zu verzieren – mal will ja schliesslich auffallen im Starbucks. Persönlich erfreue ich mich immer daran wenn ich witzige, raffinierte, freche oder philosophische Stickers finde. Besonders gefallen mir Stickers mit Bezug zum Filmemachen. Kleine oder grössere Insider die man so vielleicht schon mal an einem Set gehört, gesehen oder erlebt hat.
Ich begann damit, allerlei mögliche Stickerideen zusammenzutragen. Es entstand ein kunterbuntes Inspiration-Board voller verschiedene Stile und Sujets. Diese Recherche war ein cooler Moment, um zu sehen, wie vielseitig man mit seinen Ideen umgehen kann. Auch ermutigte es mich einfach mal auszuprobieren, es gab so viele Möglichkeiten und nichts was man dabei konkret falsch machen konnte.
Recherche
Besonders inspiriert war ich aber von Robertas Nevecka, er ist ein Filmschaffender aus Litauen und begeistert mit seinem trockenen Humor und einfachen Stil nicht nur mich, sondern eine grosse Gefolgschaft an Follower auf den sozialen Medien.

Sticker 1
Das Tool, das wohl neben einer Kamera an meisten mit einer Filmproduktion verbunden wird: Eine Klappe. Ich wollte unbedingt etwas rund um die Klappe kreieren. Ein dynamisches Sujet war recht schnell gefunden, eine offene Klappe die angewinkelt zum Betrachter steht. Der Spruch liess allerdings etwas auf sich warten. Nach einigen Gedankenexperimenten landete ich dann schliesslich bei etwas simplen: «Mark it»

Ein klassischer, wenn auch langsam ungebräuchlicher Ausdruck an einem Filmset. Er beschreibt lediglich das Kommando die Klappe anzusagen, also das Geschriebene auf der Klappe vorzulesen, die Klappe zu schlagen und damit die Szene zu markieren. Der runde Punkt hinter der Klappe deutet das Symbol an, welches man auch auf Kameras zum Starten der Aufnahme findet.
Sticker 2
Zum Bild gehört auch immer Ton, zumindest seit der Stummfilm sein Zepter abgegeben hat. In den 1920er hat man angefangen, auch Ton bei Filmen aufzunehmen. Seitdem existiert wohl auch das Vorurteil, das man nun immer auf das Ton-Department warten muss. Ständig stört sie irgendwas auf dem Set, sei es ein surrender Kühlschrank oder die knatternden Rotoren eines vorbeifliegenden Helikopters. Aber auf wen wartet man denn wirklich?

Der Sticker parodiert dieses Vorurteil mit einem kecken Spruch, streng genommen wartet man in der Regel ja nicht auf die Menschen des Sounddepartments, sondern auf Ruhe am Set. Verpackt in knalligen Farben und dickem Offset, ist der Sticker laut genug, um das jedem klar zu machen.
Produktion
Nach der Designphase ging es an die Produktion der Stickers, bei welcher mich meine Freundin mit ihrem Equipment unterstützt hat. Als Betreiberin eines kleinen Art-Shops war sie mit der Herstellung von Stickers schon erfahren, so blieben mir einige ressourcenintensive Anfängerfehler erspart.
Nach dem Druck auf Stickerpapier, was ganz einfach mit dem heimischen Drucker klappt, werden die Sticker auf das Ausschneidebrett des Schneideplotter geklebt. Die Maschine liest dann die gedruckte Stickerdatei und druckt entsprechend dem ausgewählten Abstand um den Rand der Stickers.
Schön gemäss Murphy’s Law verkeilte sich das Papier vom ersten Blatt im Plotter und dezimierte meine allererste Stickerausbeute. Alle weiteren Badges waren dann glücklicherweise ohne Zwischenfälle.









Fertiges Produkt
Et voilà, das fertige Produkt! Vielleicht schon bald in deiner Nähe auf Macbooks und anderen Geräten zu sehen – je nach Starbucks, den du besuchst.


(vha)
Erfolge
Es fühlt sich genial an am Ende des Digezz ein Produkt in den Händen halten zu können. Mit der Idee von eigenen Stickern habe ich schon länger gespielt und ich bin sehr happy das es nun geklappt hat. In sich war es eine coole Erfahrung zu sehen, wie verhältnismässig geradlinig der Prozess war. Eine Tatsache die mir nun Momentum gibt, auch weitere Stickerideen umzusetzen. Mit dem finalen Produkt bin ich ebenfalls zufrieden, für einen ersten Badge kann ich mich nicht beschweren.
Learnings
Für mich steht bei den Learnings ganz klar an erster Stelle, das es durchaus eine gute Erfahrung sein kann seine Komfortzone zu verlassen. Als Person die lange von sich behauptet hat sie können nicht zeichnen, war es ein sehr schönes Learning zu sehen, dass man mit genug Geduld und Selbstvertrauen zu einem coolen Ergebnis kommt. Bis ich das Ergebnis in den Händen hielt habe ich nämlich mehrmals daran gezweifelt, ob dieses Projekt eine Gute Idee war. Und auch jetzt sehe ich noch Sachen, die man sicher in späteren Projekten besser machen kann, beispielsweise ist mir die Perspektive der Klappe nicht zu 100% gelungen.