Aftermovie Buds and Beats Festival 2025
Beim Buds and Beats Festival von Cannatrade trifft Messe auf Festival: Stände in der Halle und im Outdoor Bereich, Food, Zonen, Artists und laufendes Programm. Ich habe für 2025 einen knapp dreiminütigen Aftermovie umgesetzt, der den Tag als visuelles Recap zusammenfasst, mit Fokus auf Highlights, Stimmung, Partner und Publikum.
Ausgangslage und Ziel
Auftraggeber war direkt Cannatrade im Rahmen des Buds and Beats Festivals. Es war ein Auftrag mit kurzem Briefing und einem sehr klaren Ziel: ein Aftermovie als Einblick in die Veranstaltung. Nach dem Video soll man verstehen, wie das Festival aufgebaut ist, welche Bereiche es gibt, wie sich das Gelände anfühlt und welche Programmpunkte den Tag prägen.
Die Zielgruppe war bewusst breit: Business-Besucherinnen und -Besucher, Endkundschaft, Szene, Sponsoren und Öffentlichkeit. Ausgespielt wird der Film für Social Media, Website und Messekommunikation.

Preproduction: Plan vom Programm, nicht vom Film
Einen klassischen Drehplan mit geplanten Szenen hatte ich nicht, dafür einen Programmplan mit Slots: Artists Zeiten, Talks, Contests und Awardshow. Das war mein Raster für den Tag. Der Rest war dokumentarisch und reaktiv, weil sich die beste Stimmung je nach Zone und Tageszeit ständig verschoben hat.
Produktion vor Ort
Ich war alleine unterwegs und musste gleichzeitig den Überblick behalten, Momente finden und technisch sauber bleiben.
Setup
- Sony Alpha Mark IV
- Gimbal
- Festbrennweite plus Zoom Objektiv
- XLR Adapter + Micro
Vorgehen in den Zonen
Ich habe versucht, die Zonen wie eine Checkliste abzuhaken, musste aber ständig nach Aktivität entscheiden. Manche Bereiche wirkten erst später, andere waren kurzzeitig stark und dann wieder leer. Dadurch war ich viel am Pendeln, oft auch mehrfach zurück zu denselben Spots.
Artists
Bei den neun Artists habe ich mit spontanen Captures gearbeitet. Ich bin während den Sets mehrmals vorbeigegangen, um verschiedene Perspektiven und Energien zu bekommen und nicht nur einen einzigen Shot pro Act.

Sponsoren und Awardshow
Sponsoren habe ich nicht als klassische Werbeszenen gefilmt, sondern als Teil der Festivalwelt: Stand, People, Interaktion. Im Schnitt habe ich die Sponsoren-Clips zusätzlich mit einem Logo in der Ecke markiert, damit klar ist, wer sichtbar ist, ohne dass der Flow bricht. Die Awardshow war ein Pflichtpunkt und wurde so integriert, dass sie als Highlight wirkt und nicht wie ein Unterbruch.
Postproduktion in Premiere Pro
Geschnitten habe ich in Premiere Pro. Vorgabe war eine Länge zwischen zwei und drei Minuten mit dem Anspruch, möglichst alles zu zeigen, ohne dass es nur eine Aufzählung wird.
Musik
Ich habe lizenzfreie Musik gewählt, Reggae Style, weil sie zur sommerlichen Hitze, den Outdoor Momenten und dem entspannten Festivalgefühl gepasst hat.
Feedback und Anpassung
Es gab eine Überarbeitung: Logos von Artists und Zonen wurden im Branding gestaltet. Das war ein wichtiger Schritt, weil es dem Film einen professionelleren Rahmen gibt und gleichzeitig Orientierung schafft.
Zusätzlich habe ich für den Schnitt noch Fotos von einem Videografen erhalten, die ich punktuell eingebaut habe, um Übergänge zu stärken und einzelne Momente stärker zu verdichten.
Herausforderungen
Die grösste Herausforderung war die Masse: alle Stände, Talks, Shows, People, dazu parallel die fixe Programmuhr. Bei über 30 Grad, viel Bewegung und Hektik war es körperlich anstrengend und mental konstant priorisieren.
Technisch war das Rein- und Rausgehen zwischen Zonen schwierig, weil sich Licht und Settings stark verändert haben. Man stellt permanent neu ein, verliert Zeit und muss trotzdem die nächsten Programmpunkte treffen.
Im Schnitt war die Challenge der rote Faden. Ich hatte extrem viel Material und musste daraus eine Reihenfolge bauen, die spannend bleibt und trotzdem die Vielfalt abbildet.
Was nicht geklappt hat
Zwei Punkte haben mir am Schluss gefehlt:
- keine Aufnahmen von einem Partner
- zu wenig Material vom Eingang, obwohl das für den Einstieg in den Film extrem wertvoll gewesen wäre
(vha)
Der kurzfristige Auftrag hat mich gezwungen, Entscheidungen sehr pragmatisch zu treffen. Das Ergebnis ist solide und der Auftraggeber ist zufrieden, aber ich merke klar, wo der Unterschied zwischen Abdeckung und Storytelling liegt. Ich habe zwar alles eingefangen, jedoch ist es bei solchen Produktionen die eigentliche Kunst, aus der Vielfalt eine klare Dramaturgie zu bauen.
Was gut funktioniert hat
- Trotz weniger als 24 Stunden Vorlauf einen fertigen, stimmigen Aftermovie geliefert
- Bildqualität und Stabilität dank Gimbal und Setup konstant hoch
- Programm und Pflichtpunkte wurden abgedeckt, inklusive Awardshow
- Musik und Stimmung passen, der Film fühlt sich nach Sommer Festival an
- Multitasking und der Umgang mit dem Gimbal haben sich spürbar verbessert, ebenso der Einsatz von Soundeffekten
Was ich nächstes Mal anders machen würde
- Mehr Vorbereitung, auch wenn das Briefing spät kommt: Mini Plan für Dramaturgie, nicht nur für Programmpunkte
- Mehr Objektive oder klarere Objektivstrategie, um schneller zwischen Details und Weitwinkel zu wechseln
- Wirklich abhaken, welche Stände, Partner und Programmpunkte bereits drin sind, damit am Ende nichts fehlt
- Energieversorgung und Akkus noch konsequenter planen, weil lange Tage plus Gimbal schnell zum Engpass werden
- Eingang und Ankommen als fixen Block früh drehen, weil es später oft untergeht
Lessons learnt
Festival Aftermovies sind alleine extrem anspruchsvoll. Die Arbeit ist nicht nur Filmen, sondern permanentes Entscheiden unter Druck. Der Erfolg hängt weniger davon ab, ob man viel Material hat, sondern ob man schnell erkennt, welche Bilder die Geschichte tragen und welche nur Füllmaterial sind. Diese Erkenntnis nehme ich direkt für kommende Eventproduktionen mit